Starkregen: Klimawandel sorgt für heftigere Vulkanausbrüche und schwerere Folgen

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StarkregenKlimawandel sorgt für heftigere Vulkanausbrüche und schwerere Folgen

Starkregen und Vulkane sind einer Studie zufolge keine gute Kombination. Denn das Wasser durchweicht die Vulkanhänge. Das führt zu häufigeren Ausbrüchen und intensiveren Folgen.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Starkregen setzt Vulkanen stark zu – etwa weil er ihre Vulkanhänge durchweicht, was Ausbrüche begünstigt und die Wahrscheinlichkeit für gefährliche Hangrutschungen und Schlammlawinen erhöht.

Starkregen setzt Vulkanen stark zu – etwa weil er ihre Vulkanhänge durchweicht, was Ausbrüche begünstigt und die Wahrscheinlichkeit für gefährliche Hangrutschungen und Schlammlawinen erhöht.

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Beispiele hierfür sind die durch Regenfälle ausgelösten Explosionen am Mount St. Helens (USA) in den 1980er- und 1990er-Jahren. (Im Bild: Mount St. Helens, 1980)

Beispiele hierfür sind die durch Regenfälle ausgelösten Explosionen am Mount St. Helens (USA) in den 1980er- und 1990er-Jahren. (Im Bild: Mount St. Helens, 1980)

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Beim hawaiianischen Vulkan Kilauea etwa hat Starkregen zu steigendem Porendruck im Gestein geführt, was ebenfalls zu Ausbrüchen führen kann, wie Vulkanologen kürzlich herausfanden. (Im Bild: Kilauea, 2011)

Beim hawaiianischen Vulkan Kilauea etwa hat Starkregen zu steigendem Porendruck im Gestein geführt, was ebenfalls zu Ausbrüchen führen kann, wie Vulkanologen kürzlich herausfanden. (Im Bild: Kilauea, 2011)

Wikimedia Commons/paul (dex) bica/CC BY 2.0

Darum gehts

  • Der Klimawandel kann Vulkanausbrüche verstärken. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschenden der University of Miami. 

  • Denn Starkregen beeinflusst die Vulkane selbst und ihre Umgebung auf oft ungünstige Weise. 

  • Bei mehr als 700 Vulkanen dürften durch Wassermassen verursachte vulkanische Aktivitäten zunehmen, so die Wissenschaftler. 

  • Der Grund: Klimamodelle weisen darauf hin, dass es in den kommenden Jahrzehnten weltweit in mehr als der Hälfte der Vulkangebiete häufiger heftig regnen wird als bisher.

  • Von den Veränderungen betroffen sind laut den Forschenden nicht nur tropische Vulkane, sondern auch solche in gemässigten und polaren Breiten.

Heftige Regenfälle beeinflussen Vulkane auf vielfache Weise. Die Massen an Wasser durchtränken den Untergrund und lassen ihn instabil werden. Dadurch können Vulkanhänge und Lavadome kollabieren und Eruptionen verursachen. Auch Lahare – Lawinen aus heissem Schlamm – und Hangrutschungen werden durch Starkregen begünstigt. Beim hawaiianischen Vulkan Kilauea etwa hat Starkregen zu steigendem Porendruck im Gestein geführt, was ebenfalls zu Ausbrüchen führen kann, wie Vulkanologen kürzlich herausfanden.

Beispiele für durch Regen begünstige Ausbrüche gibt es einige, schreiben Jamie I. Farquharson und Falk Amelung von der University of Miami im Fachjournal «Royal Society Open Science». Die beiden Forscher haben historische Vulkandaten analysiert und herausgefunden, «dass Starkregen bei einem von sieben Vulkanen Eruptionen auslösen oder Ausbruchsfolgen verschlimmern kann», wie Spektrum.de schreibt.

«Erheblicher Einfluss»

In der Vergangenheit hätten Niederschläge bereits an über 170 überirdischen Vulkanen primäre vulkanische Aktivitäten oder sekundäre Gefahren ausgelöst, begünstigt oder verschlimmert, so das Duo. Farquharson und Amelung werten das als «deutlichen Hinweis darauf, dass der Einfluss des Wasserkreislaufs auf vulkanische Systeme erheblich sein kann.»

Für die Zukunft zeichnen die beiden Forschenden entsprechend ein eher düsteres Bild: «Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei ungebremster globaler Erwärmung die Häufigkeit von primären und sekundären durch Regenfälle verursachten vulkanischen Aktivitäten – wie Kuppelexplosionen oder Flankenkollaps – an mehr als 700 Vulkanen rund um den Globus zunehmen wird.» Denn Klimamodelle wiesen darauf hin, dass es in den kommenden Jahrzehnten weltweit in mehr als der Hälfte der Vulkangebiete häufiger heftig regnen wird als bisher.

Empfehlungen für die Zukunft

Anders als bislang angenommen seien nicht nur tropische Vulkane betroffen, sondern auch solche in gemässigten und polaren Breiten. Zu diesen zählen etwa der Mount St. Helens in den USA, der Merapi in Indonesien oder der Ätna auf Sizilien. Aber auch Vulkane auf den Aleuten, einer Inselkette zwischen Nordamerika und Asien, und in Japan. Die Forschenden empfehlen, den Zusammenhang von Klimawandel und Vulkangefahren künftig bei der Risikobewertung von Vulkanen stärker zu berücksichtigen. Zudem raten sie, die Vulkan-Überwachungssysteme entsprechend anzupassen.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Zukunftsangst

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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