Aktualisiert 16.03.2020 15:22

Warnung vor Betrugs-Mails«Klicken Sie hier für den Coronavirus-Impfstoff»

Während sich das Coronavirus auf der ganzen Welt verbreitet, nutzen Hacker die Situation aus, um in Geräte und Netzwerke einzubrechen – auch in der Schweiz.

von
tob
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Das neue Coronavirus Sars-Cov-2 geht um die Welt.

Das neue Coronavirus Sars-Cov-2 geht um die Welt.

Reuters/Henry Nicholls
Nun nutzen Cyberkriminelle und Hacker die Unsicherheiten rund um das Thema aus.

Nun nutzen Cyberkriminelle und Hacker die Unsicherheiten rund um das Thema aus.

iStock
«Finde heraus, wie viele Coronavirus-Fälle es in deiner Nähe gibt», heisst es in einer Mail, die seit dem 13. März 2020 in der Schweiz kursiert.

«Finde heraus, wie viele Coronavirus-Fälle es in deiner Nähe gibt», heisst es in einer Mail, die seit dem 13. März 2020 in der Schweiz kursiert.

Melani

Cyberkriminelle verschicken seit Freitagmittag Mails im Namen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). «Die Betrüger nutzen die aktuelle Situation und die Verunsicherung um das Coronavirus, um Schadsoftware zu verteilen», erklärt die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) auf ihrer Website. «Finden Sie heraus, wie viele Coronavirus-Fälle es in ihrer Nähe gibt», steht da etwa geschrieben.

Die Drahtzieher wollen Computer mit der Schadsoftware namens AgentTesla infizieren. Diese ermöglicht den Angreifern den vollen Fernzugriff auf den Computer, und Passwörter können ausgelesen werden. Der Bund empfiehlt den Empfängern, Mails und Anhänge nicht zu öffnen und sofort zu löschen. Falls man es dennoch geöffnet hat, solle man das Gerät ausschalten und falls möglich den PC neu aufsetzen und Passwörter wechseln, rät Melani.

Angriffe weltweit

Der Anstieg an Mail-Betrügereien sei so schlimm wie seit Jahren nicht mehr, schreibt die BBC. Die Angriffe sind sowohl an Private als auch an Firmen aus den Branchen Gesundheitswesen, Luft- und Raumfahrt, Transport, Fertigung, Gastgewerbe und auch an Versicherungen gerichtet.

Laut BBC kursieren solche betrügerischen Mails in verschiedenen Sprachen, unter anderem auf Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch und Türkisch. «Klicken Sie hier für den Coronavirus-Impfstoff» ist in den Mails etwa zu lesen. «Diese Massnahme kann Sie retten» lautet die Botschaft einer anderen Betrugsnachricht. «Spenden Sie hier, um zu helfen», fordern die Betrüger in den Mails.

«Es ist offensichtlich, dass sich die Coronavirus-Kampagnen für Cyberkriminelle auszahlen», erklärt ein IT-Sicherheitsexperte der BBC. Solche Betrüger sind nicht die Einzigen, die die aktuelle Lage ausnutzen, um sich zu bereichern. So nutzen auch staatliche Hacker laut Zdnet.com das Coronavirus, um Schadsoftware in fremden Netzwerken zu verteilen.

Tipps vom Bund

Doch wie kann man betrügerische Mails überhaupt erkennen? Melani gibt drei Tipps, um sogenannte Phishing-Mails oder Mails mit Schadsoftware zu entlarven:

- Misstrauen Sie E-Mails, die Sie unaufgefordert bekommen. Besonders vertrauenswürdige Firmen werden gern als gefälschte Absenderadressen missbraucht.

- Seien Sie vorsichtig, wenn Sie E-Mails bekommen, die eine Aktion von Ihnen verlangen und ansonsten mit Konsequenzen (Geldverlust, Strafanzeige, Konto- oder Kartensperrung, verpasste Chance, Unglück) drohen.

- Klicken Sie in verdächtigen E-Mails auf keine Anhänge und folgen Sie keinen Links. Am besten löscht man solche Mails ungeöffnet.

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