26.07.2014 13:48

Zeiten ändern sich

Klügere Frauen sind besser für die Ehe

Früher galt: Ist die Frau gebildeter als ihr Mann, steht die Ehe unter keinem guten Stern. Diese Kombination hatte ein deutlich höheres Scheidungsrisiko. Das ist heute anders.

von
fee
Wenn es darum geht, ob eine Ehe lange hält, spielt auch die Bildung eine Rolle.

Wenn es darum geht, ob eine Ehe lange hält, spielt auch die Bildung eine Rolle.

Bis Ende des 20. Jahrhunderts war die Rollenverteilung klar: Der Mann geht arbeiten und die Frau kümmert sich um Haushalt und Kinder. Das schlug sich auch in den Bildungsabschlüssen nieder. Hartnäckig hielt sich die Einstellung: Eine zu kluge Frau findet keinen Mann - und wenn doch, verliert sie ihn schnell wieder. Auch die Statistik zeigt: Ehen, bei denen die Frau einen höheren Abschluss hatte als ihr Gatte, wurden häufiger geschieden.

Heute sieht das ganz anders aus, wie Forscher um Christine Schwartz von der Universität von Wisconsin-Madison herausgefunden haben. Paare, bei denen beide den gleichen Bildungsstand haben, werden heute deutlich weniger oft geschieden als diejenigen, bei denen der Mann die höhere Bildung hat, heisst es im Fachjournal «American Sociological Review». Umgekehrt seien Ehen mit gebildeteren Frauen stabiler als früher und ähnlich langlebig wie Ehen mit Partnern gleichen Bildungsstands. Vor allem für hochgebildete Frauen sank das Scheidungsrisiko überproportional stark, wie die Auswertungen zeigen.

Für ihre Studie vergleichen sie Bildungsstand und Scheidungsstatistiken von Ehen, die zwischen 1950 und 2009 geschlossen wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Paare heute in der gesellschaftlichen Realität angekommen sind. Denn tatsächlich haben Frauen oft den besseren Abschluss.

Fehler gefunden?Jetzt melden.