Ukraine: Klitschko will heute Bürgermeister werden
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UkraineKlitschko will heute Bürgermeister werden

Die Menschen in der Ukraine wählen heute einen neuen Präsidenten. Während die Separatisten die Wahl ablehnen, will Vitali Klitschko Bürgermeister von Kiew werden.

In der krisengeschüttelten Ukraine sind am heute Sonntag etwa 35 Millionen Menschen zur Wahl eines neuen Präsidenten aufgerufen. Die Abstimmung soll dazu beitragen, die Lage in der früheren Sowjetrepublik zu stabilisieren.

Als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge des nach Russland geflüchteten Staatschefs Viktor Janukowitsch gilt der Schokoladenfabrikant Pjotr Poroschenko. Erhält keiner der 21 Bewerber die absolute Mehrheit, ist im nahezu bankrotten Land eine Stichwahl nötig.

Putin will Wahl respektieren

Prorussische Separatisten halten im Osten der Ukraine weite Gebiete besetzt. Sie lehnen die Wahl als illegitim ab. Russlands Präsident Wladimir Putin hingegen kündigte an, das Ergebnis zu «respektieren». Er sprach aber nicht von «Anerkennung.» Die proeuropäische Führung des wichtigsten Transitlandes für russisches Gas nach Westen hat eingeräumt, dass die Wahl nicht im ganzen Land stattfinden kann.

In der Hauptstadt Kiew tritt zugleich der frühere Boxweltmeister Vitali Klitschko als Kandidat bei der Bürgermeisterwahl an. Umfragen sehen den 42-Jährigen deutlich in Führung. 2006 und 2008 hatte Klitschko die Bürgermeisterwahlen verloren.

Das Amt hat vor allem repräsentative Funktion. Die Entscheidungen fällt vor allem der Chef der Stadtverwaltung, der vom Präsidenten ernannt wird. (sda)

Keine neuen OSZE-Beobachter in der Ost-Ukraine

Die Abstimmung in der Ukraine soll zur Stabilisierung der früheren Sowjetrepublik beitragen. Im Osten des Landes herrschen jedoch noch immer Chaos und Anarchie.

Daher verzichtet die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wohl darauf, am Wahltag sogenannte Kurzzeit-Wahlbeobachter in die Ostukraine zu entsenden. Das verlautete aus der OSZE und wurde mit der prekären Sicherheitslage begründet. Die Langzeitbeobachter, die bereits vor Ort waren, sollen davon nicht betroffen sein. (sda)

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