Kakao-Produkte: Klage gegen Nestlé wegen angeblicher Kinderarbeit
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Kakao-ProdukteKlage gegen Nestlé wegen angeblicher Kinderarbeit

Eine Kanzlei in den USA wirft drei Nahrungsmittel-Produzenten vor, Kinderhandel und Zwangsarbeit ihrer Lieferanten zu dulden. Nestlé wehrt sich.

von
dia
Kakao-Lieferanten an der Elfenbeinküste sollen auf Kinderarbeit setzen: Schokolade der Marke Nestlé. (16. Oktober 2014)

Kakao-Lieferanten an der Elfenbeinküste sollen auf Kinderarbeit setzen: Schokolade der Marke Nestlé. (16. Oktober 2014)

Die auf Konsumentenschutz-Sammelklagen spezialisierte US-Kanzlei Hagens Berman nimmt die Schokoladenproduzenten Nestlé, Hershey's und Mars ins Visier. Gegen die Firmen seien Sammelklagen in Kalifornien eingereicht worden, teilt die Kanzlei auf ihrer Internetseite mit.

Die drei Produzenten würden nicht offenlegen, dass ihre Kakao-Lieferanten an der Elfenbeinküste auf Kinderarbeit setzten, heisst es in der Mitteilung. Die Kanzlei wirft den Kakao-Lieferanten insbesondere Kinderhandel und Zwangsarbeit vor.

«Die Konsumenten, die an uns gelangten, sind schockiert, dass die von ihnen konsumierten Süssigkeiten einen dunklen, bitteren Produktionspreis haben», lässt sich Steve Berman von der Kanzlei in der Mitteilung zitieren.

Nestlé wehrt sich

«Kinderarbeit hat in unserer Beschaffungskette keinen Platz», schreibt Nestlé auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Das Unternehmen hält aber gleichzeitig fest, es brauche das proaktive und langfristige Handeln aller Akteure, um Kinderarbeit an der Elfenbeinküste auszurotten. Sammelklagen wie jene in Kalifornien seien dazu nicht geeignet.

«Wir ergreifen Massnahmen, Kinderarbeit stufenweise auszumerzen, indem wir jeden einzelnen Fall untersuchen und das Problem an der Wurzeln packen», schreibt Nestlé. So werde unter anderem viel Geld investiert, um die Lebensbedingungen der Kakaobauern zu verbessern. Und in der Elfenbeinküste gebe es zudem ein Überwachungssystem gegen Kinderarbeit. (dia/sda)

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