Maxon auf grosser Marsmission: Kleine Obwaldner Motoren leisten Grosses bei Mars-Mission
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Maxon auf grosser MarsmissionKleine Obwaldner Motoren leisten Grosses bei Mars-Mission

Insgesamt 16 kleine Motoren von Maxon aus Sachseln OW landen am Donnerstag mit dem Nasa-Rover auf dem Mars. Dabei übernehmen die Mini-Antriebe missionskritische Aufgaben.

von
Cheyenne Wyss
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Diese zehn Millimeter kleinen Motoren des Obwaldner Herstellers Maxon steuern die Rotorblätter des ersten Helikopters auf dem Mars und auf einem anderem Himmelskörper als der Erde überhaupt. 

Diese zehn Millimeter kleinen Motoren des Obwaldner Herstellers Maxon steuern die Rotorblätter des ersten Helikopters auf dem Mars und auf einem anderem Himmelskörper als der Erde überhaupt.

Maxon
Der Mini-Helikopter ist unterhalb des Nasa-Rovers Preseverance befestigt. 

Der Mini-Helikopter ist unterhalb des Nasa-Rovers Preseverance befestigt.

Maxon
Zehn weitere kleine Motoren sind im Nasa-Rover, die dann die Bodenproben bewegen werden. 

Zehn weitere kleine Motoren sind im Nasa-Rover, die dann die Bodenproben bewegen werden.

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Darum gehts

  • Am Donnerstag landet der NASA-Rover Perseverance auf dem Mars. Mit an Bord sind insgesamt 16 Mini-Motoren des Sachsler Motorenherstellers Maxon.

  • Darunter steuern sechs kleine Antriebe den ersten Helikopter der Raumfahrt überhaupt.

  • Die anderen zehn Präzisionsmotoren werden die wertvollen Mars-Bodenproben bewegen.

Nach einer über sechsmonatigen Reise und mehr als 470 Millionen Kilometern landen die Sachsler Mini-Motoren von Maxon mit dem NASA-Rover Perseverance auf dem Mars. Insgesamt 16 Präzisionsmotoren des Obwaldner Herstellers sind bei der grossen Marsmission im Einsatz. Davon steuern sechs Antriebe die Rotorblätter des ersten Helikopters auf dem Mars und einem anderen Planeten als der Erde überhaupt. «Im Prinzip sind es die gleichen Motoren, die wir sonst verkaufen und die beispielsweise in einem Operationsroboter oder in einer mechanischen Prothese zum Einsatz kommen», sagt Stefan Roschi, Mediensprecher von Maxon. «Es ist ein Standardprodukt, das allerdings sehr stark modifiziert wurde», meint Roschi weiter.

Für die Herstellung der zehn Millimeter kleinen Motoren der Drohne seien andere und viel leichtere Materialien verwendet worden. «Jedes Gramm zählt. Je leichter, desto besser», sagt der Sprecher weiter. Auf dem Mars ist die Atmosphäre 99 Prozent dünner als auf der Erde. Das sei in etwa vergleichbar mit den Bedingungen, die hier auf der Erde in 30 Kilometern Höhe herrschen. Roschi erklärt: «Je dünner die Luft ist, umso schwieriger ist es, zu fliegen.» Genau darum müsse der Helikopter extrem leicht sein und die Propeller müssten extrem schnell drehen.

Maxon-Team fiebert bei Landung mit

Um die hundert Maxon-Mitarbeitende haben in enger Zusammenarbeit mit Spezialisten der NASA tausende Stunden an den Mini-Motoren gearbeitet und sie unzählige Male getestet. «Diese winzigen Antriebe müssen unglaublich harschen Bedingungen trotzen», so Roschi. «Vom Raketenstart mit starken Erschütterungen und Vibrationen, über kosmische Strahlungen im All und mehreren Schocks, also Schlägen, bei der Landung. Und auf dem Mars müssen die Mini-Motoren Sandstaub und Temperaturen bis zu minus 125 Grad aushalten können», so Roschi.

Neben den sechs Motoren für den ersten Helikopter auf einem fremden Planeten kommen zehn weitere Mini-Motoren von Maxon für die Bewegung der Bodenproben im Innern des Rovers zum Einsatz. Damit hängt das Gelingen der Marsmission, die eine der mit Abstand komplexesten Missionen der Geschichte der unbemannten Raumfahrt darstelle, von den kleinen Präzisionsmotoren aus Obwalden ab.

Bei Maxon ist die Begeisterung gross. «Alle Involvierten haben extrem Freude und sind stolz», bekundet Roschi. «Man hat nicht einfach einen Auftrag abgehandelt. Da steckt richtig viel Herzblut dahinter». Weiter fügt Roschi an: «Wir sind auch stolz, dass die NASA uns wieder berücksichtigt hat». Denn bisher haben bereits mehr als 100 Maxon-Antriebe zuverlässig auf dem Mars gearbeitet.

«Wir werden alle gemeinsam über MS-Teams das Spektakel heute Abend zwischen neun und zehn Uhr gespannt verfolgen», sagt der Sprecher. Bis der Mini-Helikopter aber zum Einsatz komme, gehe es noch ein bisschen. In 30 bis 60 Tagen soll es so weit sein, verrät Roschi.

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