Saisonstart : Kleine Schweizer Fraktion will die Bundesliga aufmischen 

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Saisonstart Kleine Schweizer Fraktion will die Bundesliga aufmischen 

Am Freitagabend hat die neue Bundesliga-Saison begonnen. Insgesamt zwölf Schweizer stehen in den Kadern der Teams. Doch wer geht als Führungsspieler voran? 

von
Sven Forster

In der letzten Saison erzielte Widmer gegen Sommer ein Traumtor. Beide sind auch in dieser Saison wohl Leistungsträger. 

ARD

Darum gehts

  • Die Bundesliga geht wieder los. 

  • Welche Schweizer mischen mit? 

  • Wir sagen es euch. 

An Freitag begann die ungewöhnliche Bundesliga-Saison mit WM-Unterbrechung mit einem Gala-Auftritt des FC Bayern. Insgesamt zwölf Schweizer stehen im Kader eines Bundesligisten. Die Schweizer Fraktion ist klar geschrumpft, da sich in diesem Jahr (Winter und Sommer) zahlreiche Akteure verabschiedet haben. Die verbliebenen Spieler kann man jedoch gut in vier Kategorien einteilen. Neben den Leistungsträgern gibt es die Rotationsspieler, die Nachwuchstalente und die Streichkandidaten. Wir zeigen die Chancen und Perspektiven der Akteure auf. 

Leistungsträger

Gregor Kobel, 24, Dortmund

Geht nach einer starken letzten Saison als unangefochtener Stammspieler in die Saison. Gegenüber 20 Minuten sagte BVB-Trainer Edin Terzic zuletzt: «Gregor ist ja noch ein junger Kerl. Er ist vielleicht jetzt noch nicht die Nummer eins, aber er ist auf einem sehr guten Weg, eines Tages die Nummer eins der Schweiz zu werden.» 

Yann Sommer, 33, Gladbach

Die Nummer eins in der Nati ist derzeit noch Yann Sommer. In diesem Sommer gab es so einige Wechselspekulationen, besonders Lucien Favre und Nizza sollen am Keeper interessiert gewesen sein. Noch ist sein Verbleib nicht sicher, doch die Borussen planen fix mit ihrem langjährigen Leistungsträger. Er wurde bereits als Vize-Captain bestätigt. Im letzten Jahr wurde er von den Spielern der Bundesliga als bester Keeper ausgezeichnet. 

Silvan Widmer, 29, Mainz

Nur eine Saison brauchte Silvan Widmer, um sich bei den Fans und beim Trainer ins Herz zu spielen. Als Belohnung wurde er zum Captain bestimmt. Er soll den Karnevalsverein am besten nach Europa bringen. Widmer hat zwar mit Danny Da Costa starke Konkurrenz erhalten, dürfte aber in den wichtigen Spielen gesetzt sein. 

Nico Elvedi, 25, Gladbach

Es ist bereits die siebte Spielzeit für den Nati-Verteidiger bei Gladbach. In der Innenverteidigung ist er auch unter Neu-Coach Daniel Farke gesetzt. Er soll der neue Abwehrchef der Borussen werden. Gegenüber dem SRF meinte Elvedi selbst: «Ich möchte gerne in diese Rolle hineinwachsen. Ich freue mich auf diese Verantwortung und darauf, meinen Mitspielern zu helfen.»

Djibril Sow, 25, Frankfurt

Die Angebote für einen Wechsel sollen durchaus da sein, doch Sow spielt mit Frankfurt in der Champions League. Er ist einer der Dauerbrenner in der Mannschaft von Trainer Oliver Glasner. Auch der 25-Jährige will wie Elvedi in die Führungsrolle wachsen. Bei «Ran» meint er: «Unsere erfahrenen, etwas älteren Spieler können nicht mehr alle Partien über die volle Länge bestreiten und da müssen dann eben andere, neue Spieler Verantwortung übernehmen. Und da zähle ich mich dazu.»

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Unterschiedliche Ausgangslage: Leistungsträger Kobel und Streichkandidat Akanji. 

Unterschiedliche Ausgangslage: Leistungsträger Kobel und Streichkandidat Akanji. 

imago images/Hartenfelser
Silvan Widmer führt seine Mainzer als Captain aufs Feld. 

Silvan Widmer führt seine Mainzer als Captain aufs Feld. 

Getty Images
Djibril Sow und …

Djibril Sow und …

Getty Images

Rotationsspieler 

Ruben Vargas, 23, Augsburg

In der Nations  League zog sich Ruben Vargas eine Verletzung zu. Den Saisonauftakt wird der Flügelspieler verpassen. Mittlerweile konnte er aber schon Teile des Mannschaftstrainings bestreiten. Im Kader der Fuggerstädter ist Vargas ein Unikat. Kein anderer Flügelspieler punktet so mit der Geschwindigkeit und Dribblings wie der 23-Jährige. Wenn Vargas konstanter spielt, wird er schnell zu den Leistungsträgern gehören. 

Cedric Brunner, 28, Schalke

Nach dem Abstieg mit Bielefeld ging es für Brunner zum Aufsteiger. Bei Schalke wird er die rechte Abwehrseite beackern. Mit konstanten Leistungen beim Traditionsverein will er sich für die Nationalmannschaft bewerben. Der 28-Jährige läuft etwas unter dem Radar. Mittlerweile hat er schon fast 60 Spiele in der Bundesliga bestritten. 

Wer wird deutscher Meister? 

Nachwuchstalente

Nishan Burkart, 22, Freiburg

Der 22-Jährige pendelt zwischen der ersten und zweiten Mannschaft des SC Freiburg. Da die Zweitvertretung in der dritten Liga spielt, kann Burkart ebenfalls auf hohem Niveau spielen. Der frühere Junior von Manchester United wird wohl ab und zu im Bundesligakader stehen, jedoch nicht zu vielen Minuten kommen. 

Bradley Fink, 19, Dortmund

Durch die Tumorerkrankung von Neuzugang Haller rückte Bradley Fink ins Profi-Trainingslager nach. Eigentlich sollte der junge Schweizer in der dritten Liga bei BVB 2 für Furore sorgen. Doch wer weiss: Vielleicht gibt er ja in dieser Saison sein Debüt in der Bundesliga. Allerdings will Dortmund wohl einen weiteren Stürmer verpflichten. Dadurch würde Fink im Stürmer-Ranking wieder einen Platz verlieren. 

Streichkandidaten

Renato Steffen, 30, Wolfsburg

Die Tage von Renato Steffen bei Wolfsburg scheinen gezählt. Neu-Trainer Niko Kovac möchte den Kader reduzieren. Sein Vertrag läuft noch bis 2023. 

Manuel Akanji, 27, Dortmund 

Der Club sucht einen Abnehmer für den Nati-Verteidiger, der seinen im kommenden Jahr auslaufenden Vertrag nicht verlängern wollte. Im Trainingslager in Bad Ragaz war Akanji zwar dabei, doch der Club sagte bereits, dass man nur mit Spielern plane, die eine Zukunft hätten. Sollte beim BVB nicht die Verletzungshexe zuschlagen, wird er kein Spiel mehr für Dortmund absolvieren. Da sich aber Niklas Süle im Pokal verletzt hat, kann es durchaus sein, dass der 27-Jährige plötzlich wieder zumindest im Kader steht. 

Edimilson Fernandes, 26, Mainz 

7,5 Millionen Franken kostete Edimilson Fernandes die Mainzer. Seine Zukunft beim Club von Silvan Widmer ist allerdings nicht gesichert. Zuletzt war er vier Monate an YB ausgelehnt. Laut deutschen Medienberichten will Mainz sich von Fernandes trennen. Sollte es kein passendes Angebot geben, wird sich Edimilson aber beim Bundesligisten durchkämpfen müssen. Immerhin: Im DFB-Pokal stand der 26-Jährige im Aufgebot.  

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