iAudio D2+ DAB: Klingt gut
Aktualisiert

iAudio D2+ DABKlingt gut

Cowon steht für eine hervorragende Soundqualität seiner Multimediaplayer. Ob das auch für den neuesten Spross der Südkoreaner gilt und was er in Sachen Digitalradio (DAB) zu bieten hat, zeigt der Test von 20 Minuten Online.

von
Henning Steier

Kaum war der Karton des Cowon iAudio D2+ DAB geöffnet, wurde er auch schon ungläubig geschüttelt. Doch ein Netzteil fiel nicht heraus. Ein Blick in die Kurzanleitung lieferte die banale Lösung: Wer eines haben möchte, muss es separat kaufen. Das ist ärgerlich, zumal Cowon in der Medienmitteilung zugibt, was ohnehin bekannt ist - dass die Ladedauer per USB-Kabel viel länger ist. Und in der Tat: Im Test brauchte der Akku der von uns ausprobierten 8-Gigabyte-Version bei zwei Ladevorgängen einmal 3:18 und einmal 3:10 Stunden, bis er voll war. Cowon hatte drei Stunden genannt. Entschädigt wird man allerdings mit einer gemessenen Laufzeit von rund 40 Stunden für Musikwiedergabe. Das ist ein prima Wert. Videos konnte der Player mit einer Akkuladung immerhin noch etwa acht Stunden lang wiedergeben, bevor er wieder aufgeladen werden musste - auch dies ist herausragend.

Nutzloser Stift

Das in Silber und Schwarz erhältliche Gerät kann über seinen 2,5-Zoll-Touchscreen bedient werden, welcher im Test gut reagierte. Den mitgelieferten Stift kann man getrost im Karton lassen. Er brachte im Vergleich zur Fingerbedienung keine Verbesserung. Am Gehäuse befinden sich zwei Knöpfe, mit denen sich die Lautstärke regeln lässt, ein Menü-Button und einer zum Einschalten des Players, welcher gleichzeitig als Tastensperre fungiert. Allgemein ist das Gerät gut verarbeitet - mit einer Ausnahme. Die Lasche, hinter der sich die Mini-USB-Buchse befindet, ist nur durch einen dünnen Kunststofffaden gesichert, welcher keinen besonders reissfesten Eindruck machte. Mit Abmessungen von 78 x 55 x 17 Millimetern ist er überdies für den Testergeschmack aber etwas zu dick geraten. Das Gewicht von rund 90 Gramm ist für ein Gerät dieser Grösse in Ordnung.

Ein iPod nano ist zwar deutlich schlanker als die Cowon-Player, wird aber im Unterschied zu diesem nicht als externes Laufwerk angezeigt, wenn man ihn mit dem Rechner verbindet. Letzteres ist praktisch, weil man kein iTunes installieren muss, um Dateien auf ihm zu speichern. Und noch etwas haben Cowon-Player wie auch der von 20 Minuten Online im Frühjahr getestete S9 der Apfel-Konkurrenz voraus: den sehr guten Klang. Auch der iAudio D2+ DAB macht da keine Ausnahme und liefert Spitzensoundqualität, für die es aber einen eigenen Kopfhörer braucht. Denn der mitgelieferte ist ein Einstiegsmodell. Unverständlich bleibt, warum das Gerät wie schon sein Vorgänger D2 DAB keine AAC-Dateien unterstützt. Dieses Format liefert bessere Qualität und ist vor allem durch Apple populär geworden.

Bilderschau mit Musik

Sonst ist die Ausstattung gut: Der Cowon iAudio D2+ DAB eignet sich als Diktiergerät, bietet einen Taschenrechner, Flash-Player sowie TV-Anschluss, für den es allerdings ein Kabel braucht, welches auch nicht im Lieferumfang enthalten ist. Zwar überzeugt das QVGA-Display mit 16 Millionen Farben und einer Auflösung von 320 x 240, zum bequemen Videoschauen ist es aber zu klein. Für die Betrachtung von Fotos taugt es aber allemal. Nette Idee: Hört man Musik und schaut sich dann Bilder an, läuft der aktuelle Song weiter.

Neben einem klassischen UKW- hat der Player auch DAB-Radio an Bord, welches für bessere Soundqualität und das Empfangen von Zusatzinformationen wie Texten steht. Im Testgebiet Zürich waren immerhin fünf der digitalen Sender empfangbar. Allerdings wurde kaum ein Song bis zum Ende abgespielt, ohne wegen Signalstörungen unterbrochen zu werden. Dies war an allen fünf Testorten im gesamten Stadtgebiet der Fall. Hier sind allerdings die Betreiber der DAB-Infrastruktur gefordert, eine bessere bereitzustellen. Auf seiner Homepage bietet Cowon überdies ein Firmware-Update zur Nutzung des DAB+-Standards an. Dieser wird allerdings erst in Graubünden genutzt und soll Mitte Oktober schweizweit eingeführt werden. Daher konnte er von 20 Minuten Online nicht ausprobiert werden. Grob verkürzt, lassen sich mit DAB+ mehr Sender gleichzeitig ausstrahlen.

Fazit

Für etwa 260 Franken bekommt man einen gut ausgestatteten Player, der vor allem durch seinen herausragenden Sound und sehr lange Akkulaufzeit überzeugt. Negativ aufgefallen sind seine Dicke und der fragile Stift.

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