Aktualisiert 05.04.2007 11:18

Klimawandel: Robben-Babys ertrinken

Wegen ungewöhnlich milder Temperaturen in Kanada sind grosse Eisflächen geschmolzen. Dadurch sind mehrere tausend junge Seerobben ertrunken.

Die neugeborenen Robben können in den ersten Wochen ihres Lebens noch nicht schwimmen und sind auf eine feste Eisfläche angewiesen. Das warme Wetter hat jedoch grosse Teile dieser Flächen zum Schmelzen gebracht.

Wegen dieser Entwicklung sei auch die Beute der Robbenjäger deutlich kleiner ausgefallen als sonst, sagte Phil Jenkins vom kanadischen Fischereiministerium. In der ersten Phase der umstrittenen Robbenjagd seien 860 Tiere getötet worden. Die Behörden haben für alle drei Phasen der Jagd eine Quote von 270.000 Tieren zugelassen, 65.000 weniger als im vergangenen Jahr. Die Jäger verkaufen das Fell der Tiere nach Norwegen, Russland und China. Die Regierung schätzt den Bestand der Seerobben in Kanada nach Daten aus dem Jahr 2004 auf etwa 5,5 Millionen Tiere. Im kommenden Jahr soll die Population erneut geschätzt werden.

Die meisten Robben leben in Nordostkanada, wo am Mittwoch die zweite Phase der Jagd begann. Die klimatischen Bedingungen haben sich dort nicht verändert, so dass mit der Tötung von tausenden Tieren gerechnet wird. Wegen schlechter Wetterbedingungen fuhren nach Angaben von Jenkins aber zunächst nur zwölf Boote mit Jägern aus. Eine dritte Phase der Jagd findet vor Neufundland statt.

Tierschützer kritisierten die Entscheidung der Regierung, die Jagd auch im Süden zu erlauben, gleichzeitig aber keine Genehmigungen für die Beobachtung der Jagd zu erteilen. Gegen die Robbenjagd setzen sich regelmässig Prominente ein, darunter Paul McCartney, die französische Ex-Schauspielerin Brigitte Bardot und US-Star Pamela Anderson. (dapd)

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