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Kirgisien: Polizei gegen 10 000 Demonstranten

Die Lage um das Regierungsgebäude in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek spitzt sich zu.

Rund 10 000 Demonstranten versammlen sich vor dem Bau und stehen dort Spezialkräften der Polizei gegenüber. Die Menschen waren zusammengekommen, nachdem die Polizisten zuvor fast tausend Demonstranten vertrieben hatte, welche die Barrieren um das Gebäude niedergerissen und das Gebäude gestürmt hatten. In dem Regierungsgebäude befindet sich auch die zentrale Wahlkommission des Landes.

Die Polizei sei mit Tränengas gegen etwa 2000 Demonstranten vorgegangen, meldete die russische Agentur Interfax aus dem zentralasiatischen Land. Die Menge, die wiederholt in das Regierungsgebäude einzudringen versuchte, habe die Beamten mit Steinen und Flaschen beworfen.

Die Demonstranten forderten nach afp-Informationen die Zulassung des Abgeordneten Urmatbek Bariktabassow zur Präsidentschaftswahl am 10. Juli. Die Wahlkommission hatte am Montag die Kandidatur Bariktabassows abgelehnt, weil dieser seit drei Jahren die kasachische Staatsbürgerschaft habe und kein Kirgise mehr sei.

Im Laufe des Tages sollte ein Gericht in Bischkek über den Fall entscheiden. Die Regierung berief eine Sondersitzung des Parlaments ein, an der Übergangspräsident Kurmanbek Bakijew teilnehmen sollte.

Gemäss Interfax verlangen die Demonstranten auch ein Treffen mit dem einflussreichen Oppositionspolitiker Felix Kulow, der nicht selbst kandidiert, sondern Bakijew unterstützt. In Kirgisien ist die Lage seit Monaten gespannt.

Am 24. März war der langjährige Staatschef Askar Akajew nach wochenlangen Protesten gestürzt und ins Exil nach Russland getrieben worden. Die Unruhen hatten sich an Manipulationen der Parlamentswahlen vom Februar und März entzündet.

(sda)

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