«High Lane»: Kletterer flüchten vor Menschenjäger
Aktualisiert

«High Lane»Kletterer flüchten vor Menschenjäger

«Wie ‹Cliffhanger›, nur realistischer», lautet der Claim zu dieser französischen Produktion. Auf die erste Hälfte trifft das durchaus zu.

von
Philippe Zweifel
Zuerst fliesst das Adrenalin, dann das Blut: Der Thriller «High Lane» vermischt Kletter- und Horrorfilm.

Zuerst fliesst das Adrenalin, dann das Blut: Der Thriller «High Lane» vermischt Kletter- und Horrorfilm.

Wir sehen, wie sich zwei Pärchen und ein ungebetener Ex an Steilwänden entlanghangeln. Dank dröhnendem Soundtrack, subjektiver Kameraführung und einem rasanten Schnitt kann man den Adrenalin-Kick der Protagonisten selbst im Sofa vor dem Fern­seher nachempfinden.

Doch plötzlich kippt der Film in ein anderes Genre. Nicht mehr vom Berg geht Gefahr aus, sondern von einem Menschenjäger – der Zuschauer befindet sich mitten in einem Survival-Horrorstreifen. Die Stimmung, die kurz zuvor noch an einen Jack-Wolfskin-Werbespot erinnerte, ist nun düster und bedrohlich – spätestens als eine Hängebrücke, über die die Kletterer ein bewaldetes Hochplateau knapp erreichten, hinter ihnen zusammenbricht und sie die Nacht draussen verbringen müssen.

Das Szenario Abenteurer treffen auf duchgeknallten Hinterwäldler erinnert natürlich an die Klassiker «Wrong Turn» oder «Deliverance». Und so werden unsere Helden nach allen Regeln der Kunst (Bärenfallen!) dezimiert. Der Schauplatz in den Alpen und die atemberaubenden Kletterszenen jedoch machen den Film, der nicht im Kino lief, zu einem echten Genre-Geheimtipp. (Philippe Zweifel/20 Minuten)

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