Kindesmissbrauch: Kirche zahlt Millionen an Missbrauchsopfer
Aktualisiert

KindesmissbrauchKirche zahlt Millionen an Missbrauchsopfer

Eine katholische Diözese in den USA zahlt Missbrauchsopfern pädophiler Priester insgesamt mehr als 20 Millionen Dollar. Dafür muss die Kirche gar Immobilien verkaufen.

Die Kirche greift tief in die Taschen: 17,65 Millionen Dollar sollen 26 Betroffen erhalten, wie der Bischof von Burlington im Bundesstaat Vermont, Salvatore Matano, am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Zudem habe sich die Kirche mit den Klägern in drei Berufungsprozessen auf nicht genannte Entschädigungssummen geeinigt. Der Rechtsvertreter vieler Missbrauchsopfer, Jerry O'Neill, sagte, die Gesamtsumme belaufe sich auf mehr als 20 Millionen Dollar.

Wie Matano auf der Website der Diözese weiter erklärte, wird die Kirche ein Verwaltungsgebäude in Burlington sowie ein rund zehn Hektar grosses Grundstück für Freizeitaktivitäten verkaufen, um die Entschädigungen zu finanzieren. Ferner habe sie einen Kredit aufgenommen.

Missbräuche jahrelang vertuscht

Viele der Missbrauchsfälle in Burlington gehen auf die 70-er Jahre zurück. Laut O'Neill hatten sich zwei Priester an den Opfern vergangen.

Eine Häufung von Missbrauchsskandalen hatte die US-Kirche vor knapp zehn Jahren in ihre tiefste Krise geführt, seit den 60-er Jahren waren einer Untersuchung zufolge 14 000 Menschen von bis zu 5000 Priestern missbraucht worden.

Die Kirche verschärfte als Reaktion ihr internes Vorgehen gegen pädophile Priester, die sie lange durch Vertuschung geschützt hatte. Millionenschwere Entschädigungen führten in der Folge ganze Diözesen in den Bankrott.

Weltweit wurde die katholische Kirche in den vergangenen Monaten von einer Welle von Enthüllungen über Missbrauchsfälle in verschiedenen Ländern erschüttert, auch in der Schweiz. Der Vatikan wird dabei mit Vorwürfen konfrontiert, Fälle sexuellen Missbrauchs vertuscht zu haben. Dabei ist auch Papst Benedikt XVI. persönlich in die Kritik geraten. (sda)

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