Aktualisiert 17.07.2018 21:45

Burberry

Kleider im Wert von 32 Mio Euro landen im Müll

Der Kleiderhersteller Burberry wirft nicht verkaufte Ware weg. Warum Rabatte für Luxuslabels nicht in Frage kommen.

von
woz
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Lieber wegwerfen statt Rabatte: Der Flaggschiff-Laden von Burberry in London.

Lieber wegwerfen statt Rabatte: Der Flaggschiff-Laden von Burberry in London.

epa/Andy Rain
«Wenn sie bei Luxusgütern die Illusion von Prestige zerstören, den Traum, die Preise, zerstören sie das Vertrauen. Das ist der langsame Tod», sagte einst Jean-Claude Biver, Chef der Uhrensparte des Luxuskonzerns LVMH, zu Reuters.

«Wenn sie bei Luxusgütern die Illusion von Prestige zerstören, den Traum, die Preise, zerstören sie das Vertrauen. Das ist der langsame Tod», sagte einst Jean-Claude Biver, Chef der Uhrensparte des Luxuskonzerns LVMH, zu Reuters.

Keystone/Georgios Kefalas
Burberry verkauft bald eine Kollektion von Star-Designer Riccardo Tisci.

Burberry verkauft bald eine Kollektion von Star-Designer Riccardo Tisci.

AP/Francois Mori

Im letzten Geschäftsjahr hat der britische Luxus-Bekleidungshersteller Burberry Waren im Wert von über 32 Millionen Euro (28,6 Millionen Pfund) vernichtet. Ein Jahr zuvor wurden Artikel im Wert von 26,9 Millionen Pfund weggeworfen.

«Es fällt uns nicht leicht, Ware zu zerstören», zitiert der «Spiegel» den Aufsichtsratvorsitzenden John Peace. Und trotzdem hält der Konzern an der Strategie fest. Wegwerfen sei immer noch besser als Rabatte. Denn: Preisreduktionen beschädigten Marke und Marge.

«Der langsame Tod»

So ist Burberry nicht die einzige Luxusmarke, die Waren vernichtet. «Wenn sie bei Luxusgütern die Illusion von Prestige zerstören, den Traum, die Preise, zerstören sie das Vertrauen. Das ist der langsame Tod», sagte einst Jean-Claude Biver, Chef der Uhrensparte des Luxuskonzerns LVMH, zu Reuters.

Burberry hat vor der Einführung der ersten Kollektion von Star-Designer Riccardo Tisci den Umsatz gesteigert. Die bereinigten Erlöse legten im ersten Quartal des Geschäftsjahres (bis Ende Juni) um drei Prozent zu, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Tisci, der zuvor bei Givency gearbeitet hat, bringt seine erste Kollektion im September auf den Markt.

Regenmäntel besonders beliebt

Der Einzelhandelsumsatz lag mit 479 Millionen Pfund (gut 540 Millionen Euro) in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Gut lief das Geschäft mit Regenmänteln oder Handtaschen in Amerika und in China. Dagegen gingen die Einnahmen in Europa angesichts einer geringeren Nachfrage von Touristen zurück.

Burberry-Chef Marco Gobbetti will das Unternehmen, das für seine Karo-Muster bekannt ist, stärker im Luxus-Segment positionieren. Dafür nimmt er auch ein geringes Wachstum bei Umsatz und Gewinn in Kauf. (woz/sda)

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