Champions League: Klopps BVB droht eine schwarze Woche

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Champions LeagueKlopps BVB droht eine schwarze Woche

In der Bundesliga zurückgebunden, in der Champions League vor dem Aus: Borussia Dortmund und sein Trainer Jürgen Klopp stehen gegen Napoli unter Zugzwang.

Die «Ergebniskrise», nannte der «Kicker» Dortmunds heikle Phase mit dem 0:1 gegen Arsenal, dem 1:2 in Wolfsburg und dem ernüchternden 0:3 im nach der Pause einseitigen Gipfeltreffen gegen Bayern München - und ebendiese Krise erreichte Dortmund zur Unzeit. Eine Folge von drei Niederlagen in Pflichtspielen gab es in fünfeinhalb Saisons unter Jürgen Klopp erst einmal: zwischen dem 31. Januar und dem 13. Februar 2010. Und nun geht es in der Partie gegen Napoli um Alles oder Nichts, auch wenn dies Klopp nicht so sieht. «Ich werde nun nicht den Druck erhöhen, indem ich sage, davon hängt die ganze Saison ab.» Gewinnt Dortmund aber nicht, geht die internationale Saison ab Februar in der Europa League weiter. Die schwarze Woche wäre dann Realität.

Zur Unzeit kommt für Klopp auch, dass er sein Scharnier neu beschlagen muss. Der Stamm in der Innenverteidigung (Hummels, Subotic) ist verletzt, aus dem gleichen Grund fehlt Linksaussen Marcel Schmelzer. Und Manuel Friedrich, der gegen die Bayern nach nur drei Tagen im Kader und davor über sechs Monaten ohne Spielpraxis von Beginn weg ran musste, ist in der Champions League nicht einsatzberechtigt. Also wird Klopp improvisieren müssen. Eine Dreierkette aufstellen? Einen defensiven Mittelfeldspieler (Sebastian Kehl, Sven Bender) temporär auf der ungewohnten Position als Innenverteidiger auflaufen lassen? Oder einen deutschen U20-Internationalen (Koray Günter) mit zwei Minuten Bundesliga-«Erfahrung» bringen? Welchen Entscheid Klopp auch immer treffen wird, er muss erfolgsbringend sein.

In Dortmund glaubt man ans Weiterkommen

Die Vereinsführung glaubt felsenfest an den Verbleib des BVB im lukrativeren der beiden Uefa-Klub-Wettbewerbe. «Wir können dieses Spiel gewinnen, wenn die Jungs alles aus sich herausholen. Und wir werden dieses Spiel gewinnen, weil die Jungs alles aus sich rausholen», versprach Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Sonntag auf der Hauptversammlung des Klubs. Präsident Reinhard Rauball glaubt, dass die Mannschaft auf die deutliche Niederlage gegen den nationalen Rivalen aus München reagieren wird. «Sie wird das Gesicht zeigen, das wir von ihr erwarten.»

Napoli mit dem Schweizer Mittelfeld-Trio Gökhan Inler, Valon Behrami und Blerim Dzemaili genügt ein Remis, um zum zweiten Mal in drei Jahren in die Achtelfinals vorzustossen. In der Serie A lieferte die Squadra von Rafael Benitez im Spitzenkampf bei Juventus Turin (0:3) und bei der ersten Heimniederlage seit Mitte Dezember 2012 (0:1 gegen Parma) zuletzt zwei schwache Leistungen ab. Entsprechend einfach fiel es Benitez, die Favoritenrolle dem Gegner zuzuschieben. «Die Niederlage der Dortmunder gegen die Bayern macht mir keine Illusionen. Dortmund zählt zu den stärksten Teams in Europa», sagte er gegenüber dem «Kicker». Napoli muss im Gastspiel im Ruhrpott auf Captain Marek Hamsik verzichten. Der Slowake musste gegen Parma kurz nach seiner Einwechslung und einem Schlag auf den bereits lädierten linken Fuss wieder raus.

Atlético Madrid und Barcelona bereits durch

Mit Atlético Madrid und dem FC Barcelona stehen in jenen Gruppen, in denen am Dienstag gespielt wird, die ersten beiden Achtelfinalisten bereits fest. Weitere Entscheidungen könnten bereits heute Abend fallen. Das seit Wochen kriselnde Milan wäre in der Gruppe H mit einem Auswärtssieg gegen Celtic Glasgow und einem gleichzeitigen Erfolg Barcelonas bei Ajax Amsterdam durch. Im Pool G stünde Zenit St. Petersburg mit einem Sieg gegen Atlético und einer Niederlage von Porto gegen Austria Wien ebenfalls als Teilnehmer der K.o.-Runde fest. (si)

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