Aktualisiert 01.06.2010 13:27

SKSKlage gegen Cablecom

Die Stiftung für Konsumentenschutz will dagegen klagen, dass mit der neuen DigiCard von Cablecom keine TV-Sendungen aufgezeichnet werden können.

Die neue DigiCard von Cablecom hat Vor- und Nachteile. Auf der einen Seite braucht es keine Set-Top-Boxes mehr, auf der anderen Seite können vorerst aber auch keine Fernsehsendungen mehr aufgezeichnet werden, wie die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) am Dienstag bekannt gab. Cablecom habe trotz anderslautenden Beteuerungen die Karte so eingestellt, dass sämtliche Sender von dieser Sperre betroffen sind.

Das Aufnahmeverbot stelle eine «unerhörte Einschränkung der Rechte der Fernsehfreunde» dar, teilte die SKS dazu mit und kündigt Klagen gegen Cablecom an. Die Verletzung des Preisüberwachungsgesetzes will die SKS beim Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement einklagen, die Verletzung des Urheberrechtsgesetzes wird bei der zuständigen Beobachtungsstelle für technische Massnahmen (BTM) vorgetragen.

Cablecom spricht von Kopierschutz

Er könne den Cablecom-Kunden zusichern, dass sie in Zukunft auch mit der DigiCard gewisse Programme aufnehmen könnten, sagte Cablecom- Chef Eric Tveter vor den Medien in Zürich. Tveter, der nun ein Jahr im Amt ist, versprach, die Kommunikation des grössten Kabelnetzbetreibers der Schweiz zu verbessern.

Derzeit weist Cablecom bei der DigiCard lediglich darauf hin, dass diese mit dem Verschlüsselungsstandard CI& über einen «umfassenden Kopierschutz» verfüge, «der das Kopieren digitaler Inhalte auf andere Speichermedien erschwert». Dieser Kopierschutz gelte aus Softwaregründen nicht nur für gewisse, sondern für alle Sender.

Cablecom verspricht Besserung

Dass man damit überhaupt keine Sendungen mehr auf seinem Festplattenrekorder mehr aufnehmen kann, wird nicht explizit erwähnt. «Wir setzen alles daran, im September 2010 eine Software zur Verfügung stellen zu können, womit sich der Kopierschutz durch die Senderanstalten je nach Sendung steuern lässt», heisst es weiter auf der Homepage. Spätestens ab September sollen die Kunden damit wieder ab gewissen Sendern aufnehmen können, verspricht Cablecom.

CI+ sorgt derzeit vor allem in Deutschland bei Konsumentenschützern für rote Köpfe: Neben dem kompletten Verhindern von Aufnahmen lässt sich auch unterbinden, dass die Leute bei aufgenommenen Sendungen die Werbung überspringen können. Durchgedrückt haben den Standard die deutschen Privatsender RTL, VOX, ProSieben, Sat.1 und Kabeleins, die für ihre HD-Sender Geld verlangen.

(sda)

Cablecom will Mobilfunkgeschäft ausbauen

Die Cablecom will ihr Mobilfunkgeschäft ausbauen, das seit Jahren vor sich hin dümpelt. Zu diesem Zweck verhandelt die TV- Kabelnetzbetreiberin mit Swisscom, Orange und Sunrise über eine Benutzung von deren Netz als virtuelle Mobilfunkbetreiberin (MVNO).

Der Ausgang der Verhandlungen sei sehr schwierig vorherzusagen. «Ich hoffe, irgendwann dieses Jahr einen Vertrag abschliessen zu können», sagte Cablecom-Chef Eric Tveter. Er sei diesbezüglich optimistischer, nachdem die Wettbewerbskommission (Weko) die Fusion von Orange und Sunrise verboten habe.

Ein eigenes Netz zu bauen, komme für Cablecom nicht in Frage, sagte Tveter: Die Kosten seien angesichts der Geografie der Schweiz oder der strengen Strahlenschutzvorschriften nicht zu rechtfertigen.

(sda)

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