Flühli-Sörenberg: Kleine Gemeinde setzt voll auf LED-Beleuchtung
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Flühli-SörenbergKleine Gemeinde setzt voll auf LED-Beleuchtung

Als erste Luzerner Gemeinde hat Flühli komplett auf energiesparende LED-Strassenbeleuchtung umgestellt. Dennoch soll die Lichtverschmutzung nicht ansteigen.

von
gwa
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Als erste Luzerner Gemeinde hat Flühli die Strassenbeleuchtung komplett auf LED-Lampen umgestellt.

Als erste Luzerner Gemeinde hat Flühli die Strassenbeleuchtung komplett auf LED-Lampen umgestellt.

Philipp Schmidli
Die Lampen benötigen weniger Strom und sind auch im Unterhalt günstiger.

Die Lampen benötigen weniger Strom und sind auch im Unterhalt günstiger.

Philipp Schmidli
Ein weiterer Vorteil: Die Lampen können je nach Tageszeit gedimmt werden, um Lichtverschmutzung zu vermindern.

Ein weiterer Vorteil: Die Lampen können je nach Tageszeit gedimmt werden, um Lichtverschmutzung zu vermindern.

Philipp Schmidli

«Flühli-Sörenberg hat komplett auf die LED-Technologie umgerüstet», teilte die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) am Montag mit. Weil die bisherigen Lampen veraltet waren, habe die Gemeinde die 164 Strassenlampen ersetzen müssen. Nach einer gemeinsamen Analyse mit der CKW habe sich der Gemeinderat für eine «nachhaltige, zukunftsorientierte Lösung entschieden.»

Dank der Umrüstung auf LED-Lampen spart die Gemeinde 33'600 Kilowattstunden Strom jährlich. Dies entspricht dem jährlichen durchschnittlichen Verbrauch von sieben Haushalten. Die Energiekosten werden so um 5200 Franken gesenkt. «Als Energiestadt wollen wir eine nachhaltige Energiepolitik vorleben und umsetzen», sagt Gemeindeamman Hans Lipp.

Weitere Gemeinden sollen folgen

«Da die Lampen weniger anfällig sind, ist auch der Unterhalt günstiger», sagt Marcel Schmid, Sprecher bei der CKW. So kann die Gemeinde jährlich zusätzlich 1500 Fr. für den Unterhalt einsparen. Gekostet hat die ganze Umstellung rund 100'000 Franken. Es hätte aber sowieso Handlungsbedarf bestanden: «Ein Ersatz mit älterer Technologie wäre zwar billiger gewesen. Über die Jahre hinweg wird dank den Einsparungen aber die LED-Technologie günstiger sein», so Schmid Je nach Beleuchtungssituation könnten mit LEDs bis zu 50 Prozent der Energiekosten gespart werden.

Auch andere Gemeinden handelten: «Meggen beispielsweise ist mit dem Ersatz schon weit fortgeschritten, aber noch nicht ganz flächendeckend», so Schmid. Auch bei der Mall of Switzerland setze man auf LED-Technik. Dass noch nicht mehr Gemeinden ausschliesslich solche Lampen verwenden liege daran, dass die Natriumdampflampen oft erst ersetzt würden, wenn sich ihre Betriebsdauer dem Ende zuneige.

«Die Umstellung wird sich auch positiv auf die Lichtverschmutzung auswirken», so der CKW-Sprecher weiter. Die eingesetzten warmweissen LED-Leuchten könne man programmieren und je nach Bedarf zu bestimmten Zeiten dimmen: «In der Stadt und der Agglomeration dürfte das generell später in der Nacht sein als in einer Landgemeinde.» Mit situativen Programmierungen würde sich die Verschmutzung jedoch reduzieren. Zudem könne man das Licht präziser ausrichten, wodurch die Verschmutzung zusätzlich vermindert werde.

LEDs prädestiniert für intelligente Beleuchtung

Es gibt aber auch Kritik an der Technologie allgemein: «Der Fluch der LED-Lampen ist deren Farbtemperatur», sagt Geschäftsstellenleiter Rolf Schatz vom Verein Dark Sky Switzerland, der sich gegen Lichtverschmutzung einsetzt. Er wünscht sich, dass überall wie in Flühli warmweisses Licht eingesetzt wird. Denn dieses werde im Gegensatz zu kaltweissem als angenehm wahrgenommen.

Bei höheren Farbtemperaturen spreche man von Kaltweiss: «Damit wird Tageslicht nachgeahmt, was für die Augen unangenehm ist.» Es sei auch für nachtaktive Tiere ein Problem: «Solche Lampen sind Insektenfallen», so Schatz.

«Je höher die Farbtemperatur ist, desto effizienter wird die Leuchte», so Schatz. Aber: «Die LEDs sind prädestiniert für intelligente Beleuchtungen. Das sind Lampen, die je nach Verkehrsaufkommen heller leuchten», sagt Schatz. Würden die Lampen bei tiefem Verkehrsaufkommen gedimmt, sind sie auch laut ihm ein grosser Fortschritt.

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