Allschwil BL - Kita-Betreuer verging sich an Kleinkindern
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Allschwil BLKita-Betreuer verging sich an Kleinkindern

Ein Kita-Betreuer wurde im Dezember 2019 von einer Arbeitskollegin in flagranti erwischt, wie er sich an einem Kind verging. Jetzt liegt die Anklage gegen den 36-jährigen Deutschen vor.

von
Lukas Hausendorf
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Einem ehemaligen Kita-Betreuer werden mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern zur Last gelegt. Der Deutsche arbeitete in einer Kinderkrippe in Allschwil BL. Am 6. Dezember 2019 wurde der Mann verhaftet. 

Einem ehemaligen Kita-Betreuer werden mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern zur Last gelegt. Der Deutsche arbeitete in einer Kinderkrippe in Allschwil BL. Am 6. Dezember 2019 wurde der Mann verhaftet.

Leser-Reporter
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte während seiner Tätigkeit in einer Kinderkrippe in Allschwil mutmasslich mehrfach sexuelle Handlungen an Kindern vorgenommen hatte.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte während seiner Tätigkeit in einer Kinderkrippe in Allschwil mutmasslich mehrfach sexuelle Handlungen an Kindern vorgenommen hatte.

20 Minuten 
Der Beschuldigte befindet sich in Haft.

Der Beschuldigte befindet sich in Haft.

20 Minuten 

Darum gehts

  • Ein 36-jähriger ehemaliger Kita-Leiter muss sich wegen sexuellen Handlungen mit Kindern vor Gericht verantworten.

  • Der Beschuldigte wurde bei einem Übergriff am 6. Dezember 2019 von einer Arbeitskollegin beobachtet, die sofort die Polizei alarmierte.

  • Dem Deutschen drohen im Falle einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft und ein Berufsverbot.

Nachdem er am 6. Dezember 2019 bei einer «Grenzüberschreitung im sexuellen Bereich» von einer Arbeitskollegin in der Globegarden Kindertagesstätte an der Steinbühlallee in Allschwil beobachtet wurde, klickten noch gleichtags die Handschellen. Seither befindet sich der heute 36-Jährige in Haft und hat inzwischen schon den vorzeitigen Strafvollzug angetreten. Nun liegt die Anklage gegen den ehemaligen Kita-Betreuer vor, wie die «Basler Zeitung» (Bezahlartikel) berichtet.

Demnach ist der Beschuldigte der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, mehrfacher Schändung, mehrfacher Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte sowie mehrfacher Pornografie angeklagt.

Am Tag seiner Verhaftung nutzte er demnach die Situation aus, dass er mittags allein mit gut einem Dutzend Kinder im Schlafraum der Kita war. Dort soll er einem 4-jährigen Knaben an den Penis gefasst und dessen Geschlechtsteil auch oral stimuliert haben. Dabei wurde er von einer Arbeitskollegin beobachtet, die sogleich die Polizei alarmierte. Dem Beschuldigten, der zum damaligen Zeitpunkt Leiter der Kindertagesstätte war, wurde fristlos gekündigt.

Belastendes Material in Wohnung

Bei der anschliessenden Hausdurchsuchung in seiner Kleinbasler Wohnung fanden die Ermittler noch mehr belastendes Material. Etwa zahlreiche Fotos eines nackten Zweijährigen, die während eines Übergriffs entstanden sein sollen. Auf dem Laptop hatte der in Deutschland ausgebildete Erzieher zudem verbotene tierpornografische Inhalte gespeichert.

Die Strafuntersuchung brachte noch weitere mutmassliche Missbrauchsfälle ans Licht. So gaben Eltern gegenüber der Untersuchungsbehörde an, dass ihr damals einjähriges Kind ab Sommer 2019 plötzlich ein verändertes Verhalten beim Wickeln gezeigt habe.

Lange Haftstrafe und Berufsverbot

Bei einem Schuldspruch drohen dem 36-Jährigen bis zu zehn Jahre Haft. Im Falle einer Verurteilung drohen zudem ein lebenslanges Verbot jeglicher beruflicher oder organisierten ausserberuflichen Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst. Zudem droht dem deutschen Staatsangehörigen ein mehrjähriger Landesverweis. Die Verhandlung am Baselbieter Strafgericht ist auf den 22. April angesetzt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Kita-Betreiberin prüfte Dossier sorgfältig

Die Betreiberin der betroffenen Kindertagesstätte hatte bei der Anstellung des Beschuldigten keine Hinweise, die gegen ein Arbeitsverhältnis gesprochen hätten. Man habe sein Bewerbungsdossier im Mehraugenprinzip geprüft und einen Sonderprivatauszug des schweizerischen Strafregisters eingeholt, hält Globegarden in einer Stellungnahme fest. Nach dem Vorfall in Allschwil hat das Unternehmen eine interne Fachstelle zur Prävention von sexueller Gewalt geschaffen. Man arbeitete zudem seit Jahren mit der Fachstelle Limita zusammen, mit der man einen Verhaltenskodex zur Prävention von sexueller Gewalt entwickelt habe. «Alle Mitarbeitenden unterzeichnen dieses Kodex und es gibt jährliche Schulungen zum Thema» hält Globegarden fest.

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Opferhilfe für Betroffene und Angehörige

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Opferberatungsstelle Kinderspital Zürich

Pro Juventute, Tel. 147

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du beim Institut Forio.

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