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Kirchengeheimbund Opus Dei will Da Vinci Code nutzen

Während zum weltweiten Start der Dan-Brown-Verfilmung vom «Da Vinci Code» Kirchenorganisationen gegen den Streifen protestieren, gibt sich das Opus Dei in der Schweiz differenziert und wirbt tüchtig um neue Anhänger.

Beim Kirchen-Geheimbund Opus Dei hat man offensichtlich gelernt, mit dem «Da Vinci Code» zu leben. Beim Anpfiff der Fussball-WM Anfang Juni werde der Film schon vergessen sein, sagte Opus-Dei-Sprecher Beat Müller gegenüber den Medien gelassen. Die religiöse Verunsicherung, die Dans Browns Thesen auslösten, habe auch ihr Gutes: «Die Menschen beschäftigen sich wieder mit dem Glauben». Das zeigten auch die «Millionen von Zugriffen» auf die Website von Opus Dei. Vielleicht sei das Ganze ja «ein Komplott des Heiligen Geists, um uns Christen aus der Reserve zu locken».

Nicht überall sah man der Filmpremiere so gelassen entgegen. In Polen appellierte der Krakauer Erzbischof Stanislaw Dziwisz in einem Brief gegen den Film: «Schaut euch diesen Film nicht an». Der Film würde historische Tatsachen manipulieren und verfälschen. Bischof Stanislaw Wielgus, Vorsitzender des wissenschaftlichen Rates der Bischofskonferenz, nannte Roman und Film «ethisch nicht akzeptabel».

Katholische Geistliche in Grossbritannien hielten etwaige Proteste gegen «Sakrileg» allerdings für sinnlos, da sie nur der Vermarktung des Films dienten. Kinos in Manila, der Hauptstadt der streng katholischen Philippinen, mussten auf Weisung der Stadtverwaltung den Film aus dem Programm nehmen.

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