Grosse Nachfrage in Dubai - Klon-Kamele sind in Dubai so gefragt – Forschende kommen nicht mehr nach
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Grosse NachfrageKlon-Kamele sind in Dubai gefragt – Forschende können Bedarf kaum decken

Warum Kamele züchten, wenn man sie auch klonen kann? Das denken sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten wohl viele Menschen. Die Klon-Industrie boomt.

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In Dubai gibt es offenbar nichts, das es nicht gibt. 

In Dubai gibt es offenbar nichts, das es nicht gibt.

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In der grössten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate steigt die Nachfrage nach Klon-Kamelen. (Im Bild: Nisar Wani, wissenschaftlicher Direktor des Reproductive Biotechnology Center)

In der grössten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate steigt die Nachfrage nach Klon-Kamelen. (Im Bild: Nisar Wani, wissenschaftlicher Direktor des Reproductive Biotechnology Center)

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Die Kamel-Zucht ist mittlerweile weniger gefragt. (Im Bild: geklonte Kamelkälber des Reproduktions-Instituts)

Die Kamel-Zucht ist mittlerweile weniger gefragt. (Im Bild: geklonte Kamelkälber des Reproduktions-Instituts)

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Darum gehts

  • In Dubai überlassen viele Kamelhalter nichts mehr dem Zufall.

  • Statt auf Zuchttiere setzen sie auf Klon-Kamele.

  • Die Nachfrage übersteigt das Angebot.

  • Die Anbieter haben ihr Vorgehen bereits angepasst.

In Dubai werden Kamele nicht mehr nur gezüchtet, sondern auch geklont. Die Nachfrage ist riesig. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der dortigen Kamelklonindustrie arbeiten im Akkord, um die grosse Nachfrage zu befriedigen. Vor allem in Schönheitswettbewerben und bei Kamelrennen überlassen die Halter nichts mehr dem Zufall, sondern lassen ihr preisträchtiges Tier einfach klonen. Für eine Kopie eines besonders schönen oder schnellen Tieres bezahlen grosse Kunden auch gerne über 95’000 Euro, etwas mehr als 100’000 Franken.

Im Reproductive Biotechnology Center in Dubai geschieht das «Wunder», wie die Anbieter die Möglichkeit anpreisen. Das lukrative Geschäft um die Schönheit eines Kamels mag für uns Mitteleuropäer völliger Unsinn sein, bildet aber vor allem in den arabischen Emiraten eine Lebensgrundlage für viele. Die Wüstenschiffe, wie die Tiere auch genannt werden, werden längst nicht mehr nur zum Transport über Sanddünen gezüchtet, sondern sind ein Statussymbol der traditionellen Golfkultur. Schönheit, Fleisch, Milch und Rennen sind heute die Aufgaben von Kamelen und Dromedaren.

Wie wichtig etwa Siege bei Kamel-Schönheitswettbewerben in den Vereinigen Arabischen Emiraten sind, zeigten Fälle, in denen die Besitzer nicht davor zurückschrecken, den Tieren mithilfe von Botox in Lippen, Schnauze und Kinnpartie zu noch mehr Schönheit verhelfen wollen.

35 Liter statt normal fünf Liter pro Tag

Am 8. April 2009 kam das erste geklonte Kamel in Dubai zur Welt: Injaz, eine Kamelstute, deren Name «Errungenschaft» bedeutet. Seither werden zwischen zehn und 28 geklonte Kamelbabys pro Jahr geboren, darunter garantierte, sogenannte «Rennmeister», «Milchproduzentinnen» und «Schönheitsköniginnen». «Wir haben einige Kamelkühe geklont, die mehr als 35 Liter Milch pro Tag geben», zitiert die Nachrichtenagentur AFP Nisar Wani, den Leiter des Reproductive Biotechnology Centers. Normale Kamele geben im Durchschnitt nur fünf Liter.

Während es bei Tierschützern weltweit zu einem grossen Aufschrei kommt, haben die Klon-Experten aus Dubai nun sogar neue Techniken mit Leihmüttern entwickelt um das Tempo halten zu können. «Bei diesem Verfahren, das wir multiple Ovulation und Embryotransfer nennen, stimulieren wir die Champion-Weibchen und paaren sie mit Champion-Männchen», so Wani zur AFP. Nach sieben bis acht Tagen würden den Weibchen die Embryonen entnommen und in Leihmütter eingesetzt, bei denen es sich um ganz normale Tiere handelt. «Diese Mütter tragen die Babys bis zur Geburt aus, und statt jeweils nur ein Baby zu produzieren, können wir viele Kälber von diesen Tieren erzeugen.»

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(tine/fee)

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