Auf Urnersee: Kitesurfen bald gestattet - mit Einschränkungen

Aktualisiert

Auf UrnerseeKitesurfen bald gestattet - mit Einschränkungen

Der Urnersee wird noch beliebter für Kitesurfer: In einer Probephase dürfen sie 2015 auch ausserhalb der bisher erlaubten Zone ihren Sport ausüben.

von
cza
Im Urnersee herrschen ideale Bedingungen für den Kite-Sport.

Im Urnersee herrschen ideale Bedingungen für den Kite-Sport.

Bisher war Kitesurfen nur in einer begrenzten Zone auf dem Urnersee erlaubt. Mit dem Beschluss des Bundesrates zur Änderung der Binnenschifffahrts-Verordnung wird ab dem 15. Februar 2016 das Verbot für Kitesurfen ausserhalb von bewilligten Bereichen auf den Schweizer Seen aufgehoben. Nun liegt es an den Kantonen, allfällige Einschränkungen auf ihren Gewässern zu bestimmen.

Der Kanton Uri gibt den Kitesurfern damit eine Chance. Diese freuen sich - hält doch der Urnersee ideale Bedingungen für sie bereit: «Es ist der einzige Teil des Vierwaldstättersees mit thermischem Wind, der elementar für den Kitesport ist», sagt Heinz Hrovat, Leiter einer Kitesurf-Schule in Luzern. Durch die neue Rechtsgrundlage könne man das Kitesurfen weiter etablieren. Laut Hrovat mussten die Surfer bis dato mittels Motorboot in die erlaubte Kitezone auf den See fahren. Dies fällt nun weg, da die Surfer beim Gruonbach und bei Isleten in den Urnersee einsteigen können.

Ein Blick auf die Schweizerkarte zeigt: Viele Alternativen haben die Kitesurfer in der Deutschschweiz nicht. Laut Hrovat bieten nebst dem Urner- nur noch der Walen- und der Silvaplanersee im Engadin ähnliche Bedingungen. Dort sei das Kitesurfen auch in begrenzten Zonen erlaubt. Im Genfersee und im Neuenburgersee sei Kitesurfen schon jetzt überall gestattet.

Grosses Nutzungsinteresse

Bei der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees blickt man dem Probebetrieb 2015 zuversichtlich entgegen: «Es ist eine Frage der Disziplin der Kitesurfer. Wenn sie sich an die Regeln halten, sollte für alle genügend Platz auf dem See sein», so Michel Scheurer, Leiter Fahrdienst der SGV. So müssen Kitesurfer etwa 200 Meter Sicherheitsabstand zu den Kursschiffen einhalten oder insbesondere bei den Einstiegsstellen den Schiffen den Vortritt gewähren.

Trotz neuem Gesetz darf auf dem Urnersee aber nicht einfach nach Lust und Laune gesurft werden. Nebst Naturschutzgebieten wie etwa im Reussdelta dürfen die Kitesurfer auch nicht in die verschiedenen Badezonen. «Auf und am Urnersee kollidieren verschiedene Nutzungsinteressen», sagt Urs Janett von der Sicherheitsdirektion des Kantons Uri. Deswegen würde in der Probephase das Kitesurfen von Juli bis August verboten - die stark frequentierten Monate. So sollen sich die Kitesurfer und andere Seebenutzer nicht schon während der Probephase in die Quere kommen.

«Ich gehe davon aus, dass jetzt noch mehr Kitesurfer an den Urnersee kommen werden», so Janett. Sie sollen eine Chance erhalten: «Wir wollen während des Probebetriebs Erfahrungen sammeln, um allfällige Einschränkungen auch begründen zu können.»

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