Uni Zürich: Klimawandel führte zu Selbstbefruchtung
Aktualisiert

Uni ZürichKlimawandel führte zu Selbstbefruchtung

Klimaveränderungen haben dazu geführt, dass die unscheinbare Pflanze Ackerschmalwand zur Selbstbefruchterin wurde. Das zeigt die Studie eines internationalen Forscherteams unter der Leitung der Universität Zürich.

Die Befruchtung durch den eigenen Pollen bringt Pflanzen Nachteile, wie die Universität Zürich am Montag mitteilte. Die Folge ist nämlich Inzucht, die dazu führen kann, dass Pflanzen schwächer werden oder gar degenerieren. Trotzdem kann Selbstbefruchtung sinnvoll sein, etwa wenn Bestäuber oder Paarungspartner rar sind.

Genau dies erlebte die bei Botanikern als Modellpflanze beliebte Ackerschmalwand. Sie überlebte die Eiszeiten in warmen Regionen, zum Beispiel auf der iberischen Halbinsel. Nach dem Abschmelzen der Gletscher vergrösserte sie ihr Verbreitungsgebiet wieder. Allerdings mangelte es ihr bei der Ausbreitung an Paarungspartnern.

Wie ein Forschungsteam um Kentaro Shimizu von der Uni Zürich im Fachmagazin «Nature» berichtet, veränderte sich die Pflanze in dieser Zeit so, dass sie sich selbst befruchten konnte. Laut den Forschern geschah die Entwicklung der Selbstbefruchtung rasch und vor - evolutionsbiologisch gesprochen - relativ kurzer Zeit.

Sie wiesen dies anhand einer Ackerschmalwand-Pflanze nach, die sie bei Weiningen im Kanton Zürich gefunden hatten. Diese Variante verfügt im Gegensatz zu anderen Ackerschmalwand-Pflanzen über ein intaktes weibliches Gen namens SRK. Das aus diesem Gen entstehende Eiweiss erkennt im Stempel der Pflanze den eigenen Pollen und stösst ihn ab.

Die Veränderung zur Selbstbefruchtung habe das Überleben der Art ermöglicht, heisst es in der Mitteilung. Doch sie sei praktisch unumkehrbar. Das bedeute, dass auch durch den heutigen Klimawandel hervorgerufene genetische Veränderungen in Pflanzen und Tieren sich nicht einfach wieder rückgängig machen lassen.

(sda)

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