Mutationen: Swissmedic will modifizierte Impfstoffe rasch zulassen

MutationenSwissmedic will modifizierte Impfstoffe rasch zulassen

Der Winter neigt sich dem Ende zu, die Corona-Pandemie dauert noch an. Hier erfährst du die neusten Entwicklungen im Ticker.

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Swissmedic will modifizierte Impfstoffe von bereits zugelassenen Herstellern rasch der Bevölkerung zugänglich machen.

Swissmedic will modifizierte Impfstoffe von bereits zugelassenen Herstellern rasch der Bevölkerung zugänglich machen.

Foto: 20min/Taddeo Cerletti
4. März
4. März

Der Kanton Zürich erlaubt 151 Kantinen wieder zu öffnen.

20 Min/Sofie Erhardt
4. März
4. März

Das BAG hat in der Impfstatistik der Kantone mehrere Kinder erfasst, obwohl es noch gar keine für Kinder zugelassenen Impfstoffe gibt. Laut der betroffenen Kantone handelt es sich um eine Datenpanne, bei der Personen mit dem Jahrgang 1920 und älter als 2020er-Jahrgänge erfasst wurden.

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Freitag, 05.03.2021

Modifizierte Impfstoffe

Die Zulassungsbehörde für Arzneimittel Swissmedic will modifizierte Impfstoffe rasch der Bevölkerung zugänglich machen. Das bedeutet konkret: Bereits zugelassene Impfstoffe, die verändert werden, um gegen die neuen Mutationen wirksam zu sein, müssen nicht nochmals durch die «langwierigen klinischen Studien gehen», so Swissmedic.

Das hat Swissmedic gemeinsam mit den Arzneimittelbehörden von Australien, Kanada, Grossbritannien und Singapur entschieden. Damit soll sichergestellt werden, dass die abgeänderten Impfungen möglichst schnell der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Trotzdem müssen die Impfstoff-Hersteller robuste Nachweise vorbringen, «dass der modifizierte Impfstoff sicher ist und der erwarteten Qualität genügt», schreibt Swissmedic.

Donnerstag, 04.03.2021

Kanton Zürich: 151 Kantinen dürfen öffnen

Restaurant- und Kantinenbetreiber können seit gestern Mittwoch (3. März) Gesuche zur Öffnung ihrer Betriebe beantragen, um Berufstätige, die im Aussenbereich arbeiten, zu bewirten. Dazu gehören unter anderem Handwerker sowie Arbeitnehmer aus dem Baugewerbe und dem Strassenbau. Wie der Kanton mitteilt, seien innerhalb von 24 Stunden sämtliche Gesuche bearbeitet wurden. 151 davon wurden bewilligt.

Den Betrieben wurde der Entscheid bis heute Mittag 12 Uhr mitgeteilt. Auf der Webseite des Amts für Wirtschaft und Arbeit sind sämtliche geöffneten Betriebe aufgelistet. Die Öffnungszeiten sind auf werktags 11 bis 14 Uhr beschränkt. Zudem muss ein Schutzkonzept vorliegen.

Novartis-Zusammenarbeit mit Curevac

Novartis hat mit Curevac eine Vereinbarung zur Herstellung des Covid-19-Impfstoffs unterzeichnet. Das geht aus einer Medienmitteilung hervor. Man beabsichtigt die Produktion von bis zu 50 Millionen Dosen bis Ende 2021 und bis zu rund 200 Millionen Dosen 2022 am Standort von Novartis in Kundl, Österreich.

Dr. Florian von der Mülbe, Chief Production Officer bei Curevac, sagte: «Ich freue mich sehr, dass wir mit Novartis einen weiteren sehr erfahrenen Experten für die Produktion unseres Impfstoffkandidaten gewinnen konnten. Gemeinsam mit unserem neuen Partner können wir unsere Produktionskapazitäten deutlich erhöhen und unser Fertigungsnetzwerk auf eine noch breitere Basis stellen.»

Steffen Lang, Global Head of Novartis Technical Operations and member of Executive Committee Novartis, ergänzte: «Wir sehen uns in der Verantwortung, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um zu helfen. Wir freuen uns, heute die Zusammenarbeit mit Curevac bekannt geben zu können.»

Impfdaten werden vom BAG falsch erfasst

Das BAG veröffentlicht detailliertere Impfstatistiken der Kantone, die teils auch das Alter der geimpften Personen erfassen. Die meisten davon sind Personen über 70 Jahren. Sind die Personen eher jünger ist davon auszugehen, dass sie zum Gesundheitspersonal gehören, die sich auch vorrangig impfen lassen konnten.

Bei mehreren Kantonen zeigt sich aber laut «Blick», dass auch Kinder geimpft wurden. Darunter Bern, Waadt, Solothurn, Graubünden und vier weitere Kantone. Für Kinder gibt es aber noch gar keine zugelassene Impfung. Auf Anfrage heisst es bei den Kantonen, dass es sich um einen Fehler bei der Datenerfassung handle.

Demnach seien Personen mit dem Jahrgang 1920 und älter als Jahrgang 2020 in der Statistik übernommen worden. Dies solle demnächst bereinigt werden.

Eine solche Datenpanne ist keine Seltenheit beim BAG. Öfters gibt es technische Probleme bei der Übertragung der aktuellen Fallzahlen, Daten werden nicht sauber erfasst und im April 2020 wurde eine an Corona Verstorbene 109-jährige Frau in der Todesfall-Statistik als 9-jähriges Kind aufgeführt.

Bundesrat hat Bevölkerung auf seiner Seite

Die bürgerlichen Parteien wollen, dass der Bundesrat Restaurants und Freizeitbetriebe früher öffnet als vorgesehen - und zwar am 22. März, wie der Nationalrat gestern in einer Erklärung verlangte. Wie mehrere repräsentative Umfragen zeigen, machen sie damit die Rechnung ohne die Bevölkerung, wie die Zeitungen der Tamedia-Gruppe berichten. Diese vertritt nämlich mehrheitlich die zurückhaltendere Linie des Bundesrats, wie etwa Politgeograf Michael Hermann beobachtet.

Die Bevölkerung sei sehr gut informiert und entsprechend differenziert beurteile sie die Massnahmen, sagt er. Bisher sprach sich in Umfragen eine Mehrheit gegen die Schliessung von Läden, aber für eine solche von Restaurants aus - weil man sich dort länger aufhält, näher beieinandersitzt und keine Maske trägt. «Die Bevölkerung hat im Herbst beobachten können, was geschieht, wenn man sich nicht genug schützt», erklärt Hermann.

Mittwoch, 03.03.2021

FDP-Ständerat hat Corona

FDP-Ständerat Josef Dittli fordert, dass alle Menschen in der Schweiz alle 14 Tage einen - freiwilligen - Corona-Test machen dürfen. Doch als er sich selber beim Massentest der Frühlingssession testen liess, war die Überraschung gross - Dittlis Test war positiv.

Erst am Montag habe er einen Test gemacht, erzählt er dem «Blick». Dieser sei negativ ausgefallen. Nun müsse er aufgrund des Resultats vom Mittwoch bis am 13. März in Isolation. «Dabei habe ich keinerlei Symptome», sagt er.

Dittli hat auch gleich einen Code für die Swisscovid-App bestellt und eingegeben, um so jene zu warnen, mit denen er in den letzten Tagen engeren Kontakt gehabt hat. Dazu gehört etwa sein Sitznachbar im Ständerat, Ruedi Noser, der bereits eine Warnmeldung der Swisscovid-App erhalten hat.

Für Dittli ist das positive Test-Resultat eine gute Sache, wie er selber dem «Blick» sagt. «Ich bin der Beweis dafür, dass das System funktioniert. Meine Forderung nach regelmässigen Massentests wird bestätigt. Grotesk ist nur, dass in der Frühlingssession ausgerechnet ich der erste bin, den es erwischt.»

Detailhändler wollen Schnelltests anbieten

In Deutschland sind ab nächster Woche Corona-Schnelltests im Handel erhältlich. So sollen sich die Menschen zu Hause auf Covid-19 testen können. Bekannte Detailhändler wie Aldi oder Lidl haben die Tests bereits auf Lager. «Blick» hat bei den Vertretern in der Schweiz nachgefragt. Und obwohl per Gesetz aktuell keine Corona-Schnelltests für den Privatgebrauch anbietbar sind, heisst es etwa bei Aldi Schweiz: «Wir hätten grosses Interesse, die Schweiz mit zuverlässigen und günstigen Tests für den Heimgebrauch zu versorgen.» Ähnliche Antworten hat die Zeitung auch von Lidl oder Coop erhalten.

Moderna-Mitarbeiter werden geimpft

Mitarbeiter, die an der Produktion des Moderna-Impfstoffs beteiligt sind, werden gleich selber auf dem Werkhof geimpft und zwar prioritär. Diese Vorzugsbehandlung hat seinen Grund.

Im Schweizer Lonza-Werk des US-Pharma-Unternehmens in Visp will man so die Stabilität der Herstellung absichern. «Es geht darum, Fehlzeiten oder gar Unterbrechungen der Produktion durch mögliche hausinterne Covid-19-Infektionen zu verhindern», sagt Mathias Forny, Mediensprecher bei Lonza zum «Walliser Boten».

Die letztlich sehr geringen Kontingente an Impfdosen werden den Mitarbeitenden bei Lonza direkt von Moderna zur Verfügung gestellt. «Auf die von der Schweiz bestellten Lieferungen sowie den aktuellen nationalen Impfplan wird das keine Auswirkungen haben», sagt Forny. Die Impfteilnahme ist freiwillig.

Maurer plante noch langsamere Öffnung

Wie die Zeitungen der Tamedia berichten, plädierte Ueli Maurer bundesratsintern für eine noch langsamere Öffnung als sein Ratskollege Alain Berset. Anfang Februar hatte der SVP-Finanzminister demnach sein Departement beauftragt, einen Plan auszuarbeiten. Wäre es nach dem Papier gegangen, hätten Museen, Zoos und Aussen- und Freizeitanlagen erst am 15. März öffnen dürfen. Auch für mögliche Restaurant-Öffnungen wurde ein späterer Termin genannt: der 19. April.

Die Meldung überrascht: Bisher hatte Ueli Maurer immer als Öffnungsturbo gegolten. Seine Partei, die SVP, fordert bereits seit Wochen raschere Öffnungen.

Dienstag, 02.03.2021

Betriebskantinen

Neu ist es den Kantonen möglich, Restaurants als Betriebskantinen öffnen zu lassen. Das ist eine Massnahme des Bundes und vor allem zur Unterstützung von Handwerkern und anderen Berufstätigen im Ausseneinsatz gedacht, die nicht zuhause oder in eigenen Betriebskantinen essen können.

Die Kantone Zürich (ab 3. März), Thurgau, Uri und St. Gallen haben die neue Praxis bereits umgesetzt. Es gelten überall strenge Richtlinien, so dürfen die Restaurants beispielsweise nur zwischen 11 und 14 Uhr aufmachen. Es ist zudem eine vorherige Registrierung nötig.

Gratis-Tests für alle

Alle Schweizerinnen und Schweizer sollen sich mindestens alle zwei Wochen gratis auf das Coronavirus testen lassen können. Das verlangt die ständerätliche Gesundheitskommission vom Bundesrat. Die freiwilligen Tests sollen vorerst bis Ende Juni möglich sein, so die Forderung. FDP-Ständerat Josef Dittli (63) möchte die Testmöglichkeiten auf Flughäfen, Bahnhöfe oder zu Hause ausweiten. Dabei sollten die einfacheren Spucktests möglich sein: «Es muss weniger kompliziert getestet werden, das kommt uns unter dem Strich günstiger», sagt Dittli im «Blick».

Der Bund übernimmt zurzeit die Test- und Laborkosten bei wiederholten Tests in Altersheimen oder Schulen. Bei Unternehmen hingegen kommen nur solche «mit erhöhtem Übertragungsrisiko» zum Zug, wie zum Beispiel in Kitas.

Montag, 01.03.2021

Grüne lancieren Appell für Wissenschafts-Freiheit

Die Grüne Partei Schweiz hat auf ihrer Website einen Appell aufgeschaltet. Er will sich für die Wissenschafts-Freiheit stark machen. Diese sehen die Grünen gefährdet, nachdem die Wissenschaftskommission des Nationalrats sich dafür ausgesprochen hat, dass nur noch Bundesrat und Parlament über die Corona-Pandemie informieren dürfen. Das sorgte in Wissenschaft und Politik für scharfe Kritik.

Die Grünen schreiben in ihrem Appell: «Die gesellschaftliche und politische Diskussion zum Umgang mit Covid-19 muss auf unabhängigen, wissenschaftlichen Informationen beruhen. Die Öffentlichkeit hat ein Recht, sich frei von politischer Einflussnahme zu informieren und sich eine Meinung zu bilden

Der Appell kann von allen, die die Meinung der Grünen teilen, unterschrieben werden.

Nidwalden schliesst Impfaktion ab – und wartet auf weitere Dosen

Der Kanton Nidwalden hat die Impfaktion in den Alters- und Pflegeheimen abgeschlossen. In diesen Einrichtungen haben alle impfwilligen Personen mittlerweile die zweite Dosis des Impfstoffs erhalten. 80 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner in Alters- und Pflegeheimen sind geimpft. Insgesamt wurden in Nidwalden rund 6100 Impfdosen verabreicht. Das geht aus einer Mitteilung des Gesundheitsamts hervor.

Nun ist Nidwalden für den Moment ausgeschossen, was Impfstoff anbelangt. Deshalb kann Nidwalden für den Moment keine weiteren Impftermine abmachen. Der Kantonsarzt bittet um Geduld: «Die Durchimpfung der Bevölkerung steht und fällt mit der Verfügbarkeit der Impfstoffe. Auf diese haben wir als Kanton leider keinen Einfluss», erklärt Kantonsarzt Peter Gürber.

Schweizer Detailhandel verliert im Januar 4,9 Prozent

Der zweite Shutdown hat dem Schweizer Detailhandel Schaden zugefügt. Gegenüber Dezember 2020 ging der Umsatz des Schweizer Detailhandels nominal um 4,9 Prozent zurück. Gegenüber Januar 2020 lagen die Umsätze nominal 0,9 Prozent tiefer.

Nicht alle Branchen wurden vom Shutdown gleichermassen getroffen. So nahm der Umsatz mit Lebensmitteln um 13,7 Prozent zu, während der Nicht-Nahrungsmittelsektor um 10,4 Prozent zurückging. Besonders Federn lassen mussten Produkte wie Kleider, Produkte aus Apotheken und Luxusgüter wie Uhren oder Schmuck: Ihr Umsatz ging um 19,2 Prozent zurück. Auch der Handel mit Büchern, Sportartikeln und Spielzeug ging um 14,6 Prozent zurück. Dafür legte der Umsatz mit elektronischen Geräten um 32,3 Prozent zu und der Onlinehandel verzeichnete ein Plus von 21,8 Prozent.

Sonntag, 28.02.2021

Schweigeminute am Freitag

Bundespräsident Guy Parmelin hat für den kommenden Freitag eine Schweigeminute für die Corona-Toten angekündigt. Am 5. März 2021 wird es genau ein Jahr her sein, seitdem das erste Opfer in der Schweiz am Coronavirus starb. Über 9000 Todesfälle folgten. So werden um 12 Uhr landesweit die Kirchenglocken erklingen und die Bevölkerung in stiller Andacht der Toten gedenken.

Suisseculture fordert die Schliessung von Entschädigungslücken

Für die Kulturbranche ändert sich ab Montag, den 1. März kaum etwas. Auch die Aussichten auf eine schrittweise Öffnung sind vage. Unterdessen fordert die Taskforce Suisseculture nun vom Bundesrat, zumindest die Lücken in den bestehenden Unterstützungs- resp. Entschädigungsmassnahmen für das weitgehende Berufsverbot im Kultursektor zu schliessen. Auch seien die Abläufe so weit zu vereinfachen, dass die Unterstützungsgelder rechtzeitig bei den notleidenden Kulturschaffenden und Unternehmen ankommen. Gerade projektbasiertes Arbeiten sei für viele Künstler Realität und Entschädigungen für befristete Anstellungen sind zwar seit Anfang 2021 auf dem Papier wieder möglich, aber laut Suisseculture praktisch kaum möglich.

Zweite Stelle in Kurzarbeit mit vollem Lohn

Wer aufgrund der Corona-Pandemie in Kurzarbeit ist, darf seit März 2020 temporär einen zweiten Job annehmen und den Lohn daraus vollumfänglich behalten. Sie verdienen so quasi "doppelt". Der Zwischenverdienst muss vom Arbeitgeber bewilligt werden, verbieten kann er diesen aber nur, wenn der Arbeitnehmer dadurch den Pflichten seiner ursprünglichen Arbeit nicht mehr gerecht werden kann. Über Weihnachten hatte laut der "NZZ am Sonntag" der Online-Händler Digitec-Galaxus so Mitarbeitende aus der Reisebranche angestellt. Die Regelung gilt bis Ende März 2021. Der Bundesrat prüft derzeit, ob diese Regelung verlängert werden soll.

Flüge gestrichen

Die aktuellen Einreisebeschränkungen machen der Swiss weiterhin zu schaffen. Am Donnerstag informierte die Airline, dass der Flugplan ab Mai kräftig ausgedünnt wird. Wie die Sonntagszeitung schreibt, gab es auch schon im April-Plan grosse Anpassungen. 9200 Flüge nahm die Airline für den April aus dem Programm – über 43’000 Passagiere sind davon betroffen.

Simon Sommer, ein Fluggastrechte-Jurist, kritisiert die Swiss für diese Planung. Zur Zeitung sagt er: «Für mich sieht es so aus, als wollte die Swiss mit diesem Vorgehen zu dringend benötigter Liquidität kommen.» Er geht davon aus, dass Passagiere, deren Direktflüge abgesagt würden, auf Umsteigeverbindungen von Lufthansa umgebucht würden. Einige Passagiere würden das akzeptieren, auch wenn die Reise länger dauert. Andere greifen auf die kostenlose Umbuchungsoption oder einen Gutschein zurück. Dies sorgt dafür, dass das Geld bei der Swiss bleibt.

Bei der Airline widerspricht man diesem Vorwurf. Eine Sprecherin: «Die Liquiditätsbeschaffung steht und stand bei diesem Vorgehen nicht im Vordergrund. Wir legen grossen Wert auf eine grösstmögliche Planungssicherheit für unsere Passagiere.» Man habe den Plan schon im April vor einem Jahr aufgeschaltet.

Pandemie trifft Hotels härter als gedacht

Die Pandemie trifft die Hotels härter als gedacht. Bisher unveröffentlichte Zahlen des Branchenverbands Hotelleriesuisse zeigen das Ausmass des Einbruchs wegen der Corona-Krise.

Besonders in den Städten ist die Situation ruinös, wie Daten zeigen, die der «SonntagsZeitung» (Bezahlartikel) vorliegen: Im Februar betrug die Auslastung der Stadthotels durchschnittlich noch 15 Prozent. Nicht nur im Februar, schon die ganze Wintersaison über fuhren sie riesige Verluste ein. Weil Reisebeschränkungen Geschäfts- und Städtereisen praktisch verunmöglichen, betrug das durchschnittliche Minus pro Betrieb 1,5 Millionen Franken.

Bild: 20min/Marco Zangger

Auch in den Wintersportorten ist die Situation dramatisch. So waren die Betriebe in alpinen Regionen im Februar nur zu rund 50 Prozent ausgelastet. Dabei ist der Monat für die Hotels wegen der Sportferien besonders wichtig.

Über die ganze Wintersaison werden Beherbergungsbetriebe in den Bergen trotz viel Schnee und gutem Wetter ein durchschnittliches Minus von 773 000 Franken einfahren, wie Hotelleriesuisse errechnete. «Nicht einmal in der schlimmsten Wirtschaftskrise haben wir so dramatische Einbrüche erlebt», sagt Verbandspräsident Andreas Züllig.

Züllig fordert rasch Zugang zu Härtefallhilfen und die Erhöhung der Maximalbeträge pro Betrieb. «Sonst werden viele Hotels auf Jahre hinaus verschuldet sein und der Schweizer Tourismus insgesamt abgehängt», so Züllig.

Samstag, 27.02.2021

Kommission will Beizen ab 22. März öffnen

Im Streit um die Restaurantöffnungen hat sich nun die Wirtschaftskommission des Nationalrates eingeschaltet: Sie will Restaurants am 22. März definitiv wieder öffnen. Sie möchte dies durchbringen mit einer Änderung des Covid-19-Gesetztes. Auch Kultur- und Freizeitbetriebe sollen wieder öffnen.

Die Kommissionsmehrheit ist der Ansicht, dass die epidemiologische Lage die Öffnung der genannten Betriebe erlaube und dass es angesichts der positiven Entwicklung nicht zu verantworten sei, das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben weiterhin auf Sparflamme zu halten, so heisst es in einer Mitteilung.

Neben den bereits erwähnten Öffnungen per 22. März sei die 5-Personen-Regel auch in Innenräumen aufzuheben, die Nutzung der Terrassen für den Take-away-Betrieb zu ermöglichen und Planungssicherheit für kulturelle und sportliche Grossanlässe zu schaffen.