Zürich - Kioskverkäufer (26) klaut Zigaretten im Wert von 1,2 Millionen Franken
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ZürichKioskverkäufer (26) klaut Zigaretten im Wert von 1,2 Millionen Franken

Ein 26-jähriger Mann musste sich am Donnerstag wegen gewerbsmässigen Diebstahls vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten.

von
Lynn Sachs
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Am Donnerstag stand ein 26-jähriger Mann vor dem Bezirksgericht Zürich. 

Am Donnerstag stand ein 26-jähriger Mann vor dem Bezirksgericht Zürich.

20min/Thomas Mathis
Laut Anklageschrift hat er über 14’000 Zigarettenstangen aus den Anlieferungs- und Lagerräumlichkeiten eines Kiosks geklaut.

Laut Anklageschrift hat er über 14’000 Zigarettenstangen aus den Anlieferungs- und Lagerräumlichkeiten eines Kiosks geklaut.

Tamedia 
Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten und einen Landesverweis von sieben Jahren.

Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten und einen Landesverweis von sieben Jahren.

Tamedia/Andrea Zahler

Darum gehts

  • Laut Anklageschrift hat ein Zürcher Kioskangestellter über 14’000 Stangen Zigaretten entwendet.

  • Der Wert der gestohlenen Waren: Fast 1,2 Millionen Franken.

  • Am Donnerstag stand der 26-jährige Mann vor Gericht.

Insgesamt 14’089 Zigarettenstangen hat ein 26-jähriger Verkäufer laut Anklageschrift letztes Jahr in einem Zeitraum von fast drei Monaten aus den Anlieferungs- und Lagerräumen eines Kiosks im Zürcher Hauptbahnhof entwendet und verkauft. Der Wert der gestohlenen Ware: knapp 1,2 Millionen Franken. Am Donnerstag stand der Beschuldigte vor dem Zürcher Bezirksgericht.

Der Mann aus Sri Lanka zeigte sich geständig. «Es tut mir leid. Was ich getan habe, war nicht korrekt», sagte der Vater einer kleinen Tochter vor Gericht. Er habe die Zigarettenstangen gestohlen und verkauft, um mit dem Erlös seine Schulden zu begleichen. Auf die Frage des Richters, wie viel er mit dem Verkauf eingenommen hatte, antwortete er: «Zwischen 150’000 und 200’000 Franken. Der Käufer hat mir nicht die ganze Ware bezahlt.»

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten, davon 18 Monate unbedingt, sowie einen Landesverweis von sieben Jahren. Laut der Staatsanwältin weist der Beschuldigte eine kriminelle Energie auf. «Er hat sich neben seiner Anstellung beim Arbeitgeber ein weiteres Geschäft aufgebaut. Als er merkte, dass das funktioniert, entwendete er immer mehr Zigarettenstangen.»

«Landesverweis wäre unangemessen»

Der Verteidiger beantragte hingegen einen Schuldspruch wegen mehrfachen Diebstahls. Der Straftatbestand sei nicht gewerbsmässig. «Mein Mandant musste weder viel Zeit noch materielle Mittel dafür aufwenden.» Von einer Anordnung eines Landesverweis sei abzusehen. «Das wäre unangemessen.» Der Lebensmittelpunkt seines Mandanten und seiner jungen Familie sei in der Schweiz. Auch aus politischen Gründen könne der 26-Jährige, der mit 14 Jahren in die Schweiz kam, nicht sein Heimatland zurückkehren, so der Verteidiger.

Das Bezirksgericht verurteilte den Mann wegen gewerbsmässigen Diebstahls zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten und zu sechs Jahren Landesverweis. Das Risiko einer Rückreise nach Sri Lanka sei nicht klar belegt, sagte der Richter. Die Gewerbsmässigkeit des Delikts sei hingegen klar gegeben. Grund dafür seien der hohe Deliktsbetrag sowie der grosse Aufwand, den der bereits vorbestrafte Mann tätigte.

Zudem muss er der Kioskbetreiber einen Schadenersatz in Höhe von fast 890’000 Franken bezahlen sowie die Partei- und Prozesskosten von rund 20’000 Franken übernehmen.

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