Dank Daten von Cassini entdeckt – Kleiner Saturnmond Mimas hat unter der Oberfläche versteckten Ozean
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Dank Daten von Cassini entdecktKleiner Saturnmond Mimas hat unter der Oberfläche versteckten Ozean

Ein weiteres Geheimnis des Weltalls scheint gelüftet: Laut US-Forschern verbirgt der Saturnmond Mimas unter seiner Oberfläche einen Ozean. Dies schliessen sie aus neuen Daten der Nasa-Sonde Cassini, die sie kurz vor ihrer Zerstörung zur Erde funkte.

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NASA/ JPL Caltech
Wie sein grösserer «Bruder» Enceladus (rechts) besitzt auch Mimas offenbar einen Ozean unter seiner Oberfläche.

NASA/ JPL Caltech

Charakterisiert wird Mimas durch den grossen Krater Herschel, der an ein Auge erinnert.

Charakterisiert wird Mimas durch den grossen Krater Herschel, der an ein Auge erinnert.

NASA
Der grösste der Saturnmonde ist Titan.

Der grösste der Saturnmonde ist Titan.

NASA

Darum gehts

Während die Erde nur einen Mond besitzt, sind vom Planeten Saturn heute 82 bekannt. Die letzten davon wurden erst 2019 entdeckt – kein Wunder, dass es über die Trabanten des zweitgrössten Planeten unseres Sonnensystems noch viel zu erforschen gibt.

Nun hat sich eine Forschergruppe um Alyssa Rhoden und Mattew Walker vom Southwest Research Institute in San Antonio mit dem Mond Mimas befasst, dem innersten und kleinsten der Saturn-Trabanten. Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter wollten mit Hilfe von Daten der Nasa-Sonde Cassini belegen, dass es sich bei Mimas um einen Himmelskörper aus gefrorenem Eis und Gestein handelt. «Da die Oberfläche von Mimas stark zerkratzt ist, dachten wir, es handele sich nur um einen gefrorenen Eisblock», sagt Rhoden. «Doch seine Oberfläche hat uns getäuscht.» Denn die Daten wiesen in eine andere Richtung: Wie die Monde Titan – der grösste der Monde von Saturn – und Enceladus soll auch Mimas einen «inneren Ozean» unter seiner Kruste beherbergen, wie spektrum. de schreibt.

Die Daten, die Cassini kurz vor seinem Absturz zur Erde funkte, hatten auf «merkwürdige Bewegungsmuster» hingedeutet, die zu belegen scheinen, dass es sich bei Mimas um einen geologisch aktiven Himmelskörper handelt. Als wahrscheinlichste Ursache haben die Forschenden nun einen unterirdischen Ozean unter der Oberfläche des eiförmigen Mondes ausgemacht. Dies verrieten Daten zur Rotation.

Bedeutende Erkenntnis für die Forschung

Für die Forscher ist die neue Erkenntnis zu Mimas eine sehr wichtige Entdeckung. Gemeinsam mit dem Auffinden anderer Himmelskörper mit versteckten Ozeanen gehöre dies zu den bedeutendsten Entdeckungen der letzten Jahrzehnte. Flüssiges Wasser auf der Oberfläche eines Planeten ist nur auf einem eng begrenzten Umfeld eines Sterns möglich, die Existenz von Wasser unter der Oberfläche ist weitaus häufiger.

Mimas wurde bereits 1789 vom britischen Astronomen William Herschel entdeckt. Mit einem Durchmesser von gerade mal 396 Kilometern ist er ein Winzling unter den Monden – Titan hat 5150 km, Saturn selbst sogar 120’500 km. Die Umlaufbahn von Mimas ist laut heise.de etwa 125’000 Kilometer über der Wolkendecke von Saturn, für eine Umdrehung braucht Mimas 22 Stunden und 36 Minuten. Seine Oberfläche ist von zahllosen Kratern bedeckt. Der grösste davon, nach seinem Entdecker Herschel benannt, misst 130 km im Durchmesser und hat an den Enden fünf Kilometer hohe Wälle.

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(trx)

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