Aktualisiert 03.04.2018 11:06

Carte BleueKitag erhöht Kino-Preise für die treuesten Kunden

Die Swisscom-Tochter Kitag eröffnet diese Woche neue Kinosäle. Für Vielseher macht die Kinokette gleichzeitig den Eintritt teurer.

von
Stefan Ehrbar
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Die Kinobetreiberin Kitag erhöht am 5. April 2018 die Preise für Kunden mit der Abo-Karte Carte Bleue. Ein Eintritt kostet für sie neu 14 statt 13 Franken – knapp 8 Prozent mehr.

Die Kinobetreiberin Kitag erhöht am 5. April 2018 die Preise für Kunden mit der Abo-Karte Carte Bleue. Ein Eintritt kostet für sie neu 14 statt 13 Franken – knapp 8 Prozent mehr.

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Im Jahr 2017 hatte Kitag bereits die Preise für diverse Kiosk-Produkte um 50 Rappen, einen Franken oder mehr erhöht.

Im Jahr 2017 hatte Kitag bereits die Preise für diverse Kiosk-Produkte um 50 Rappen, einen Franken oder mehr erhöht.

Kitag.com
Die Preiserhöhung stehe im Zusammenhang mit gestiegenen Einstandspreisen, sagte Kitag-CEO Philippe Täschler damals. Rohstoffe wie Vanille seien teurer geworden.

Die Preiserhöhung stehe im Zusammenhang mit gestiegenen Einstandspreisen, sagte Kitag-CEO Philippe Täschler damals. Rohstoffe wie Vanille seien teurer geworden.

Keystone/Gaetan Bally

Mit einem Bowling-Wettbewerb, einer Virtual-Reality-Gamezone und Ticket-Aktionen eröffnet die Kinobetreiberin Kitag am Donnerstag ihr neuestes Multiplex-Kino in Muri bei Bern. Für Kinogänger ist der Tag aber nicht nur ein Grund zum Feiern. Für die treuesten Kunden erhöht die Kitag dann in der ganzen Schweiz die Preise.

Inhaber der Carte Bleue, die vergünstigten Eintritt erlaubt und im ersten Jahr 30 Franken und danach 20 Franken jährlich kostet, müssen ab dem 5. April 14 statt 13 Franken pro Eintritt bezahlen – eine Preissteigerung von knapp acht Prozent.

Guter Sound kostet extra

In einem Mail an die betroffenen Kunden schreibt die Kino-Betreiberin, die Preise würden «minimal erhöht». Es sei die erste Preiserhöhung seit rund zwanzig Jahren. Ein Grund für die gestiegenen Preise wird nicht genannt. Bereits letztes Jahr hatte die Kitag die Preise ihres Kiosksortiments für diverse Produkte um 50 Rappen, 1 Franken oder mehr erhöht (20 Minuten berichtete).

Im neuen Multiplex in Muri bei Bern verrechnet Kitag zudem neu 19.50 Franken pro regulären Eintritt ohne Carte Bleue. In den meisten Kitag-Kinos betrug dieser Preis bisher 19 Franken. Die Konkurrentin Pathé verlangt ebenfalls 19.50 Franken. Für Filme, die die neue Klang-Technologie Dolby Atmos nutzen, wird im neuen Kitag-Multiplex zudem ein Zuschlag von einem Franken fällig. Andere Schweizer Kinos, die mit Dolby Atmos ausgerüstet sind, verrechnen dafür keinen Zuschlag.

Schweizweit sinken die Preise

Während die Kitag die Preise erhöht, sinken sie anderswo. Wie die Kinostatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigt, kostete ein durchschnittliches Kinobillett im letzten Jahr 15.16 Franken – etwa 2,5 Prozent weniger als noch zwei Jahre zuvor.

Die grossen Kinobetreiber versuchen, ihre Gewinne mit Effizienzsteigerungen zu retten. So sind Multiplex-Kinos am Stadtrand mit vielen Sälen, die im Vergleich zu kleinen Kinos in den Innenstädten mit relativ wenig Personal und vergleichsweise tiefen Mieten betrieben werden können, weiter auf dem Vormarsch. Im letzten Jahr war die Rekordzahl von 26,5 Prozent aller Kinoplätze in einem Multiplex-Kino zu finden, wie die BFS-Zahlen zeigen.

Multiplexe auf dem Vormarsch

So machte die Kitag Innenstadt-Kinos in Bern, Basel und Zürich dicht und eröffnete dafür neue Multiplex-Anlagen in Biel und nun in Muri bei Bern. Die Kinobetreiberin Arena Cinemas, die das nach Sälen grösste Kino der Schweiz im Zürcher Einkaufszentrum Sihlcity betreibt, will in diesem Jahr und bis 2020 zwei neue Multiplex-Kinos in Netstal GL und Basel eröffnen. Der französische Kinoriese Pathé wiederum hat eben in der Mall of Switzerland in Ebikon LU ein Multiplex-Kino eröffnet und plant in Spreitenbach AG und Riddes VS neue Kinotempel.

Ob die Branche damit den Abwärtstrend bei den verkauften Eintritten stoppen kann, bleibt offen. Im letzten Jahr zählten die Kinos 13,5 Millionen Eintritte – etwas mehr als im Jahr zuvor. Damals fand allerdings die Fussball-EM statt, die im Sommer für weniger Eintritte sorgte. Im Langzeitvergleich kennt die Zahl der Eintritte seit langem nur eine Richtung: nach unten.

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