Demokratische Wahlen: Kirgistan wählt grosse Parteienvielfalt
Aktualisiert

Demokratische WahlenKirgistan wählt grosse Parteienvielfalt

Bei der Parlamentswahl in Kirgistan in Zentralasien zeichnen sich schwierige Koalitionsverhandlungen ab. Noch ist alles unklar.

Nach Auszählung von mehr als 84 Prozent der Wahlzettel erhielten mehrere Parteien jeweils zwischen 5 und 9 Prozent der Stimmen.

Nach Auszählung von mehr als 84 Prozent der Wahlzettel erhielten mehrere Parteien jeweils zwischen 5 und 9 Prozent der Stimmen.

Nach Auszählung von mehr als 84 Prozent der Wahlzettel erhielten mehrere Parteien jeweils zwischen 5 und 9 Prozent der Stimmen. Das teilte die Wahlleitung am Montag in Bischkek mit. Sechs Monate nach dem Sturz des autoritären Präsidenten Kurmanbek Bakijew war aber weiter unklar, wie die künftige Regierung der Ex- Sowjetrepublik aussieht. Kirgistan erlebte am Sonntag die ersten demokratischen Wahlen seiner Geschichte.

In Führung lag am Morgen die nationalistische Partei Ata-Dschurt (Vaterland). Diese hatte sich als Oppositionskraft zur amtierenden Übergangsregierung präsentiert. Die Partei konnte nach Meinung von Beobachtern die Unzufriedenheit vieler Bürger für sich nutzen, die ihre Hoffnung auf rasche Stabilität enttäuscht sahen.

Es gab ein Kopf-Kopf-Rennen mit der Sozialdemokratischen Partei, die massgeblich am Sturz Bakijews im April beteiligt gewesen war. Auch die linke Partei Ata-Meken (Heimat) schaffte demnach den Einzug ins Parlament.

Starke Clans des Südens

Der pro-russische Bewerber Felix Kulow kam mit seiner Partei Ar- Namys (Würde) ebenfalls über die Fünf-Prozent-Marke. Auch die von einem Oligarchen geführte neue Partei Respublika schaffte den Sprung ins Parlament. Insgesamt schnitten vor allem die Clans aus dem Süden des Landes stark ab, wie der Politologe Mars Sarijew sagte.

Das verarmte Kirgistan ist tief gespalten zwischen dem Norden mit der Elite des Landes und den religiös nicht verwurzelten Nomaden sowie dem stark islamisch geprägten Süden mit seiner Handelskultur. Im Süden Kirgistans kam es im Juni zu blutigen ethnischen Unruhen zwischen Kirgisen und der usbekischen Minderheit. Dabei starben geschätzt 2000 Menschen.

(sda)

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