Kia
Publiziert

AutotestKleine Stromer wie der Kia e-Soul haben Kultpotenzial

Mehrere kleine Stromer wie der Honda e oder Fiat 500e setzen auf Retrodesign und haben jetzt schon Kultpotenzial. Einer geht dabei gerne vergessen – der Kia e-Soul. Das ist ungerecht.

von
Dave Schneider
7.1.2021

Die Elektrowelle rollt unaufhörlich und spült auch kleine, coole Stromer auf den Markt. Fiat hat den legendären Cinquecento ins neue Mobilitätszeitalter gehievt und bringt den Kleinwagen neu nur noch mit E-Antrieb. Mini schickt mit dem Cooper SE ebenfalls eine stylische E-Variante ins Rennen, während Honda mit dem kultigen Honda e für Aufsehen sorgt. Aber auch Renault hat mit der Elektrifizierung der Marken-Ikone Twingo ebenfalls ein heisses, wenn auch ziemlich kleines Eisen im Feuer.

Einer geht in dieser Auflistung aber gerne vergessen – der Kia e-Soul. Der coole Koreaner ist bereits seit letztem Frühling auf dem Markt und sticht mit seinem aussergewöhnlichen Design ebenfalls aus der Masse. Nebst Kultpotenzial fährt der e-Soul auch mit überzeugenden Fakten vor: Der Koreaner schafft mit seiner 64-kWh-Batterie eine WLTP-Reichweite von 452 Kilometern – da können die meist deutlich kleineren Konkurrenten nicht mithalten.

Der Fiat schafft mit der grösseren Batterie (42 kWh) immerhin 320 Kilometer, während der Mini Cooper SE mit einer Akkuladung (32,6 kWh) nur 230 Kilometer weit fährt. Ähnliche Daten bietet der Honda e (35,5 kWh, 220 Kilometer) – der kleine und deutlich günstigere Renault Twingo Electric schafft mit seiner 22-kWh-Batterie immerhin 190 Kilometer.

Mit über 450 Kilometern Reichweite hängt der Kia e-Soul die anderen Kult-Stromer ab.

Mit über 450 Kilometern Reichweite hängt der Kia e-Soul die anderen Kult-Stromer ab.

Kia
Der Renault Twingo Electric ist klar der Günstigste im Vergleich, dafür auch der Kleinste mit der kürzesten Reichweite.  

Der Renault Twingo Electric ist klar der Günstigste im Vergleich, dafür auch der Kleinste mit der kürzesten Reichweite.

Renault
Honda e: Ziemlich teuer, gemessen an der Reichweite, dafür mit viel Charme und futuristischem Cockpit.

Honda e: Ziemlich teuer, gemessen an der Reichweite, dafür mit viel Charme und futuristischem Cockpit.

Honda

Ungleicher Vergleich

Grosse Unterschiede gibt es auch im Innenraum. Während der Twingo, der Mini und der Kia auf ein konventionelles Cockpit setzen und lediglich mit einigen Akzenten optisch auf den Elektroantrieb hinweisen, kommt der Fiat 500e mit seinem eleganten Interieur samt grossem Touchscreen auf der Mittelkonsole schon etwas futuristischer rüber. Klar in Front liegt hier aber der Honda e, der mit seiner Bildschirmlandschaft quer über die Innenraumbreite inklusive Kameras statt Rückspiegel am deutlichsten die neue Mobilitäts-Ära verkörpert.

Dieser ungleiche Vergleich ist aber nur einigermassen fair, wenn auch die Preise verglichen werden – und da ist der Kia e-Soul ab 47'400 Franken klar der Teuerste der fünf. Dafür schlägt der Koreaner die anderen Kultstromer auch beim Platzangebot um Längen – schliesslich ist er der einzige SUV und mit einer Länge von knapp 4,2 Metern klar der Grösste im Vergleich.

Der Mini Cooper SE und der Honda e (beide ab 39'900 Franken) sind nicht viel billiger, schaffen aber nur rund die Hälfte der Reichweite des Kia und bieten deutlich weniger Platz. Klein ist auch der Fiat 500e, der aber ab 29'900 Franken (mit grosser Batterie) im Vergleich ein richtiges Schnäppchen ist. Das unterbietet der Kleinste der fünf allerdings locker: Renault bietet den Twingo Electric nämlich bereits ab 20'900 Franken an.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
58 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Zwischengas

07.01.2021, 13:50

An alle E-Auto Fans. Bin gerade am Keller entrümpeln da ist mir eine alte Militärtaschenlampe in die Finger gelaufen. Hätte also noch eine 4,5 V Batterie gratis abzugeben.

Super Öko

07.01.2021, 13:45

Wichtiger als die Diskussion welches Antriebskonzept das zukunftsträchtigere ist, ist die Umsetzung der Energiewende. Weg von Kohle, weg von Kernkraft, weltweit. Denn der Energiesektor ist der grösste CO2 Versucher, nicht der Vekehr. Tendenz steigend. Doch da haben die Gretas dieser Welt recht: über die Energiewende wird zu viel geredet und zu wenig getan. Dafür schiesst man sich lieber auf den Staatsfeind Nr 1 ein, das Auto. Denn der Autofahrer war schon immer die Melkkuh der Nationen; er ist halt zu klein um sich zu wehren. Verbrennerverbot? Gut. Reduziert die lokalen Emissionen. Hilft sonst aber nichts. Denn sie werden andernorts produziert. Und die weiteren Konsequenzen? Abgesehen vom Raubbau? Wenn ab 2025, 2030 keine Verbrenner mehr fahren dürfen, müssen die Leute E-Autos kaufen. Gut für die Umwelt? Nein, gut für die Wirtschaft. Und was passiert mit den Hundert Millionen gut erhaltener Autos die in Europa ausser Betrieb gesetzt werden müssen? Mit hohem Energieaufwand verschrotten?

Ökolog- und Ökonomisch

07.01.2021, 13:34

Wenn man auf eine lange Reichweite nicht angewiesen ist, und das sind wohl ca 90% der Bevölkerung, dann lieber BEV. Da fallen die ganzen Nachteile des Verbrenners weg! (Wartung vom Verbrenner, Verschleissteile, Abgase, Zusatzgewicht...). Auch bei einem Hybrid (wie bei den Verbrennern) verdient vor allem die Garage.