Gene sind schuld: Kleine Menschen haben öfter Herzinfarkte
Aktualisiert

Gene sind schuldKleine Menschen haben öfter Herzinfarkte

Es kommt doch auf die Grösse an. Zumindest, wenn es um das Risiko für Herzerkrankungen geht: Dieses ist umso grösser, je kleiner eine Person ist.

von
fee
1 / 11
Was heisst schon klein? Dass eine geringe Körpergrösse kein Hindernis ist, um gross rauszukommen, beweist beispielsweise US-Schauspieler Verne Troyer (81 cm), dem seine Rolle als Mini-Me in den Austin-Powers-Filmen zu grosser Bekanntheit verhalf.

Was heisst schon klein? Dass eine geringe Körpergrösse kein Hindernis ist, um gross rauszukommen, beweist beispielsweise US-Schauspieler Verne Troyer (81 cm), dem seine Rolle als Mini-Me in den Austin-Powers-Filmen zu grosser Bekanntheit verhalf.

Keystone/AP/Christian Hartman
Ebenfalls körperlich klein sind folgende grosse Namen: Danny Devito (1,52m), ...

Ebenfalls körperlich klein sind folgende grosse Namen: Danny Devito (1,52m), ...

Keystone/Christian Charisius
... Eva Longoria (1,54m), ...

... Eva Longoria (1,54m), ...

Keystone/Claudio Onorati

Kleinere Menschen haben ein erhöhtes Risiko, an den Herzkranzgefässen zu erkranken. Das ergab eine Studie der Universität Leicester, die die Forscher im «New England Journal of Medicine» veröffentlichten. Weil die Körpergrösse aber nur ein Risikofaktor ist, empfehlen Forscher jedem eine gesunde Lebensweise.

Das Team um Nilesh Samani untersuchte die DNA von rund 200'000 Europäern. Die Forscher fanden heraus, dass es eine genetische Verbindung gibt zwischen einer geringen Körpergrösse und dem Risiko für koronare Herzerkrankungen.

Demnach erhöht sich pro 6,5 Zentimeter geringerer Körpergrösse das Erkrankungsrisiko um 13,5 Prozent. Das Team hatte die Grösse der Menschen aus deren Genen abgeleitet.

Kein Todesurteil

Seit Jahren sei bekannt, dass kleine Menschen häufiger Erkrankungen der Herzkranzgefässe haben als grosse. Nun sei aber erstmals ein direkter genetischer Zusammenhang gefunden worden, sagte der Vorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Thomas Meinertz.

«Man hat Teile von Genen gefunden, die für beides gemeinsam verantwortlich sind.» Die frühere Beobachtung beruhe daher nicht nur auf einen epidemiologischen Zufall.

Diese Studie solle Menschen mit geringerer Körpergrösse aber nicht übermässig sorgen, meinte Peter Weissberg, Medizinischer Direktor der Britischen Herzstiftung, die die Studie teilweise mitfinanzierte.

Dies zeige nur, dass die Gene einen Einfluss auf die Faktoren haben könnten, die anfälliger für Herzkrankheiten machten. «Jeder, egal wie gross, sollte alles unternehmen, um das Erkrankungsrisiko zu senken: sich gesund ernähren, regelmässig Sport treiben und nicht rauchen.»

Deine Meinung