Klimastreik: Drei Personen an Zürcher Klimastreik festgenommen

KlimastreikDrei Personen an Zürcher Klimastreik festgenommen

Nach monatelanger Pause wird wieder fürs Klima gestreikt: Am Freitag gehen in der ganzen Schweiz Anhänger der Klimabewegung auf die Strassen.

von
Michelle Muff

Deine Meinung

Freitag, 19.03.2021

Bilanz der Polizei Zürich

Die drei Sitzstreiks im Zürcher Kreis 1 waren nach 17 Uhr beendet. Wie die Stadtpolizei Zürich in einer Medienmitteilung bekannt gibt, hatten sich gegen 16.30 Uhr insgesamt über 200 Personen zu einem Sitzstreik auf dem Münsterhof, der Stadthausanlage sowie dem Sechseläutenplatz versammelt.

Nachdem die Beamten die Klimaaktivisten informiert hatten, dass sie die verbotene Veranstaltung zu beenden hatten, blieben einige der Demonstranten vor Ort. Die Polizei kontrollierte daraufhin mehrere Personen. Diese wurden anschliessend weggewiesen und verzeigt. Drei wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Kurz nach 17 Uhr bewegten sich mehrere Dutzend Aktivist*innen von der Stadthausanlage auf der Bahnhofstrasse in Richtung Hauptbahnhof, ohne den Verkehr massgeblich zu behindern. Als die Polizei auch dort einige von ihnen zu kontrollieren und wegzuweisen begann, entfernten sie sich schliesslich in alle Richtungen.

Demonstrierende platzieren sich auf Luzerner Seebrücke

In Luzern sind rund 300 - 400 Personen am Sitzstreik anwesend. Die Demonstrierenden haben die eine Seite der Seebrücke komplett besetzt. «Die Polizei ist ebenfalls vor Ort. Die Stimmung ist aber friedlich», berichtet ein Reporter.

16:50

Sitzstreik in Zürich wurde von Polizei aufgelöst

Der Sitzstreik in Zürich wurde inzwischen von der Polizei aufgelöst – insgesamt drei Demonstrierende wurden festgenommen. «Es ist traurig, wenn man für einen friedlichen Protest bestraft wird», findet ein Teilnehmer.

«Es ist traurig, dass man für so etwas bestraft wird»

In Zürich haben sich am Freitagnachmittag Demonstrierende auf dem Sechseläutenplatz versammelt. Der Sitzstreik in Zürich wurde als einziger der insgesamt 16 organisierten Schweizer Klimastreiks nicht bewilligt. Drei Personen wurden verhaftet.

16:21

300 Personen an Klimastreik in Basel

In Basel trifft man sich zum Sitzstreik beim Münsterplatz. Gemäss einem Reporter sind ungefähr 300 Personen vor Ort. «Es herrscht eine sehr friedliche, zufriedene Stimmung. Es spielt eine Live-Band, die Menschen hören zu und unterhalten sich.» Trotz des Regens sässen viele nach wie vor am Boden. Polizei sei keine vor Ort. «Wir freuen uns, dass trotz des nasskalten Wetters so viele gekommen sind», sagten die Redner vom Klimastreik Basel bei einer Ansprache.

Eine Liveband begleitet den Basler Sitzstreik.

15:37

Demonstrierende versammeln sich auf Sechseläutenplatz

Auch in Zürich haben sich nun einige Demonstrierende auf dem Sechseläutenplatz versammelt. Die Polizei ist ebenfalls vor Ort – die Situation ist aktuell aber noch ruhig. Der Sitzstreik in Zürich wurde als einziger der insgesamt 16 organisierten Schweizer Klimastreiks nicht bewilligt. Davon lassen sich die Organisatoren aber nicht beirren, wie sie am Donnerstag auf Twitter verkündeten: «Wir lassen uns unseren coronakonformen Protest nicht nehmen, wir streiken in Zürich.»

14:41

Mitorganisatorin findet die Anzeigen «unverhältnismässig»

Nach der Demonstration in Bern wurden 180 Personen – darunter die Organisierenden – angezeigt. Lena Bühler, Mitorganisatorin des Berner Sitzstreiks, kann das Verhalten der Polizei nicht nachvollziehen, wie sie gegenüber 20 Minuten sagt: «Ich finde es unverhältnismässig dass man Leute anzeigt, die für eine lebenswerte Zukunft demonstrieren. Auch die Räumung des Platzes fanden wir nicht angebracht – diese verlief aber trotzdem friedlich.» Die Schutzkonzepte wurden gemäss Bühler gut eingehalten: «Alle trugen Masken und hielten sich fast immer an die Abstandsregeln.»

Auch Bühler wurde angezeigt und hat ein Platzverbot erhalten – bis Samstagabend darf sie sich nicht mehr in der Berner Innenstadt aufhalten: «Ich werde deswegen nun noch die letzten Sachen aufräumen und dann nach Hause gehen.» Der Streik sei grundsätzlich aber gut verlaufen: «Es herrschte eine friedliche Stimmung. Dass sich trotz dem Polizeiaufgebot so viele Personen versammelt haben zeigt, dass viele junge Menschen mehr Angst haben vor den Auswirkungen der Klimakrise als vor möglichen rechtlichen Konsequenzen.»

Wegen Verstössen gegen die Corona-Verordnung hat die Kapo Bern nach eigenen Angaben zahlreiche Personen verzeigt:

13:18

Auch in St. Gallen läuft jetzt der Sitzstreik

Inzwischen haben sich auch in St. Gallen viele Personen zum Sitzstreik versammelt, wie ein 20-Minuten-Reporter berichtet: «Am Vadianplatz sind ungefähr 100 Teilnehmer vor Ort. Sie spielen gemeinsam Karten und unterhalten sich. Die Stimmung ist sehr friedlich.» Die Polizei sei nur mit einem kleinen Aufgebot anwesend: «Sie halten sich zurück und beobachten die Klimastreikenden aus der Ferne.»

12:28

«Es war in letzter Zeit schwieriger, aufs Klima aufmerksam zu machen»

Lena Bühler, Berner Klimaaktivistin und Mitorganisatorin des Sitzstreiks in Bern, erzählt im Interview wieso die letzten Monate für die Aktivisten und Aktivistinnen schwierig waren – und was die Klimabewegung Schweiz für den Frühling geplant hat.

«Wir wollen heute bunte und friedliche Sitzstreiks machen»

Ksimaaktivistin Lena Bühler sagt, wie der heutige Sitzstreik in Bern abläuft und welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf die Bewegung hat. (Video: 20min)

11:58

«Wir bleiben, bis der Letzte von uns weggeschickt wird»

«Die Stimmung ist friedlich und die Aktivisten und Aktivistinnen befolgen die Anweisungen der Polizei», so der Reporter vor Ort. Freiwillig haben die Streikenden aber nicht vor, den Platz zu verlassen. «Wir bleiben so lange hier, bis der Letzte von uns von der Polizei weggeschickt wird», sagt eine Teilnehmerin.

11:41

Polizei beginnt den Platz zu räumen

Nachdem sich nach wie vor zu viele Personen auf dem Waisenhausplatz aufgehalten haben, beginnt die Polizei nun mit der Räumung des Platzes. Wie ein Reporter vor Ort berichtet, machen die Beamten Ausweiskontrollen und schicken Personen weg. «Immer mehr Teilnehmer verlassen den Platz. Die Veranstaltung scheint sich langsam aufzulösen», so der Reporter. Die Stimmung sei aber friedlich und die Aktivisten würden die Anweisungen der Polizei befolgen.

11:11

Auf Twitter trendet der Hashtag: #NoMoreEmptyPromises (keine Leeren Versprechungen mehr). Auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ist wieder dabei:

11:08

Sitzstreik in Bern hat begonnen

Auf dem Waisenhausplatz in Bern haben sich bereits um die hundert Personen zum Sitzstreik versammelt. Auch die Polizei ist schon vor Ort und weist darauf hin, dass zu viele Personen anwesend seien. «Wir bitten die überzähligen Personen den Platz zu verlassen, ansonsten werden wir Polizeikontrollen machen und Personen wegschicken», so die Durchsage eines Polizisten.

«Wir rufen den Strike for Future zurück ins Leben»

Nach monatelanger, coronabedingter Pause hat die Klimabewegung Fridays For Future weltweit dazu aufgerufen, am 19. März wieder fürs Klima auf die Strassen protestieren zu gehen. Auch in der Schweiz folgen Anhänger der Klimabewegung dem Aufruf: In über 15 Schweizer Städten hat die Klimabewegung Schweiz Streiks organisiert.

Geplant sind keine Massenversammlungen, sondern dezentrale Sitzstreiks, die den lokalen Corona-Massnahmen entsprechen. Aktionen wird es am Nachmittag unter anderem in Aarau, Basel, Bern, Luzern, St. Gallen und Zürich geben. Die Sitzstreiks sind alle bewilligt – nur in Zürich erhielten die Organisatoren keine Bewilligung, wie aus einer Mitteilung von Klimastreik Zürich hervorgeht. Die Organisatoren machen in dem Schreiben jedoch klar, dass man auch in Zürich den geplanten Streik durchführen wird. «Wir rufen den Strike for Future zurück ins Leben», schreiben die Veranstalter.

464 Kommentare