Aktualisiert 07.04.2011 12:43

3096 Tage gefangenKlagt Kampusch gegen Polizei?

Das letzte Wort im Fall Kampusch ist noch lange nicht gesprochen: Das Entführungsopfer überlegt sich nun, die Wiener Kriminalpolizei zu verklagen.

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3096 Tage befand sich Natascha Kampusch in der Gewalt ihres Peinigers Wolfgang Priklopil. Doch seit Ex-BKA-Chef Haidinger Angang 2008 vor Gericht erklärte, dass die Kripo fünf Wochen nach Kampusch' Verschwinden den Kastenwagen des Entführers im Visier hatte, aber die Spur als «bedeutungslos» bezeichnete, überlegt sich Kampusch, ob sie vor Gericht ziehen soll.

Wie das österreichische Nachrichtenportal «Heute» berichtet, könnte das Entführungsopfer eine Amtshaftungsklage einreichen. Wie ihr Anwalt Gerald Ganzger erklärte, ginge es dabei darum, eine entscheidende Frage zu klären: Wäre Kampusch das Martyrium möglicherweise erspart geblieben, hätte die Kriminalpolizei sorgfältiger gearbeitet?

Saftige Entschädigung

«Die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre, wir haben also bis Februar 2011 Zeit», erklärt Anwalt Ganzger. «Vermutlich werden wir uns zusammensetzen, sobald Frau Kampusch ihr Buch veröffentlicht hat.» Mit einer Entscheidung ist also nicht vor Herbst zu rechnen.

Anwalt Ganzger befürchtet einen jahrelangen Gutachterstreit mit der Republik Österreich. Sollte Kampusch den Prozess gewinnen, dürfte sie eine saftige Entschädigungszahlung erhalten. Über einen Betrag will er nicht reden. Experten schätzen jedoch, dass bis zu 500 000 Euro Schmerzensgeld denkbar wären.

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