07.10.2014 21:33

AsylKloster Einsiedeln nimmt 25 Eritreer auf

Christen und Muslime unter einem Dach - einem katholischen. Das Benediktinerkloster Einsiedeln öffnet seine Pforten für 25 Flüchtlinge aus Eritrea.

von
brb/lvm

Eingerichtet ist noch nichts. Das wenige Gepäck, das die jungen Eritreer mitbringen, liegt noch im Gang verstreut, die Neuankömmlinge selbst hocken und liegen auf den frisch bezogenen Betten. Sie sind gerade erst angekommen in ihrer neuen Unterkunft - dem Benediktinerkloster in Einsiedeln.

Anhänger verschiedener Religionen in einem katholischen Kloster - da könnten die unterschiedlichen Vorstellungen, wie Religion gelebt wird, kollidieren. Doch Abt Urban Federer lebt die Nächstenliebe und ist zuversichtlich: «Das ist ein gutes Projekt, um zu beweisen, dass Christen und Muslime auch friedlich zusammenleben können.»

Muslime und Christen unter einem Dach

Zwei der 25 Eritreer gehören dem Islam an, die übrigen sind Christen. Wie zum Beispiel Samuel Tesfamichel. Er dürfte die Klosterkirche trotzdem kaum besuchen, denn er ist orthodoxer Christ. Für Abt Federer stellt die unterschiedliche Religionszugehörigkeit der Eritreer, die in der Herberge auf dem Klosterareal auf engem Raum zusammenleben, kein Problem dar. «Wenn man jemandem hilft, kommt es nicht darauf an, ob er einer anderen Religion angehört oder der eigenen» sagt er.

Das Kloster hat in der Vergangenheit bereits einzelne Asylbewerber aufgenommen, eine grössere Gruppe aber jetzt zum ersten Mal. Die 25 jungen Männer wohnen im Holzhof, einem Massenlager, wo sonst Pilger und Schulklassen untergebracht werden. «Das Kloster bietet allerdings nur eine notfallmässige Unterkunft, eine Übergangslösung bis Ende Jahr», sagt Sascha Burgert, der Leiter der Unterkunft. Bis dahin müssen die Gemeinden neue Lösungen für die Unterbringung finden.

Bald heisst es: Deutsch lernen

Bei einem kurzen Informationsanlass klärt Fiona Elze, Abteilungsleiterin Asylwesen des Kantons Schwyz, die jungen Männer über die Hausordnung auf. Das stösst augenscheinlich nicht bei allen ausländischen Besuchern auf gleich viel Interesse. Ihre Worte werden von einem Dolmetscher übersetzt, schon bald sollen die jungen Männer aber Deutsch lernen. Sie erhalten Integrationshilfe von zwei Landsleuten, die schon länger in der Schweiz leben und bereits eine Aufenthaltsbewilligung erhalten haben.

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