Abzocke in Dürnten: Kirche erlässt Suter 6000 Franken Steuern
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Abzocke in DürntenKirche erlässt Suter 6000 Franken Steuern

Gute Nachricht für Ernst Suter. Die reformierte Kirche hält die horrenden Steuern, die vom Hilfsarbeiter verlangt werden, für «weltfremd» – und kommt ihm finanziell entgegen.

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dia
Der 41-jährige Ernst Suter steht wegen Steuerschulden vor dem finanziellen Ruin. (Bild: Screenshot SRF)

Der 41-jährige Ernst Suter steht wegen Steuerschulden vor dem finanziellen Ruin. (Bild: Screenshot SRF)

Wegen seiner Legasthenie liess der Hilfsarbeiter Ernst Suter seine Steuererklärungen ausfüllen. Dieses Vorgehen erwies sich als fatal. Über Jahre hinweg wurde der Hilfsarbeiter von der Gemeinde Dürnten ZH wie ein Top-Verdiener besteuert. Bei einem Jahresverdienst von 60'000 Franken zahlte er beispielsweise 2010 72'000 Franken Steuern. Suters Fall sorgte für einen medialen Aufschrei.

Nun hat sich die reformierte Kirche dafür ausgesprochen, dass Suter für das Jahr 2011 keine Kirchensteuern bezahlen muss, berichtet der «Beobachter», der auch den Fall ins Rollen brachte. Alleine für diese Steuer war ein Betrag von 6000 Franken fällig, also mehr als ein Monatslohn Suters. «Wir hatten den Fernsehbericht des ‹Beobachters› gesehen und sind zum Schluss gekommen, dass wir aus der weltfremden Steuereinschätzung unseres Mitbürgers nicht noch Profit schlagen wollen», sagt Elisabeth Bolleter, Präsidentin der reformierten Kirchenpflege, und stellt klar: «Wir haben schlicht kein Anrecht auf dieses Geld.»

Solidarität in der Bevölkerung

Die einstimmige Entscheidung der reformierten Kirche erfreut Suters Treuhänderin Barbara Schnyder. «Endlich eine positive Botschaft», sagte sie zum «Beobachter». Auch einzelne Bürger aus Dürnten wollen Suter finanziell unter die Arme greifen. «Ich habe mehrere Anfragen erhalten, ob man Geld spenden kann», so Schnyder.

Für die Treuhänderin ist dies aber der falsche Weg, auch wenn sie die Solidarität aus der Bevölkerung freut. Sie hofft weiterhin auf ein Einsehen der Gemeinde. Dort stiess Suter mit seinem Anliegen aber bislang auf taube Ohren. Anfang Dezember wollen sich die Parteien für eine Aussprache treffen.

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