Zürcher Start-up: Klimabewusste behalten Überblick mit dieser Karte
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Zürcher Start-upKlimabewusste behalten Überblick mit dieser Karte

Mehr Bewusstsein für den Klimawandel und eine Plattform, um andere Klimabewusste zu treffen: Das verspricht World Climaps, eine neue Non-Profit-Organisation einer Zürcherin.

von
bec
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So sieht die Karte aus. Die violetten Punkte zeigen Orte, an denen Folgen des Klimawandels festgestellt wurden. Die grünen zeigen Orte, an denen Aktionen gegen den Klimawandel vorgenommen wurden.

So sieht die Karte aus. Die violetten Punkte zeigen Orte, an denen Folgen des Klimawandels festgestellt wurden. Die grünen zeigen Orte, an denen Aktionen gegen den Klimawandel vorgenommen wurden.

WorldClimaps
Francesca Camilla Bruno kam auf die Idee, als sie ein Buch voller Daten für die ETH lesen musste.

Francesca Camilla Bruno kam auf die Idee, als sie ein Buch voller Daten für die ETH lesen musste.

Francesca Camilla Bruno

Was sind eigentlich die Auswirkungen des Klimawandels? Und was wird dagegen getan? Um diese Fragen einfach und verständlich zu beantworten, haben Francesca Camilla Bruno (27) aus Zürich, Martina Cividini (27) aus Mailand und Jonathan Argentiero (31) aus Paris das Non-Profit-Start-up World Climaps gegründet.

Die Internetplattform besteht aus einer interaktiven Karte, die Informationen über die Folgen des Klimawandels und Massnahmen dagegen enthält. Bruno: «Es wird viel über Klimawandel geredet und geschrieben, aber es ist schwierig, dabei den Überblick zu behalten, was gerade auf unserem Planeten passiert. Dabei sind wir bereits alle vom Klimawandel betroffen.»

Auf die Idee kam Bruno vor drei Jahren, als sie an der ETH Umweltingenieurwissenschaften studierte. Für einen Kurs musste sie ein Lehrbuch über dieses Thema lesen. «Da waren sechs Kapitel trockene Daten und erst ganz am Ende ein kleines Bild zur Veranschaulichung», erzählt Bruno, «da wurde mir klar, was ich zu tun hatte.»

Neue Bärenart wegen Klimawandel

Um diese Informationen für alle zugänglich zu machen, werden auf World Climaps Artikel aus den Medien auf einer Weltkarte angeordnet. Zum Beispiel ist über Khartum, die Hauptstadt des Sudans, ein Artikel von CNN verlinkt, in dem die Auswirkungen des Klimawandels im Sudan beschrieben werden. Dort wird vorausgesagt, dass der Sudan unbewohnbar werden könnte, wenn die Klimaerwärmung wie angenommen voranschreitet. Aus einem Artikel des «Guardian» erfährt man, dass im kanadischen Arviat eine neue Bärenart entdeckt wurde: der Grolar Bear. Er ist ein Hybrid aus Eis- und Grizzlybär; die beiden Arten treffen wegen der Erderwärmung häufig aufeinander.

Auch Aktionen gegen den Klimawandel sind auf der Karte verankert. So zum Beispiel ein Kunstprojekt in Salerno in Italien, das einen Berg wieder mit Bäumen «aufladen» soll. Dabei werden 5000 Bäume in Form einer aufladbaren Batterie auf den Berg gepflanzt. Dies soll der gerodeten Fläche die Möglichkeit geben, wieder einen Wald zu entwickeln. Dieser Artikel stammt von «Inhabitat». «Alle Artikel sind auf vertrauenswürdige Quellen, etwa wissenschaftliche Studien, zurückzuführen und an dem Ort auf der Karte gezeigt, an denen die Veränderung stattfindet», erklärt Bruno.

Austausch fördern

Weiter soll World Climaps Umweltaktivisten vernetzen. «Ich habe eine Konferenz besucht, an der über Tausend Leute über Lösungen für den Klimawandel geredet und diskutiert haben, da fühlt man sich, als könnte man die Welt retten», sagt Bruno. «Wieder zu Hause schien das Ziel aber viel zu gross und ich allein viel zu klein.» Dagegen helfe nur, wenn man sich mit Gleichgesinnten austauschen könne.

Auch Umweltorganisationen hätten schon Interesse angemeldet, um so mit Interessierten in Kontakt zu treten. Um diesen Teil zu realisieren, hat das Team zusammen mit Differencelab.org eine Crowdfunding-Kampagne lanciert.

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