Stadt Zürich: Klärbecken soll zu einer öffentlichen Badi werden
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Stadt ZürichKlärbecken soll zu einer öffentlichen Badi werden

Die umgenutzten Klärbecken des Zürcher Entsorgungsamts sollen für die Bevölkerung geöffnet werden. Das fordern zwei SVP-Gemeinderäte.

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20M
Auf dem Fischteich befindet sich ein Floss  das vielleicht schönste Sitzungszimmer Zürichs.

Auf dem Fischteich befindet sich ein Floss das vielleicht schönste Sitzungszimmer Zürichs.

Grün Stadt Zürich

Mit dem Skandal um einen Luxus-Dienstwagen und eine schwarze Kasse im Zürcher Entsorgungsamt, der den Direktor von Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ), Urs Pauli, den Job gekostet hat, sind auch vier alte Klärbecken im Werdhölzli in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Als Finanzchef von ERZ hat Pauli 2001 deren Umgestaltung beschlossen. Ihr Abbruch sei zu teuer; somit liess er einen Fischteich, einen Naturteich, einen Badeteich und den dazugehörenden Klärteich daraus machen. Neben dem Wasser: Sonnenschirme und Umkleidekabinen. Auf dem Wasser: ein Floss – Zürichs schönstes Sitzungszimmer.

Oase begeistert SVP-Gemeinderäte

Die SVP-Gemeinderäte Dubravko Sinovcic und Johann Widmer konnten die Anlage am Grünumgang Anfang September besichtigen und einen Blick auf die umgenutzten Klärbecken erhaschen, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Die beiden waren begeistert: «Der Begriff der Wellnessoase aus der Presse ist nicht zu hoch gegriffen», schreiben sie in einem Postulat. Es sei jedoch störend, dass sich eine Dienstabteilung auf Kosten der Gebührenzahler eine solche Infrastruktur leiste.

Die beiden Politiker hatten auch gleich eine Idee: Sie fordern den Stadtrat auf, zu prüfen, wie die Erholungsinfrastruktur allen städtischen Mitarbeitern für private Feste oder für Mitarbeiteranlässe zur Miete überlassen werden könnte. Auch die Möglichkeit der Nutzung der Anlage für alle Einwohner der Stadt Zürich müsse ernsthaft in Betracht gezogen werden. Die ERZ-Verantwortlichen hatten eine Öffnung der Anlage für die Öffentlichkeit aus Sicherheitsgründen verworfen.

Übernommen vom «Tages-Anzeiger», bearbeitet von 20 Minuten.

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