25.07.2020 14:43

Flugzeugabsturz in Blatten VS«Die Betroffenheit auf dem Flugplatz ist sehr gross»

Im Wallis ist am Samstag ein Kleinflugzeug abgestürzt. Zwei Schweizer und zwei Österreicher kamen dabei ums Leben.

von
Jil Rietmann, Nadine Wozny, Monira Djurdjevic, Raphael Casablanca
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Bei einem Flugzeugabsturz in Blatten VS sind vier Personen ums Leben gekommen.

Bei einem Flugzeugabsturz in Blatten VS sind vier Personen ums Leben gekommen.

Kantonspolizei Wallis
Bei den Opfern handelt es sich um zwei Schweizer im Alter von 66 und 50 Jahren und zwei Österreicher im Alter von 50 und 46 Jahren.

Bei den Opfern handelt es sich um zwei Schweizer im Alter von 66 und 50 Jahren und zwei Österreicher im Alter von 50 und 46 Jahren.

KEYSTONE/DOMINIC STEINMANN
Wie die Walliser Kantonspolizei am Samstag mitteilte, meldete eine Drittperson um 12.25 Uhr der Einsatzzentrale, dass in der Region Gletscherspitze ein Kleinflugzeug abgestürzt sei.

Wie die Walliser Kantonspolizei am Samstag mitteilte, meldete eine Drittperson um 12.25 Uhr der Einsatzzentrale, dass in der Region Gletscherspitze ein Kleinflugzeug abgestürzt sei.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Im Kanton Wallis kam es am Samstag zu einem Flugzeugabsturz.
  • Alle vier Insassen starben dabei.
  • Um die Unfallursache zu klären, wurde eine Untersuchung eingeleitet.

Im Gebirge oberhalb von Blatten VS im Lötschental ist am Samstag ein Kleinflugzeug verunglückt. Der Unfall ereignete sich im Gebiet der Gletscherspitze. Wie die Walliser Kantonspolizei am Samstag mitteilte, meldete eine Drittperson um 12.25 Uhr der Einsatzzentrale der Kantonspolizei, dass in der Region Gletscherspitze ein Kleinflugzeug abgestürzt sei.

Einige Minuten später meldete dieselbe Person eine starke Rauchentwicklung. Die aufgebotene Feuerwehr Lötschental, sowie die Rettungskräfte, wurden mit einem Helikopter der Air Zermatt auf Platz geflogen. Diese konnte nur noch den Tod der Flugzeuginsassen feststellen. Bei den Opfern handelt es sich um zwei Schweizer im Alter von 66 und 50 Jahren und zwei Österreicher im Alter von 50 und 46 Jahren.

Die Kantonspolizei und die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) begaben sich ebenfalls auf die Unfallstelle. Um die Unfallursache zu klären, wurde eine Untersuchung eingeleitet. Das Kleinflugzeug startete am Samstagmorgen vom Flugplatz Reichenbach BE. Dort sollte es im Laufe des Tages wieder landen.

«Der Rauch war zunächst weiss, wurde aber schnell schwarz»

Lukas Kalbermatten, der das Silencehotel Edelweiss in Blatten führt, ist mit drei weiteren Hotels für das Gastro & Camping Fafleralp zuständig. Wie er sagt, seien auf dem Campingplatz einige Personen auf eine Mitarbeiterin zugegangen, um Alarm auszulösen.

H.B.*, Leiterin von Gastro & Camping Fafleralp, habe dann sofort den kantonalen Rettungsdienst informiert. Gegenüber 20 Minuten erzählt sie: «Kurz vor halb 1 kamen mehrere Restaurant-Gäste zu mir. Ein Mann sagte, dass gerade ein Flugzeug abgestürzt sei. Ich konnte es zunächst kaum glauben.»

Draussen sah sie dann den aufsteigenden Rauch über der Absturzstelle: «Der Rauch war zunächst weiss, wurde aber schnell schwarz. Da habe ich realisiert, dass wirklich etwas Schlimmes passiert sein musste.» Besonders tragisch für B.: «Die Vorstellung, dass da oben im Flugzeugwrack Menschen verbrennen und wir ihnen von hier aus nicht helfen können, war grausam. Mein Team und ich sind immer noch betroffen.»

Trotzdem blieben das Restaurant wie auch der Camping-Betrieb offen: «Wir haben Gäste und müssen weiterarbeiten.» Vor Ort sei während des ganzen Nachmittags aber viel los gewesen: «Das Absturzgebiet ist schwer zugänglich. Die Einsatzkräfte wurden per Heli, der direkt vor unserem Restaurant landete, dorthin geflogen.» Der Grosseinsatz habe deswegen auch zahlreiche Schaulustige angelockt, so B.

Spekulationen in Luftfahrt-Forum

Im Forum der Interessengemeinschaft Luftfahrt Schweiz (ILS) wird derzeit über den Absturz im Wallis spekuliert. Die User sind sich einig, dass es sich bei dem verunfallten Kleinflugzeug um eine Cessna 172 handeln müsse. Der Leiter des Flugplatzes Reichenbach, auf dem das Flugzeug wieder landen sollte, will sich dazu nicht äussern: «Wir möchten festhalten, dass wir zu Spekulationen und Mutmassungen von selbsternannten Aviatik-Experten keine Stellung nehmen», so Roland Lüscher gegenüber 20 Minuten.

Auch zu möglichen Unfallursachen möchten sich die Verantwortlichen des Flugplatzes nicht äussern und verweisen auf die laufende Untersuchung. Nach wie vor sitzt der Schock in Reichenbach tief: «Wie man sich sicherlich vorstellen kann, war und ist die Betroffenheit auf dem Flugplatz sehr gross», so Lüscher.

Auch Manuela Gebert, Präsidentin der Fluggruppe Reichenbach, sagt: «Wir sind alle geschockt und sehr traurig. Wir fühlen mit den Angehörigen der Verstorbenen, die einen geliebten Menschen verloren haben und diese unfassbare Nachricht entgegennehmen mussten.» Der Flugbetrieb der Fluggruppe sei aus Pietätsgründen gegenüber den Verstorbenen und als Zeichen des Mitgefühls mit den Hinterbliebenen vorerst eingestellt, so Gebert.

Auf einer Webcam auf der Fafleralp war der Einsatz der Rettungskräfte zu sehen:

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