Aktualisiert 16.02.2004 12:41

Kloten: Kein Ausweichen auf andere Flughäfen

Die Verspätungssituation am Flughafen Zürich-Kloten ist durch die bekannt gewordenen Kapazitätseinschränkungen noch verschärft worden.

Ein Ausweichen auf andere Flughäfen ist bei den Airlines aber kein Thema. Verspätungsklagen von Passagieren habe es seit der Einführung der Kapazitätsreduktion am 12. Dezember nicht gegeben, hiess es von Seiten von Fluggesellschaften wie von Reisebüros. Offenbar hat man sich in Zürich-Kloten an die seit Jahren üblichen Verspätungen gewöhnt.

Spürbar sei der Engpass in der Spitzenzeit von 10 bis 12 Uhr, sagte Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel am Montag. Die Schweizer Airline und Hauptbenützerin des Zürcher Airports hofft, dass die Flughafenbetreiberin Unique rasch eine Lösung präsentieren kann.

Unique wollte auch am Montag noch keine Stellung nehmen zu der vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) aus Sicherheitsgründen verfügten Kapazitätsbeschränkung, deren Anlass ein Fastzusammenstoss im letzten August war. Am Dienstag werde sich Unique am Rande einer Medienorientierung äussern, hiess es auf Anfrage.

Problem «seit Jahren nicht im Griff»

Erstaunt zeigt sich der Aviatik-Fachjournalist Michael Hutschneker, dass die seit Jahren bestehenden Koordinationsprobleme am Flughafen zwischen den Hauptbeteiligten Swissport, Swiss und Unique nicht in Griff zu bringen sind. Das diesbezügliche «Krisenmanagement» wertet er als «unprofessionell».

Für die meisten Fluggesellschaften seien allerdings nach wie vor die hohen Landegebühren das grössere Problem als die mangelnde Pünklichkeit, meinte Hutschneker auf Anfrage. Ein Ausweichen auf andere Flughäfen sei so oder so kein Thema.

«Da müsste die Situation sehr viel dramatischer werden», sagte er. Selbst für Charterflüge, die in der Regel besonders stark unter dem Kapazitätsengpass leiden, gebe es für die Deutschschweizer Kunden nach wie vor keine wirkliche Alternative zu Kloten. Lediglich eine markant bessere Bahnverbingung zwischen den Flughäfen in Basel und Zürich könnte nach Ansicht von Hutschneker etwas daran ändern.

Für Reiseveranstalter wie Kuoni haben die zunehmenden Verspätungen keine Konsequenzen. Von Kundenseite habe es seit dem 12. Dezember keine Reklamationen gegeben, meinte Kuoni-Sprecherin Andrea Hemmi.

Für die Airlines sei es auch noch nicht möglich, die tatsächlichen Gründe der Verspätungen zu eruieren, hiess es bei verschiedenen Gesellschaften. Nicht immer liege der Grund für verspätete Abflüge von Zürich in Zürich selbst.

(sda)

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