«DSDS»-Ärger: Kloster-Anhänger wollen den Final vermiesen
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«DSDS»-ÄrgerKloster-Anhänger wollen den Final vermiesen

Die Szenerie wäre wunderschön: Eine der «DSDS»-Finalshows soll im deutschen Kloster Eberbach stattfinden. Doch mehreren Anwohnern ist die Sendung ein Dorn im Auge.

von
scy

Eltville am Rhein ist ein wunderbar pittoreskes Städchen in Hessen. Dort befindet sich auch das Kloster Eberbach: Die Zisterzienser-Abtei mit ihren frühgotischen Bauten zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern Europas. Sie diente als Schauplatz bekannter Stoffe wie «Der Name der Rose» oder diverser Szenen der Kultserie «Game of Thrones».

Nun hat auch RTL dieses hübsche Fleckchen Erde für sich entdeckt. Eine der «DSDS»-Finalshows soll im April dort über die Bühne gehen. Doch einige Bürger von Eltville haben etwas dagegen. Sie haben sich beim Vorsitzenden des Freundeskreises Kloster Eberbach, Wolfgang Riedel, beschwert.

Die positiven Argumente überwogen

Sie wollen verhindern, dass die Jury um Dieter Bohlen und die Gesangstalente der Einrichtung ihre Aufwartung machen. Denn wenn in der Basilika mal ein Anlass stattfindet, ist es meist ein klassisches Konzert. Der Rheingauer Kunstverein befürchtet zudem, dass jugendliche Vandalen ihr Unwesen treiben könnten.

Martin Blach, Vorstand der Stiftung Kloster Eberbach, kann diese Aufregung nicht verstehen: «Wir haben die Entscheidung nicht leichtfertig oder übereilt getroffen, sondern sorgfältig im Vorfeld abgewogen. Letztlich haben die positiven Argumente überwogen», erklärt er der «Bild»-Zeitung.

Pädagogisches Potenzial

Man habe jahrelange Erfahrung mit grossen Fernsehproduktionen wie «Deutschland sucht den Superstar», so Blach. Die Sendung werde so behandelt wie alle anderen Kunden auch. «Immer so, dass Eberbach auch für die nächsten 900 Jahre Eberbach bleibt.»

So sieht denn auch das hessische Landesamt für Denkmalschutz ein pädagogisches Potenzial. Dank des Events könnten womöglich junge Leute für den besonderen Wert des Klosters sensibilisiert werden, heisst es etwa bei N24.de. Wie der Streit ausgeht, ist derzeit noch unklar.

Deutlich gastfreundlicher als die «DSDS»-Kritiker zeigt sich Martin Blach in der «Bild»-Zeitung. Er lädt Dieter Bohlen schon mal auf ein Gläschen Wein ein: «Wir hoffen, er trinkt Riesling. Sonst wird es eben ein Spätburgunder.»

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