Gratisferien: Kleines Happy End für betrogene Camper-Familie
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GratisferienKleines Happy End für betrogene Camper-Familie

41’350 Franken – so viel Geld haben die Müllers* beim vermeintlichen Kauf eines Campers an Betrüger verloren. Trotz allem kann sich die Familie jetzt ein bisschen freuen: Sie bekommt eine Ferienwoche spendiert.

von
Dominic Benz

Vera Müller* erzählt, wie sie auf die Betrüger hereingefallen ist.

20M

Darum gehts

  • Die Familie Müller* wurde beim vermeintlichen Kauf eines Campers über den Tisch gezogen.
  • Beim Betrug verlor sie 41’350 Franken.
  • Nun schenkt eine Firma der Familie eine Ferienwoche in einem Camper.

Für die dreiköpfige Familie Müller* ist eine Welt zusammengebrochen. Über die Verkaufsplattform Autoscout24 wollte sie einen Camper für die Sommerferien kaufen und sich einen Traum verwirklichen. Doch die Müllers fielen auf eine fiese Betrügermasche herein – und verloren ihr gesamtes Erspartes von 41’350 Franken.

Doch nun gibt es zumindest ein kleines Happy End: Die Müllers erhalten von einer Firma eine Woche Gratisferien in einem Camper spendiert. «Jetzt können wir wenigstens doch noch wie geplant Ferien machen», sagt Vera Müller zu «20 Minuten».

Auch der 6-jährige Sohn ist laut Vera Müller nun glücklich darüber, dass es doch noch in die Sommerferien geht. Die Reise im Camper soll Ende August für eine Woche durch Graubünden und das Tessin führen. «Das hatten wir ursprünglich schon so geplant.»

«Die Familie tat uns sehr leid»

Die gratis Camper-Ferien ermöglicht Mycamper. Das Start-up machte im letzten Jahr bei der Schweizer Ausgabe der TV-Sendung «Die Höhle der Löwen» mit. Damals investierten alle fünf Löwen in die Jungfirma. Über Mycamper kann man online private Wohnmobile und Camper mieten.

Dass die Familie Müller betrogen wurde, hat Firmengründer Michele Matt bewegt. «Es tat uns sehr leid, was die Familie erlebt hat», sagt er auf Anfrage. Daher habe man sich mit den Müllers in Verbindung gesetzt und ihnen die Ferien offeriert. Die Mietkosten für den Camper zahlt die Firma. Sie liegen laut Matt zwischen 1000 und 1500 Franken für eine Woche.

Nicht ganz uneigennützige Geste

Ganz uneigennützig handelt der Firmengründer aber nicht. Zwar wolle man als Sharing-Plattform in erster Linie der Familie eine Freude bereiten. «Wenn wir mit dieser Aktion aber auch neue Kunden gewinnen können, freut uns das natürlich», so Matt.

Für die Müllers spielt das aber gerade keine grosse Rolle. Zwar bringen die Gratisferien das verlorene Geld nicht zurück. «Doch jetzt haben wir wenigstens etwas, worauf wir uns freuen können», sagt Vera Müller.

*Name der Redaktion bekannt

Sicherheit im Netz

Niemals im Voraus zahlen

Die Betrugsmasche, auf die die Müllers hereingefallen sind, ist fies und ausgeklügelt. Letztlich hat die Familie für etwas bezahlt, was sie nie zu Gesicht bekommen hat. Daher warnt auch Autoscout24: «Man sollte auf keinen Fall Produkte kaufen, die man nicht vor Ort begutachten kann», sagt ein Mediensprecher auf Anfrage. Zum konkreten Fall der Familie Müller kann sich die Plattform derzeit nicht äussern. «Aber werden uns verdächtige oder betrügerische Inserate gemeldet, prüfen wir diese manuell und sperren sie im Notfall.» Laut der Kapo Zürich gebe es solche Betrugsmaschen öfter. Die Betrüger seien «sehr professionell organisiert», sagt eine Sprecherin. Darum rät die Polizei auf Cybercrimepolice.ch dringend davon ab, Vorauszahlungen zu leisten.

Deine Meinung

121 Kommentare
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Züri

04.08.2020, 08:43

Ich kann nicht begreifen warum hier alle so blauäugig sind! „Der Verlust des Geldes stürzt die Familie ins Elend.“ Aber wenn sie den Camper erhalten hätten wäre das Geld auch weg, aber sie hätten auch noch zusätzliche Kosten gehabt. Also war diese Aktion von Anfang an entweder geplant oder es ist eine sehr bildungsferne Familie.

Marketing

04.08.2020, 08:33

Aber was macht mycamper in sachen blacklivesmatter und metoo? ;)

Sina

04.08.2020, 08:31

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