Klimawandel kostet Menschenleben
Aktualisiert

Klimawandel kostet Menschenleben

Überschwemmungen, Stürme und andere Naturkatastrophen haben im vergangenen Jahr weltweit fast 21'800 Menschen das Leben gekostet.

Das ist weniger als ein Drittel des Vorjahres, als die Flutkatastrophe in Südasien etwa 92.000 Menschen in den Tod riss, wie die Vereinten Nationen am Montag in Genf mitteilten. In Europa trieben extreme Temperaturen die Opferzahlen dagegen in die Höhe: Hier starben fünf Prozent mehr Menschen an natürlichen Katastrophen als im Gesamtdurchschnitt der fünf Jahre davor.

«Die Zahlen von 2006 bestätigen die Trends, die wir schon seit dem Jahr 2000 beobachten», sagte Debarati Guha-Sapir von der katholischen Universität Leuven in Belgien, die den Bericht zusammengestellt hat. So sei in den vergangenen fünf Jahren die Zahl der bei Naturkatastrophen getöteten Menschen kontinuierlich gefallen - nur der Tsunami im Indischen Ozean 2004 und das Erdbeben in Pakistan 2005 seien hier Ausnahmen.

Dennoch kamen auch im vergangenen Jahr wieder zehntausende Menschen bei Naturkatastrophen ums Leben: Allein in Indonesien starben bei einem Erdbeben im Mai fast 5.780 Menschen, bei einem Taifun auf den Philippinen im Dezember waren es knapp 1.400. Erst kurz zuvor hatte dort ein Erdrutsch mehr als 1.100 Menschen das Leben gekostet. In Belgien und den Niederlanden starben während der Hitzewellen im vergangenen Jahr 940 beziehungsweise 1.000 Menschen, ein Kälteeinbruch in der Ukraine wird für den Tod von rund 800 Menschen verantwortlich gemacht.

«Die europäischen Länder sind bei weitem nicht ausreichend gegen Naturkatastrophen geschützt», warnte Guha-Sapir. Viele Staaten würden dieser Gefahr nicht genügend Beachtung schenken. Weltweit waren 2006 insgesamt etwa 140 Millionen Menschen von Naturkatastrophen betroffen. (dapd)

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