Aktualisiert 06.02.2008 15:49

Klare Bestzeit für Aufdenblatten in Sestriere

Beim ersten Abfahrtstraining in Sestriere fuhr die Schweizerin Fränzi Aufdenblatten allen davon. Sie nahm der zweitklassierten Italienerin Johanna Schnarf mehr als eine Sekunde ab. Sylviane Berthod rundete mit dem dritten Platz das gute Schweizer Ergebnis ab.

Nur die italienische Super-Gleiterin Johanna Schnarf (mit Nr. 42) vermochte sich zwischen die beiden Schweizerinnen zu schieben, die sonst nur im Dezember in St. Moritz im Training ähnlich überzeugend aufgetreten waren. Aufdenblatten war dort ebenfalls Schnellste gewesen (zum zweiten Mal in ihrer Karriere) und im Rennen dann Fünfte geworden.

Neuschnee «entschärfte» die Banchetta-Nasi Piste, auf der Bruno Kernen einst Weltmeister und Olympiadritter geworden war. «Drei Viertel der Strecke konnte ich in der Hocke fahren», erklärte Aufdenfblatten, die über ihren gewaltigen Vorsprung selber überrascht war. «Ich habe mir vorgenommen, im Flachteil nicht mehr als als sechs Zehntel auf Sylviane Berthod zu verlieren», sagte Aufdenblatten, «und nun ists über eine Sekunde Vorsprung auf alle geworden. Dass ich schnell gewesen sein musste, spürte ich daran, dass ich so weit gesprungen bin wie noch nie in meinem Leben - wohl gegen 50 Meter.»

Nach den beiden Ausfällen in den Abfahrten von Cortina und St. Moritz war das Balsam auf ihre Wunden. «Ich sehe diese Ausfälle positiv», meinte Aufdenfblatten, «ich bin auf der Suche nach dem Limit und befinde mich mitten in diesem Prozess. Mir ist es lieber, dreimal auszufallen und dann vielleicht zweimal aufs Podest zu fahren als weitere Top-Ten-Klassierungen. Solche habe ich zur Genüge.»

Auch für Sylviane Berthod bedeutete dieses Trainingsergebnis ein Aufsteller, nachdem sie bisher in diesem Winter noch nicht unter die ersten 20 gekommen war. «Schon in St. Moritz war ich Dritte», meinte Berthod, «und konnte das dann im Rennen nicht umsetzen». Die Walliserin, die im Sommer am Rücken operiert worden war, hat diese Piste vom Weltcup-Finale 2004 in guter Erinnerung, als sie hinter Renate Götschl Zweite geworden war. Fränzi Aufdenblatten belegte damals den 6. und Nadia Styger den 8. Rang (und feierte danach im Super-G ihren ersten Weltcupsieg).

Styger (41.) war wie zahlreiche andere Fahrerinnen (u.a. Mancuso, Vonn, Götschl) Opfer des unregelmässigen Windes im oberen Streckenteil und kassierte fast vier Sekunden Rückstand. Dafür gelangen Dominique Gisin und Martina Schild ansprechende Fahrten, mit denen sie sich ebenfalls noch im ersten Dutzend klassierten. Lara Gut bestreitet nur den Super-G vom Sonntag.

Weltcup in Sestriere,

1. Abfahrtstraining:

1. Fränzi Aufdenblatten (Sz) 1:44,60.

2. Johanna Schnarf (It) 1,15 zurück.

3. Sylviane Berthod (Sz) 1,20.

4. Anja Pärson (Sd) 1,27.

5. Carolina Ruiz Castillo (Sp) 1,37.

6. Andrea Fischbacher (Ö) 1,68.

7. Emily Brydon (Ka) und Elisabeth Görgl (Ö) je 1,72.

9. Kathrin Wilhelm (Ö) 1,79.

10. Elena Fanchini (It) 1,89.

11. Dominique Gisin (Sz) 1,92.

12. Martina Schild (Sz) 1,97.

Ferner: 14. Nicole Hosp (Ö) 2,00. 27. Renate Götschl (Ö) 2,79. 28. Monika Dumermuth (Sz) 3,03. 31. Catherine Borghi (Sz) 3,20. 35. Julia Mancuso (USA) 3,47. 37. Tina Maze (Sln, Siegerin von St. Moritz) 3,48. 41. Nadia Styger (Sz) 3,76. 42. Lindsey Vonn (USA) 3,94. 45. Fabienne Suter (Sz) 4,29. 47. Maria Riesch (De) 4,58. 52. Carmen Casanova (Sz) 5,39.

57 Fahrerinnen im Training.

(si/mon)

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