Aktualisiert 06.07.2016 12:15

Ausserrhoder KantonsgerichtKleinkind verbrüht und mit Bier geschöppelt

Am Montag musste sich vor dem Ausserrhoder Kantonsgericht ein 30-jähriger Mann verantworten. Er soll ein Kleinkind wiederholt sadistisch gequält haben.

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taw
Das Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden. (Bild: ar.ch)

Das Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden. (Bild: ar.ch)

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In Begleitung der Polizei und mit Fussfesseln wurde der 30-Jährige am Montag in der Gerichtssaal des Ausserrhoder Kantonsgerichts geführt, wie das «St. Galler Tagblatt» am Mittwoch schreibt. Die Anklage wiegt äusserst schwer: einfache und versuchte schwere Körperverletzung, versuchte Verabreichung gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder, Nötigung, Drohung, Tätlichkeit und Besitz und Konsum von Betäubungsmitteln. Derzeit sitzt der Mann in der Strafanstalt Gmünden im vorzeitigen Strafvollzug.

Geschüttelt, geohrfeigt, geschlagen und verbrüht

Opfer war der damals 12 bis 14 Monate alte Sohn seiner Lebenspartnerin. Dieser soll vom Angeklagten zwischen Juni und August 2015 regelmässig auf sadistische Weise gequält und misshandelt worden sein. Wie das «Tagblatt» schreibt, hat der Mann das Kleinkind wiederholt massiv geschüttelt, zu Boden geschleudert, geohrfeigt und mit einem Kochlöffel und einer Plastikpfanne geschlagen. Doch damit nicht genug: Er soll den Kleinen auch mit heissem Wasser verbrüht, mit heissem Essen gefüttert und ihn am Ausspucken gehindert haben.

Weiter soll der 30-Jährige das Kleinkind derart heftig an den Ohren hochgezogen haben, dass Risse hinter den Ohren entstanden. Zudem schöppelte er den Einjährigen mit Bier, trat ihn und fuhr ihn sogar mit dem Auto um. Seine Partnerin (damals 20) schloss er derweil während Stunden in der Küche ein. Auch habe er sie gebissen, verletzt und mit Drohungen massiv eingeschüchtert.

32 Monate Gefängnis gefordert

Die Verhandlung fand im abgekürzten Verfahren statt. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine unbedingte Freiheitsstrafe von 32 Monaten und eine Busse in Höhe von 500 Franken. Für das schwerst misshandelte Kind war eine Genugtuung von 20'000 Franken vorgesehen, für die Mutter 6838 Franken. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sollte zugunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben werden. Laut einem Gutachter ist die Therapiefähigkeit zumindest nicht ausgeschlossen, schreibt das «Tagblatt».

Mit dem Urteil war der Mann grundsätzlich einverstanden, vor Gericht wehrte er sich allerdings gegen die stationäre Massnahme. Das Gericht hielt aber daran fest. Deshalb geht der Fall nun zurück an die Staatsanwaltschaft. Der 30-Jährige wird sich nun in einem ordentlichen Verfahren verantworten müssen.

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