Stadt Bern: Klingelnde Kassen beim Sonntagsverkauf
Aktualisiert

Stadt BernKlingelnde Kassen beim Sonntagsverkauf

Die Berner Detailhändler freuen sich: Pünktlich zum zweiten Sonntagsverkauf waren die Berner in Shoppinglaune.

von
Nadine Ellis

Trotz warmer Temperaturen haben sich die Berner am Sonntagsverkauf des 4. Advent ins Getümmel gestürzt und fleissig eingekauft. Während die Detailhändler in Zürich in diesem Jahr mit einem schwierigen Weihnachtsgeschäft zu kämpfen haben, zeigen sich viele Geschäfte in der Stadt Bern zufrieden: Die Kassen klingeln, der Umsatz stimmt und weitere umsatzstarke Tage kurz vor Weihnachten stehen noch bevor.

Bei der Migros Aare zeigt man sich daher nach dem zweiten Sonntagsverkauf zufrieden: «Wir haben festgestellt, dass die Frequenzen in der Innenstadt sehr hoch und die Leute sehr entspannt unterwegs waren», sagt Migros-Sprecher Reto Wüthrich. Zwar sei das Frühlingswetter sicher kein Wunschwetter für den Detailhandel – «gerade die klassischen Wintersportartikel haben es daher schwer». Dafür liefen wiederum die Weihnachtsbäume und die Weihnachtsdeko besonders gut: «Da es draussen nicht weihnachtlich ist, wollen die Leute es in der Wohnung umso stimmungsvoller haben.»

Kritischere Töne vom Bern-City-Direktor

Auch beim Berner Traditionsunternehmen Loeb lief es am Sonntag rund. «Grundsätzlich hat das frühlingshafte Wetter zwar nicht geholfen», erklärt Loeb-Sprecherin Nicole Studer. Dennoch seien insbesondere die weihnachtstypischen Abteilungen wie Haushalt gut gelaufen. «In der vergangenen Woche hat das Geschäft spürbar angezogen. Vorher war den Leuten wegen des milden Wetters noch nicht bewusst, dass Weihnachten kurz vor der Tür steht», sagt Studer. Generell laufe der zweite Sonntagsverkauf auch immer besser als der erste. «Wo sich das Wetter allerdings bemerkbar gemacht hat, ist in den textilen Abteilungen. So blieb es in unserer Damenmodeabteilung eher ruhig», so Studer.

«Der Sonntagsverkauf ist für viele Geschäfte in Bern harzig verlaufen», berichtet Bern-City-Direktor Sven Gubler. Sicherlich gebe es einen Teil, der teilweise zufrieden sei – dies beträfe aber eher Warenhäuser mit einem Lebensmittelbereich. In den Non-Food-Geschäften sei es dürftig gelaufen, auch wenn die Stadt voll war. «Viele haben sich zwar umgeschaut, aber sehr zurückhaltend gekauft», so Gubler. Gründe sieht er einerseits in der Wirtschaftslage und im Einkaufstourismus, andererseits sei aber auch das Internet ein riesiges Thema: «Immer mehr Leute bestellen über das Internet und bekommen die Ware auch noch bis zum 24. Dezember nach Hause geliefert.»

Verunsicherung wegen der Anschläge?

Besser sieht es auf dem Berner Weihnachtsmarkt beim Münster aus: Der Märit hat am Sonntag zahlreiche Besucher angelockt. Laut Stephan Mosimann, Präsident des Vereins Berner Münster Weihnachtsmarkt, war es ein sehr guter Tag – sowohl was die Besucherzahl als auch das Interesse und den Verkauf betrifft: «Man hat gar nicht gemerkt, dass es nicht so winterlich war.» Genaue Zahlen habe er noch keine: «Ich habe aber das Gefühl, dass wir etwa gleich viel Umsatz gemacht haben wie im letzten Jahr – vielleicht auch etwas weniger», schätzt Mosimann. Dafür, dass einige Leute hinsichtlich der vergangenen Anschläge verunsichert seien, sei man aber äusserst zufrieden.

Zufrieden trotz warmer Temperaturen ist auch Marroni-Importeur Renzo Strazzini: «Am Sonntag waren die Leute schon sehr gestresst und hatten wohl schon ihre letzten Päckli im Kopf. Dafür lief es am vorangehenden Wochenende umso besser – fast schon rekordverdächtig gut.»

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