Aktualisiert

Kirchensegen auch für Homo-Paare

Nach einem vierjährigen Versuch führt die evangelisch-reformierte Kirchensynode Zürich nun definitiv kirchliche Feiern für Schwule und Lesben ein.

Seit dem 1. Oktober 1999 bietet die evangelisch-reformierte Kirche im Kanton Zürich schwulen und lesbischen Paaren liturgische Feiern an. Der auf vier Jahre angelegte Versuch ist nun abgeschlossen. Am Dienstag nahm die Synode zustimmend Kenntnis vom Erfahrungsbericht. Die Rituale werden nun definitiv angeboten.

Viele homosexuelle Paare waren es nicht, die nach einer liturgischen Feier fragten: zehn waren es laut Bericht. Zwei Paare wurden von der zuständigen Kirchenpflege abgelehnt. Die Rituale werden gemäss Bestimmungen von den zuständigen Pfarrerinnen und Pfarrern «im Einvernehmen mit der Kirchenpflege» gestaltet.

Drei Feiern in freier Natur

Acht Feiern wurden schliesslich durchgeführt - drei davon in freier Natur. Sie müssen sich in der Gestaltung klar von kirchlichen Trauungen unterscheiden. Beteiligt waren vier Pfarrerinnen und Pfarrer sowie ein katholischer Theologe. Sie alle erlebten die Rituale als ausgesprochen positiv.

Die Paare hätten sich bei der Gestaltung der Feier engagiert, die Gäste und Gottesdienstbesucherinnen und -besucher hätten «durchwegs erfreut und dankbar» reagiert. Nur in Fällen, wo Segnungsfeiern von den Medien aufgegriffen worden seien, habe es kontroverse Reaktionen bis hin zu einzelnen Kirchenaustritten gegeben, heisst es im Bericht.

In Kirchenordnung geregelt

Die Synode hatte im Juni 1999 grünes Licht gegeben für den vierjährigen Versuch. Eine Minderheit hatte sich erfolglos gegen die Ermöglichung einer kirchlichen Feier für Schwule und Lesben gestemmt. Sie meldeten auch in der Debatte vom Dienstag wieder Bedenken an.

Für die Weiterführung des Angebots ist laut Bericht keine Anpassung der kirchlichen Regelungen nötig. Die Segnungsfeier für gleichgeschlechtliche Paare gehöre zu den gottesdienstlichen Feiern, die in der Kirchenordnung geregelt sind. Diese legt zudem fest, dass kein Pfarrer, keine Pfarrerin eine solche Feier gegen das eigene Gewissen durchführen muss.

In allen Deutschschweizer Kantonen haben in den letzen Jahren die evangelisch-reformierten Kirchen ihr Einverständnis für kirchliche Feiern für homosexuelle Paare gegeben, wie Moël Volken, Generalsekretär der Organisation Pink Cross auf Anfrage der sda sagte. In der französischen Schweiz sei man dagegen noch nicht so weit.

(sda)

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