Ausgefallene Architektur: Kleeblatt-Haus könnte doch gebaut werden
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Ausgefallene ArchitekturKleeblatt-Haus könnte doch gebaut werden

Die von der Stadt Zürich 2006 gestoppte Planung für das Kleeblatt-Hochhaus beim Escher-Wyss-Platz wird wieder aufgenommen. Architekt Theo Hotz hat den Weg dazu freigemacht, indem er das Urheberrecht am Projekt abtritt.

Der Planungsstopp war nach einer Verfügung des Verwaltungsgerichts erfolgt. Gemäss dieser hatte der Stadtrat einen Projektierungsauftrag unkorrekt vergeben.

Voraussichtlich nach den Herbstferien wird der Stadtrat dem Gemeindeparlament einen aktualisierten Projektierungskredit von rund 13 Millionen Franken vorlegen, wie Hochbauamt-Direktor Peter Ess auf Anfrage sagte.

Ess bestätigte am Freitag Berichte der «Limmattaler-Zeitung» und der «Zürcher Landzeitung», wonach die Stadt mit Hotz die Abtretung der Urheberrechte am Projekt vertraglich geregelt hat.

Für Hotz ein «Schlüsselprojekt»

Hotz betrachte das Kleeblatt-Hochhaus als eines seiner «Schlüsselprojekte» und hoffe deshalb, dass es - auch ohne seine weitere Beteiligung - in seinem Sinne realisiert werde, sagte Ess.

Gezahlt habe die Stadt nichts für die Urheberrechts-Abtretung, da die Stadt bereits mit dem Vorprojekt die Nutzungsrechte erworben habe. Die Vereinbarung sei aber notwendig gewesen, um in der Urheberrechtsfrage nicht rechtlichen Interpretationsspielraum offen zu lassen.

Der Stadtrat hatte im November 2005 beschlossen, auf dem Areal des Tramdepots Hard eine Hochhaus-Überbauung mit 200 Wohnungen zu erstellen. Er griff ein Projekt von Theo Hotz auf, das 1992 sistiert worden war. Zur Ausarbeitung einer Projektstudie beauftragte er wieder das Planungs- und Architekturbüro von Hotz.

Der Stadtrat hätte aber gemäss Verwaltungsgericht für die Projektstudie ein Submissionsverfahren durchführen müssen. Das Gericht hiess eine Beschwerde eines Architekturbüros gut. Bei der Projektierung habe es sich um neue Aufträge gehandelt und nicht um die Wiederaufnahme des bisherigen Vorhabens.

Kritik am Vorgehen des Stadtrates kam auch aus dem Gemeinderat. Gemäss der Rechnungsprüfungskommission hätte die Projektierung schon 2003 dem Parlament vorgelegt werden müssen und nicht erst 2005. Es sei damals eine unsachgemässe Kostenaufteilung von gebundenen und neuen Ausgaben vorgenommen worden.

Planungsteam suchen

Ess hofft, dass der Gemeinderat bis zu den Sportferien 2009 den aktualisierten Projektierungskredit genehmigt. Dann werde es eine Ausschreibung geben, um ein neues Planungsteam zu finden. Dieses werde dann voraussichtlich für die Projektierung etwa ein Jahr benötigen. Parallel dazu werde sich der Gemeinderat mit dem Gestaltungsplan befassen.

Das kleeblattförmige Hochhaus mit einer Höhe von 90 Metern wird etwa 200 Millionen Franken kosten. Die Wohnüberbauung soll über einem Neubau des Tramdepots zu stehen kommen. (sda)

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