Kampf um Rettungsflüge: Rega darf im Wallis nicht fliegen – «Einheimische» behalten die Lufthoheit

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Kampf um RettungsflügeRega darf im Wallis nicht fliegen – «Einheimische» behalten die Lufthoheit

Lange Zeit haben Mitglieder der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation (KWRO) über den Einsatz von Rega-Helikoptern diskutiert. Die Rega wird nun verbannt und es fliegen nur lokale Helikopter zur Bergrettung.

von
Zoé Stoller
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Im Kanton Wallis sollen ausschliesslich die Air Zermatt und die Air-Glaciers Bergrettungen ausführen.

Im Kanton Wallis sollen ausschliesslich die Air Zermatt und die Air-Glaciers Bergrettungen ausführen.

20min/Taddeo Cerletti
Die Rega soll nun nicht eingesetzt werden.

Die Rega soll nun nicht eingesetzt werden.

Tamedia AG
Der Präsident der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation, Fritz Anthamatten, begründet den Entscheid mit dem grösseren administrativen Aufwand, wenn die Rega eingesetzt würde.

Der Präsident der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation, Fritz Anthamatten, begründet den Entscheid mit dem grösseren administrativen Aufwand, wenn die Rega eingesetzt würde.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

Lange wurde im Wallis darüber debattiert, ob neben Air Zermatt und Air-Glaciers auch die Rega für die Bergrettung eingesetzt werden sollte. Nun hat Fritz Anthamatten, Präsident der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation (KWRO), das Resultat der Diskussionen verkündet. 

«Die Air Zermatt und Air-Glaciers erhalten den Zuschlag», so Anthamatten. Das Mandat trete per 1. Mai 2023 in Kraft. Der Verwaltungsrat sei einstimmig der Meinung, dass man mit den beiden lokalen Rettungsunternehmen das Wallis ausreichend abdecken könne. Von der Rega hätte lediglich ein Helikopter eingesetzt werden können, der in der Kantonshauptstadt Sitten stationiert gewesen wäre. «Wäre die Rega berücksichtigt worden, hätte man für das Unterwallis dennoch die Air-Glaciers beauftragen müssen. Mit einer Maschine wäre es nicht möglich gewesen, das Unterwallis abzudecken», sagt Anthamatten. Nun stehen im Wallis insgesamt zehn Helikopter für Einsätze zur Verfügung.

Höheres Erfahrungsniveau

Anthamatten begründet den Entscheid wie folgt: «Man hat sich überlegt, ob es einen Mehrwert für den Patienten hat, wenn man ein weiteres Unternehmen hinzuzieht.» Der Verwaltungsrat sei jedoch zum Schluss gekommen, dass es nur mehr administrative Arbeit erfordert hätte, wenn die Rega eingesetzt worden wäre. Die beiden Helikopterunternehmen erhielten ein Einsatzvolumen, mit dem man das Sicherheitsniveau garantieren könne.

Es sei naheliegend, dass die Bergrettung immer ein gewisses Sicherheitsrisiko darstelle. «Dieses Sicherheitsrisiko kann begrenzt werden, indem man ein hohes Erfahrungsniveau ausweist», so der Präsident des KWRO. Wenn die Rettungscrews demnach viele Einsätze machten, würden diese über eine grosse Erfahrung verfügen, «was sich auf die Sicherheit des Patienten auswirkt. Das war für uns ein zentrales Element.» Hätte man sich für eine Aufteilung zwischen der Air Zermatt und der Rega im Oberwallis entschieden, hätten sich die Einsätze halbiert. «Das hätte mit sich einen verminderten Erfahrungsgewinn gebracht, was letztlich nicht im Interesse des Patienten ist», sagt Anthamatten.

Air Zermatt und Air-Glaciers zufrieden

«Keine andere Region der Schweiz hat eine derart dichte Abdeckung an Helikoptern, wie das Wallis. Deshalb braucht es hier keine zusätzlichen Helikopter – auch nicht in Sion», schreibt Philipp Perren, Verwaltungsratspräsident der Air Zermatt AG und Air-Glaciers SA in einer Medienmitteilung. «Der Entscheid der KWRO ist für uns ein klares Zeichen, dass wir in den letzten Jahrzehnten den richtigen Weg gegangen sind.» Dank diesem Entscheid dürfe das Wallis weiterhin auf die hochstehende Qualität des Rettungsdiensts der beiden Flugunternehmen sowie auf die «grosse Erfahrung und das Know-how unserer Piloten» zählen, wie Perren schreibt. 

So reagiert die Rega

Mathias Gehrig, Mediensprecher, bei der Rega sagt auf Anfrage: «Die Rega hat den heutigen Entscheid des Vereins Kantonale Walliser Rettungsorganisation KWRO zur Vergabe der Luftrettung im Kanton Wallis zur Kenntnis genommen.» Auf das bestehende Basendispositiv der Rega mit einer Einsatzbasis in Sion habe der Entscheid der KWRO keinen Einfluss.  «Losgelöst von diesem Entscheid wird sich die Rega auch weiterhin konsequent dafür einsetzen, dass Patientinnen und Patienten im Zentrum ihres Handelns stehen, da Luftrettung keine Kantonsgrenzen kennt», so Gehrig. 

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