Südafrika – Kleinkinder landen wegen Omikron immer häufiger im Spital
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SüdafrikaKleinkinder landen wegen Omikron immer häufiger im Spital

Die Omikron-Variante scheint in Afrika vor allem junge Leute zu befallen, wie eine Expertin berichtet. Die Datenlage ist zurzeit aber noch zu dünn, um definitive Schlüsse daraus zu ziehen.

von
Benedikt Hollenstein
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Südafrika vermeldet bei den Corona-Infektionen eine beunruhigende Entwicklung. (Symbolbild)

Südafrika vermeldet bei den Corona-Infektionen eine beunruhigende Entwicklung. (Symbolbild)

Reuters/Sumaya Hisham
So würden immer mehr Kinder bis zum fünften Lebensjahr wegen einer Corona-Infektion im Spital landen. (Symbolbild)

So würden immer mehr Kinder bis zum fünften Lebensjahr wegen einer Corona-Infektion im Spital landen. (Symbolbild)

Reuters/Radu Sigheti
Nach den über 60-Jährigen bilden die unter Fünfjährigen nun die zweitgrösste Gruppe der Hospitalisierten. (Symbolbild)

Nach den über 60-Jährigen bilden die unter Fünfjährigen nun die zweitgrösste Gruppe der Hospitalisierten. (Symbolbild)

Reuters/Siphiwe Sibeko

Darum gehts

  • In Südafrika registrieren die Behörden immer mehr Omikron-Fälle, bei denen Kinder bis fünf Jahre betroffen sind.

  • Bei allen jungen Patientinnen und Patienten waren die Eltern nicht geimpft, wie eine Medizinerin berichtet.

  • Südafrika bereitet sich zurzeit auf die vierte Welle vor, vermeldet aber noch keine Platzprobleme bei den Spitälern.

Die Omikron-Variante des Coronavirus scheint in Südafrika entgegen der Erwartungen der Forschenden zunehmend auch junge Kinder zu befallen. «Es gibt eine Zunahme bei Spitaleinlieferungen von Kindern bis fünf Jahre», sagte Michelle Groome vom Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten (NICD) gegenüber «n-tv».

Afrika wartet auf Impfstoffe

So habe es alleine im Ballungsraum um die südafrikanische Hauptstadt Pretoria in den vergangenen zwei Wochen fast 100 Hospitalisationen von jungen Kindern gegeben. Somit bilden junge Kinder nach den über 60-Jährigen nun die zweitgrösste Gruppe der Hospitalisierten, ein klarer Trendwechsel gegenüber den vorausgegangenen Infektionswellen. Groome warnt aber vor voreiligen Schlüssen: Es sei noch zu früh, um aus den vorhandenen Daten langfristige Entwicklungen vorauszusagen. Eine Gemeinsamkeit aller Patientinnen und Patienten: Die Eltern der Kinder waren nicht geimpft, wie die NICD-Medizinerin Waasila Jassat sagt. Erst ein Viertel der Bevölkerung ist geimpft, viele afrikanische Länder warten nach wie vor auf Impfstoffe. Jassat schliesst nicht aus, dass Kleinkinder durch die Omikron-Variante empfänglicher für das Virus seien als zuvor.

Kliniken haben noch Kapazität

Gemäss «n-tv» gibt es trotz ansteigenden Behandlungen in den Kliniken noch keine Engpässe. Im bisherigen Pandemieverlauf traten fast 80 Prozent der südafrikanischen Corona-Fälle in den Gebieten um die Metropolen Johannesburg und Pretoria auf, wie Gesundheitsminister Joe Phaahla sagt. Nun werde aber auch in den Provinzen ein langsamer Anstieg beobachtet. Omikron gilt nach ersten Erkenntnissen zwar als hochansteckend, soll bei geimpften Personen aber nur milde Erkrankungen auslösen.

In Südafrika zeigten fast 80 Prozent aller DNA-sequenzierten Corona-Testergebnisse eine Omikron-Infektion an, hatte die NICD am Vortag bekanntgegeben. Laut der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC) wurden vergangene Woche in ganz Afrika 52’300 Neuinfektionen gezählt – 105 Prozent mehr als in der Vorwoche. Rund 31’000 Neuinfektionen entfielen auf Südafrika.

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