Südkorea: Klonkönig Hwang ist schuldig
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SüdkoreaKlonkönig Hwang ist schuldig

Vier Jahre nach der Aufdeckung seiner Fälschungen ist der südkoreanische Klonforscher Hwang Woo Suk zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ein Gericht befand ihn schuldig, Forschungsgelder veruntreut und sich illegal Eizellen für die Experimente beschafft zu haben.

Allerdings wurde der einst als «Volksheld» gefeierte Forscher vom Vorwurf freigesprochen, sich durch seine Fälschungen mit Absicht Fördergelder von zwei lokalen Unternehmen erschlichen zu haben. Die eigentlichen Fälschungen der Studien waren nicht Gegenstand der Urteilsfindung in dem mehr als drei Jahre dauernden Prozess.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den 56-jährigen Hwang vier Jahre Haft wegen Betrugs, Untreue und des Verstosses gegen das Bioethikgesetz beantragt. Laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap kündigten die Anklagevertreter an, das Urteil anfechten zu wollen.

Reue gezeigt

Hwangs Vergehen seien «schwerwiegend», weil er gegen das Gesetz zur Verwendung menschlicher Eizellen verstossen und insgesamt 830 Millionen Won (Etwa 700'000 Franken) für private Zwecke veruntreut habe, zitierte Yonhap den Vorsitzenden Richter des zentralen Bezirksgerichts in Seoul.

Das Gericht begründete laut Berichten südkoreanischer Medien die Bewährungsstrafe unter anderem damit, dass Hwang während der Verhandlung Reue gezeigt habe. Auch habe ihm die Staatsanwaltschaft nicht die Fälschungen selbst in der Anklage zur Last gelegt.

Die bewussten Manipulationen hätten jedoch als Pflichtverletzung ausgelegt werden können. Hwang habe seine früheren Assistenten dazu aufgefordert, die in den Jahren 2004 und 2005 veröffentlichten Forschungsdaten zu den Stammzellexperimenten zu manipulieren.

Studien zurückgezogen

Hwangs Fälschungen sorgten für einen der aufsehenerregendsten Wissenschaftsskandale in den vergangenen Jahrzehnten. Ende 2005 waren zwei zuvor als bahnbrechend gefeierte Stammzellstudien als Fälschungen aufgeflogen. Anfang 2006 musste das Fachjournal «Science» diese Studien zurückziehen.

Hwang und sein Team hatten behauptet, als weltweit erste Forscher menschliche Stammzellen aus geklonten Embryonen gewonnen zu haben. Später wurde Hwang noch für seinen Artikel über das Klonen massgeschneiderter Stammzellen für Patienten gefeiert. Nach Angaben der Ermittler hatten die patientenspezifischen Stammzellen niemals existiert.

Geklonter Hund echt

Der weltweit erste geklonte Hund, den ein Forscherteam um Hwang 2005 vorgestellt hatte, hatte sich dagegen als echt erwiesen. Vor drei Jahren hatte die südkoreanische Regierung Hwang die Erlaubnis zur Stammzellenforschung entzogen.

Ziel von Forschern ist es, mit dem Klonen menschlicher Stammzellen mögliches Ersatzgewebe für schwer kranke Menschen zu gewinnen. Embryonale Stammzellen sind noch nicht auf eine besondere Aufgabe festgelegt und können damit prinzipiell zu allen Zelltypen werden.

(sda)

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