Kalter Sommer: Klimaerwärmung macht Pause
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Kalter SommerKlimaerwärmung macht Pause

Die Klimaerwärmung geht weiter, aber sie macht eine Pause. Grund dafür sind unter anderem kurzfristig schwächere Sonneneinstrahlung und Phänomene wie La Niña.

Bis in die 1990er-Jahre stiegen die globalen Temperaturen markant an. Seit 1998 wurde es auf der Erde aber nur wenig wärmer - und dies, obwohl der Ausstoss an Treibhausgasen weiter zunahm.

Klimaskeptiker nutzten diesen vermeintlichen Widerspruch in den vergangenen Jahren immer wieder, um den Klimawandel als Ganzes oder sein Schadenspotenzial in Frage zu stellen. Die Mehrheit der Klimawissenschaftler betonte aber, dass die kurzfristige «Klimapause» einer langfristigen Erwärmung nicht widerspreche.

Für die Erwärmungspause fanden sie mehrere mögliche Ursachen, die nun erstmals systematisch untersucht wurden, wie die ETH am Montag mitteilte. Verantwortlich für die Studie war Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich.

In seiner Auswertung kommt er zum Schluss, dass für die «Klimapause» vor allem zwei Ursachen verantwortlich sind. Die Resultate sind in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift «Nature Geoscience» veröffentlicht.

La Niña lässt die Temperaturen sinken

Erste Ursache sind natürliche Klimaschwankungen wie El Niño, der für steigende Temperaturen sorgt, und sein Gegenphänomen La Niña. Sie lässt die Temperaturen sinken und war in den vergangenen Jahren besonders aktiv. Ohne La Niña wäre es deutlich wärmer gewesen.

Zweiter Hauptgrund ist laut der Studie, dass die Sonneneinstrahlung in den vergangenen Jahren schwächer war als vorausgesagt. Während die so genannten Sonnenflecken-Zyklen in der Vergangenheit jeweils 11 Jahre dauerten, brachte es die letzte Periode schwacher Sonneneinstrahlung aus unbekannten Gründen auf 13 Jahre.

Mehr Schwebeteilchen - weniger Sonneneinstrahlung

Ausserdem haben mehrere Vulkanausbrüche wie jener des Eyjafjallajökull in Island im Jahr 2010 die Konzentration der Schwebeteilchen in der Atmosphäre erhöht. Dies reduzierte die Sonneneinstrahlung, die auf der Erdoberfläche eintrifft.

Knutti nimmt zudem an, dass die offiziellen Messdaten zu tief sind. Denn zur Berechnung der Durchschnittstemperatur würden nur Messwerte von Wetterstationen am Boden verwendet.

Weil es solche nicht überall auf der Erde gibt, etwa in der Arktis, werden Satellitendaten verwendet. Diese liefern aber keine Angaben über besonders hohe Ausschläge gegen oben. Die Durchschnittstemperatur werde folglich zu tief angegeben.

Kein Grund, an der Klimaerwärmung zu zweifeln

Für den Forscher ist deshalb klar: Trotz Pause gibt es keinen Anlass, an der Klimaerwärmung zu zweifeln. «Wir können die kurzfristigen Schwankungen gut erklären. Sie ändern nichts daran, dass sich das Klima langfristig wegen der Treibhausgasemissionen deutlich erwärmen wird.»

Sobald sich Sonnenaktivität, Schwebeteilchen-Konzentration sowie Klimaphänomene wie La Niña wieder den Werten früherer Jahrzehnte annähern, wird die Erwärmung gemäss Studie weitergehen. (sda)

Die Schweiz hat die ihr zustehenden Ressourcen für 2014 schon verbraucht

Die Weltbevölkerung hat in diesem Jahr bereits die Ressourcen verbraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann, wie die Umweltorganisation WWF in einer Mitteilung vom Montag schreibt.

Nach dem «World Overshoot Day» vom Dienstag lebe die Welt «auf Pump».

Die Schweizer Bevölkerung habe die ihr zustehenden Ressourcen schon seit dem 9. Mai verbraucht, die USA bereits im März.

Die Politik hat laut WWF erkannt, dass eine schonendere Rohstoffproduktion und ein effizienter Umgang mit den Ressourcen notwendig ist. Der Bundesrat will das Umweltschutzgesetz um den Aspekt der Ressourcenschonung und -effizienz ergänzen. Das Parlament diskutiert demnächst die Ausgestaltung der Revision.

Der WWF unterstützt das vom Bundesrat vorgeschlagene mehrstufige Verfahren, welches stark auf freiwillige Branchenvereinbarungen aufbaut. Verbindliche Vorgaben sind danach erst «im Fall von Trittbrettfahrern oder bei internationalem Angleichungsbedarf» vorgesehen.

Es sei ein pragmatischer Ansatz, der sich bisher bewährt habe, schreibt die Umweltorganisation. Wichtig sei allerdings, dass die im Ausland anfallenden Umweltbelastungen mitberücksichtigt würden. Heute fielen nämlich fast drei Viertel der Umweltbelastungen ausserhalb der Schweizer Grenzen an.

Der WWF fordert auch, dass Hersteller und Händler ab einer gewissen Grösse dazu verpflichtet werden, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, wie gross der Anteil von besonders umweltbelastenden Rohstoffen ist, die etablierte Nachhaltigkeitsstandards einhalten. (sda)

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