Aktualisiert 25.06.2009 15:58

Wegen CO2Kleine Fische kriegen grosse Ohren

Der Klimawandel könnte kleinen Fischen grosse Ohren wachsen lassen: Ein erhöhter Kohlendioxidgehalt im Wasser scheint nämlich das Wachstum der Gehörknochen von jungen Fischen zu verstärken.

Der zunehmende CO2-Gehalt in der Atmosphäre und damit auch im Meerwasser könnte auf Dauer den Körperbau von Fischen verändern.

Die Forscher haben Eier und Larven von weissen Seebarschen unter verschiedenen Kohlendioxidgehalten im Wasser aufgezogen und die Grösse ihrer Gehörknochen mit Rasterelektronenmikroskopen gemessen. Aus früheren Studien ist bekannt, dass ein erhöhter CO2-Gehalt das Wachstum von Meeresorganismen bremsen kann, weil durch die Übersäuerung des Meeres durch das CO2 weniger Kalziumkarbonat zur Verfügung steht. Dieses wird von vielen Meeresorganismen für den Aufbau von Knochen oder Schalen gebraucht.

Überraschte Forscher

Die Ergebnisse waren in diesem Fall jedoch entgegen den Erwartungen der Forscher: Bei erhöhten CO2-Konzentrationen bildeten sich deutlich grössere Gehörknochen als bei CO2-Werten, wie sie normalerweise im Meerwasser gefunden werden. Die Fische waren insgesamt nicht grösser, nur ihre Ohrknochen wuchsen deutlich stärker. Über die genauen Mechanismen dahinter können die Forscher um Checkley bisher allerdings nur Vermutungen anstellen.

Auch über die Auswirkungen des Effekts können die Forscher zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen. Sie vermuten jedoch, dass die Folgen für die Fische schädlich sein könnten. Alles was anomal ist, hat das Potenzial, negative Effekte auszulösen, sagt Checkley. Aus irgendeinem Grund hätten sich die Ohren der Fische schliesslich so entwickelt, wie sie eben sind, sagt er. Es ist durchaus denkbar, dass eine Vergrösserung der Gehörknochen sich auf die Orientierung der Fische auswirkt, denn sie dienen den Tieren genauso als Gleichgewichts- wie als Hörorgan. Die Mechanismen müssten auf jeden Fall genauer untersucht werden, sagen die Wissenschaftler, insbesondere wegen der steigenden CO2-Werte in der Atmosphäre, die auch zu erhöhten CO2-Werten in den Ozeanen führen.

Stefanie Strauch, wissenschaft.de

Forschung um David Checkley von der Universität Kalifornien in San Diego publiziert im Fachmagazin «Science» (doi:10.1126/science.1169806).

Forschung um David Checkley von der Universität Kalifornien in San Diego publiziert im Fachmagazin «Science» (doi:10.1126/science.1169806).

Forschung um David Checkley von der Universität Kalifornien in San Diego publiziert im Fachmagazin «Science» (doi:10.1126/science.1169806).

Forschung um David Checkley von der Universität Kalifornien in San Diego publiziert im Fachmagazin «Science» (doi:10.1126/science.1169806).

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