Erbgut-Studie: Kleinere Männer haben häufiger Glatzen

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Erbgut-StudieKleinere Männer haben häufiger Glatzen

Vor Haarausfall haben viele Männer Angst. Aber nicht alle bekommen ihn auch. Wen es trifft, lässt sich offenbar an der Körpergrösse ablesen.

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Kleine Männer bekommen möglicherweise häufiger Haarausfall und eine Glatze – darauf deutet eine genetische Studie von Forschern der Universität Bonn hin. Für manche Promi-Männer bedeutet das nichts Gutes. Denn auch sie könnte es bald schon erwischen. (Im Bild: der 1,47 Meter kleine Danny DeVito und der 1,88 Meter grosse Arnold Schwarzenegger im Film «Twins»)

Kleine Männer bekommen möglicherweise häufiger Haarausfall und eine Glatze – darauf deutet eine genetische Studie von Forschern der Universität Bonn hin. Für manche Promi-Männer bedeutet das nichts Gutes. Denn auch sie könnte es bald schon erwischen. (Im Bild: der 1,47 Meter kleine Danny DeVito und der 1,88 Meter grosse Arnold Schwarzenegger im Film «Twins»)

Keystone/Picture Alliance
Für viele weibliche Fans der Boyband Take That war Mark Owen (Mitte) der Grösste. Dabei ist er nur 1,65 Meter gross.

Für viele weibliche Fans der Boyband Take That war Mark Owen (Mitte) der Grösste. Dabei ist er nur 1,65 Meter gross.

Keystone/AP/Yui Mok
Auch kein Riese ist der 1,70 Meter grosse Justin Bieber.

Auch kein Riese ist der 1,70 Meter grosse Justin Bieber.

Keystone/Guillaume Horcajuelo

Gegen erblich bedingten Haarausfall ist bislang noch kein Kraut gewachsen. Denn bislang war unklar, welche Gene für den frühzeitigen Kahlschlag auf dem Männer-Kopf verantwortlich sind und warum Betroffene häufiger unter Herzerkrankungen und Prostatakrebs leiden.

Forscher der Universität Bonn sind der Sache in einer genetischen Studie nachgegangen. Dafür untersuchten sie das Erbgut von mehr als 20'000 Männern aus sieben Ländern nach Risikofaktoren für frühzeitigen Haarausfall. Die Hälfte der Teilnehmer hatte bereits Haar gelassen, die andere nicht.

Hellhäutige triffts häufiger

Auf diese Weise identifizierte das Team um Stefanie Heilmann-Heimbach insgesamt 63 Änderungen im menschlichen Genom, die das Risiko für frühzeitigen Haarausfall erhöhen, wie die Hochschule mitteilt. Jede einzelne von diesen biete neue Einblicke in die biologischen Ursachen des Haarausfalls. Sie zeigen unter anderen, dass neben den Zellen des Haarfollikels auch in der Kopfhaut befindliche Immun- und Fettzellen Mitschuld am Haarausfall tragen.

Doch das ist noch nicht alles: Die genetischen Daten erhärten auch den Verdacht, dass es Verbindungen vom frühzeitigen Haarausfall zu anderen Merkmalen und Krankheiten gibt, heisst es in der im Fachjournal «Nature Communications» veröffentlichten Studie. So scheinen einige Genvarianten nicht nur das Haarwachstum zu beeinflussen, sondern auch zu einem früheren Pubertätsbeginn, einer eher geringen Körpergrösse und zu einem höheren Risiko für bestimmte Krebserkrankungen wie Prostatakrebs zu führen.

«Zudem haben wir Verbindungen zu heller Hautfarbe und erhöhter Knochendichte gefunden», wird Co-Autor Markus Nöthen in der Mitteilung zitiert. Diese könnten laut den Forschern darauf hindeuten, dass Männer mit Haarausfall Sonnenlicht besser zur Vitamin-D-Synthese nutzen können. Das würde auch erklären, warum vor allem hellhäutige Männer frühzeitig ihre Haare verlieren.

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